Großer Erfolg vor kurzer Runde

Das Radteam Berthold aus Hainichen greift Sonntag wieder auf die Dienste von Robert Walther zurück. Nicht nur aufgrund seines Alters ist der Flöhaer ein wahrer Marathon-Mann.

Flöha.

Wenn Robert Walther am Sonntag beim 7. Radsport-Event im mittelsächsischen Hartmannsdorf an den Start geht, dürfte ihm das Profil des 1, 1 Kilometer langen Kurses durch das Gewerbegebiet keine Probleme bereiten. Zwar gilt der Fahrer des Hainichener Radteams Berthold nicht als absoluter Sprintspezialist, die Distanz von 60,5 Kilometern in 55 Runden hat er aber locker in den Beinen. Denn dass der Flöhaer nach wie vor eine ordentliche Wattzahl treten kann, hat der zweifache Familienvater unlängst beim 19. Vogtland-Radmarathon bewiesen. Hierbei handelte es sich zwar um eine Breitensportveranstaltung und um kein Radrennen. Doch es spricht für den 1,87Meter großen und 81 Kilogramm schweren Athleten aus Flöha, dass er nach 200 Kilometern als Erster über die Ziellinie fuhr.

Im Gegensatz zum Wettbewerb in Hartmannsdorf ging es beim Radmarathon ständig bergauf und bergab. So wurden unter anderem die Orte Mühlleiten, Carlsfeld, Klingenthal und Schöneck durchfahren. Auch der Fichtelberg befand sich im Streckenprogramm. Zeitig hatte sich eine sechs Pedaleure umfassende Spitzengruppe gebildet, in der auch Walther vertreten war. Gemeinsam hielt die Truppe an einem der Verpflegungspunkte an, um sich zu stärken. Danach ging es sportlich in die Vollen. An einem der letzten großen Anstiege startete einer der Fahrer einen Angriff.

"Es war aber eher eine halbherzige Attacke, die ich kontern konnte", berichtete Walther. Als Antwort auf diese Aktion übernahm er 19 Kilometer vor dem Ziel die Initiative, setzte sich ab und fuhr am Ende mit rund einer Minute Vorsprung ins Ziel.

Dies war für ihn in diesem Jahr nicht der erste Erfolg in Sachen Breitensport. So gewann der Fahrer, der in einem Chemnitzer Großbetrieb als Projekt-Ingenieur arbeitet, auf dem Mountainbike auch den Zwei-Stunden-Radmarathon in Frauenstein und wurde beim Heavy 24 in Chemnitz-Oberrabenstein mit seiner Mannschaft Zweiter. Zugleich fuhr er dort die schnellste Runde.

Im Leistungsbereich auf der Straße steht für ihn immerhin der Vizetitel bei der Landesverbandsmeisterschaft der Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt im Einzelzeitfahren zu Buche. Im Meisterschafts-Straßenrennen fuhr der Leistungsträger des Berthold-Teams als Vierter knapp am Podest vorbei. In Kleinpösna erkämpfte sich das Vereinsmitglied des TSV 92 Freiberg hinter seinem Teamkollegen Tobias Marx den zweiten Platz.

Um sich gegen die fast immer jüngere Konkurrenz im Rennsattel behaupten zu können, muss der Athlet nach wie vor zielstrebig trainieren. Trotz seiner beruflichen Verpflichtungen sowie der familiären Aufgaben findet Walther regelmäßig Zeit, pro Woche acht bis zehn Stunden zu trainieren. Dabei rollt er nicht nur einmal um den Kirchturm. "Im Jahr sind es ungefähr 12.000 Kilometer, die ich im Training zurück lege", so der Flöhaer.

Im Vergleich dazu sind die 60,5Kilometer in Hartmannsdorf nur ein Katzensprung. Dabei wird Walther nicht nur auf sich selbst schauen, sondern auch versuchen, seine Teamkollegen zu dirigieren. Seine 36 Lebensjahre und die damit verbundene sportliche Erfahrungen qualifizieren ihn dafür. Auch Teamchef Achim Berthold hält große Stücke auf den Radsportler: "Robert ist in unserer Truppe zwar der älteste Fahrer, aber mit seinen Fähigkeiten ein ganz wichtiger Mann."

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