Germania überrascht bei Budissa

Die Sachsenliga-Fußballer aus Mittweida haben beim Ex-Regionalligisten in Bautzen überraschend mit 1:0 gewonnen. Für zwei Gästekicker gab es auch danach noch Arbeit.

Mittweida.

Bertram Fischer ist nach dem Landesliga-Spiel der Mittweidaer Fußballer völlig perplex gewesen. "Ich hatte ja gehofft, dass wir hier mithalten können. Aber dass wir sogar drei Punkte holen, ist schon wahnsinnig gut", sagte der Mittweidaer Co-Trainer nach dem 1:0 (0:0)-Auswärtssieg im Stadion Müllerwiese. Das Tor des Tages erzielte Youngster Tobias Grau kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit.

Und in dieser Situation zeigte er eine schnelle Reaktion: Nach einem scharfen Eckball von Tobias Heinrich stand er goldrichtig und musste nur noch den Innenrist hinhalten. "Das war aber gar nicht so einfach, weil ich nie gedacht hätte, dass der Ball zu mir durchkommt." Zu diesem Zeitpunkt war die Führung mehr als verdient. Nach einer kurzen Druckphase der Bautzener zu Beginn der Begegnung kamen die Mittweidaer besser in die Partie. Ein erstes Ausrufezeichen setzte Roy Blankenburg nach gut 20 Minuten. Seinen Schuss parierte Budissa-Torwart Tom Köhler zunächst, danach tänzelte der Ball gleich mehrfach auf der Latte, bis die Situation bereinigt war. Kurz vor der Halbzeit mussten sich die Mittweidaer noch einmal einiger Angriffe erwehren, verteidigten aber geschickt ihr eigenes Tor.

Nach dem Führungstreffer in der zweiten Halbzeit war es ein ausgeglichenes Spiel. Die größten Möglichkeiten hatten fortan aber die Gastgeber, die nach dem Regionalliga-Abstieg und den dadurch verbundenen Rückzug in die Landesliga im Sommer einen großen Umbruch erlebten. Am Samstag konnte sich Mittweida erneut auf die ganze Routine von Germania-Keeper Maik Ebersbach verlassen. Gegen Max Rülicke klärte er eine gefährliche Situation mit der Wade, anschließend war er bei einem Schuss von Danny Gärtner schnell in der Ecke. Und auch bei der größten Bautzener Chance zehn Minuten vor Schluss hatte Ebersbach großen Anteil: Nachdem Kevin Frieden im Mittelfeld ein Rückpass zu kurz geraten war, sprintete Julien Hentzsch auf das Mittweidaer Tor zu. Doch vor Ebersbach erstarrte er, suchte zu spät den Abschluss und danach klärten die Mittweidaer mit vielen Beinen die Situation im Strafraum. Budissa-Coach Thomas Hentschel brachte das auf die Palme. "Wir haben uns heute selbst geschlagen, weil wir vor dem Tor immer noch ein, zwei Haken machen statt einfach schnell abzuschließen." Auf das Tor geschossen hatten die Bautzener durchaus oft in der Partie, doch die Bälle flogen zum Teil auch meilenweit am Kasten vorbei. "Und darum geht unser Sieg auch in Ordnung", sagte SV-Trainer Uwe Schneider. Drei Faktoren waren für ihn ausschlaggebend: "Reife, Cleverness und Männerfußball." Und natürlich habe sein Team das Quäntchen Glück und in Maik Ebersbach einen guten Torwart gehabt.

Für den 29-jährigen Schlussmann war, ebenso wie für Roy Blankenburg, nach Spielende der Arbeitstag noch nicht vorbei. Beide spielten in ihrer Karriere zuvor kurz in Bautzen, was die Budissa-Fans nicht vergessen hatten. Die Autogramme beider Mittweidaer Akteure waren im Stadion Müllerwiese immer noch begehrt. Die Mittweidaer erwarten nun zuhause die Kickers aus Markkleeberg.

Statistik Mittweida: Ebersbach - Weinert, Antal, Kuhl, Heinrich (90.+3 Hönig) - Ryssel, Frieden - Ebert (88. Salim), Blankenburg, Krasselt - Grau (71. Hahn) - Tore: 0:1 Grau (47.) - Schiedsrichter: Meißner (Delitzsch) - Zuschauer: 210

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