Große Mauer und große Ziele

Bei den Deutschen Meisterschaften im Skilanglauf starten am Wochenende auch vier Sportler aus Mittelsachsen. Anne Winkler vom SSV Sayda hat nach Bronze in China nochmals Edelmetall im Visier.

Sayda/Holzhau.

Die Wintersportler wollen dem nun auch kalendarisch eingezogenen Frühling noch einmal trotzen: Am Wochenende werden in Reit im Winkl als Saisonausklang die Deutschen Meisterschaften im Skilanglauf ausgetragen. Vor allem Anne Winkler vom SSV Sayda hat sich am Ende einer sehr durchwachsenen Saison nochmals einiges vorgenommen.

"Ich hoffe natürlich, dass es eine Medaille wird", sagt die 24-jährige Langläuferin. Sie setzt ihre keineswegs unbegründeten Hoffnungen auf den Teamsprint, der am Freitag auf dem Programm steht. Dort startet sie mit ihrer Freundin und langjährigen Trainingspartnerin Katharina Hennig, die sich gerade bei der WM in starker Verfassung präsentierte. "Ich freue mich sehr auf das Rennen mit ihr", sagt Anne Winkler.

Vielleicht klappt es wie im Vorjahr mit Silber oder sogar noch mehr. Das wäre der versöhnliche Abschluss einer Saison, in der wenig nach Wunsch lief bei der Frankenberger Sportsoldatin. Nachdem sie bei der Tour de Ski, für die sie erstmals vom DSV nominiert worden war, krankheitsbedingt nicht starten konnte, verpasste sie dann auch ihr großes Ziel, die Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Seefeld. Immerhin war die Saydaerin bei sieben Weltcup-Veranstaltungen am Start, wobei als beste Platzierung ein 25.Rang in Davos zu Buche steht. Insgesamt seien die acht Punkte, die sie ergatterte (Platz 104), aber nicht wirklich zufriedenstellend.

Dafür gab es für die Erzgebirgerin schon einen Ausblick auf Olympia: Mit einem Team des DSV reiste sie nach Peking, wo 2022 die Olympischen Winterspiele ausgetragen werden, und lief beim Sprint als Dritte sogar aufs Podest. "Das war eine spannende und erlebnisreiche Woche", so die Langläuferin. Ein Besuch der Chinesischen Mauer gehörte natürlich zum Programm.

Anne Winkler bestreitet in Reit im Winkl auch die 20 Kilometer Freistil am Sonnabend. Ob sie beim Staffelrennen am Sonntag in einem gemischten Team läuft, ist noch offen. Eine Saydaer Vereinstaffel wie im Vorjahr, als Anne Winkler und die Richter-Schwestern auf Platz 2 liefen, wird es diesmal nicht geben. Julia Richter studiert in den USA, und Merle Richter musste die Meisterschaften aus gesundheitlichen Gründen abhaken. Bei der 17-Jährigen, die jetzt im Allgäu lernt und trainiert, stimmen die Blutwerte nicht. Es besteht der Verdacht auf Pfeiffersches Drüsenfieber, sagt Vater Toralf Richter. "Sie musste in immer wieder mit dem Training aussetzen." Auch die Nominierung für die Europäischen Olympischen Jugendspiele in Sarajevo und die OPA-Skispiele verpasste sie knapp.

Dafür schickt die SG Holzhau wieder eine Herrenstaffel ins Rennen. "Es ist toll, dass wir als kleiner Verein bei so einer Veranstaltung dabei sind", freut sich Vereinschef Uwe Lachmann. Neben Kaderathlet Jacob Vogt (21), der nach wie vor in Oberwiesenthal trainiert, gehen Stefan Göhler und Benjamin Lachmann in die Loipe. Der 39-jährige Göhler ist Ski-Abteilungsleiter der Sportgemeinschaft und gehört zum Wachsteam der deutschen Nationalmannschaft. Benjamin Lachmann (37) ist mittlerweile Koordinator Nachwuchsleistungssport im österreichischen Bundesland Tirol.

Im Vorjahr, bei der Neuauflage der deutschen Staffelmeisterschaften nach 20 Jahren, waren mehr als 130 Staffeln am Start. "Die Jungs waren ganz begeistert", sagt Uwe Lachmann. "Und ich bin stolz, dass wir wieder dabei sind."

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