Hainichener sind schon am Ziel

Schach: Spielbetrieb in den Ligen ruht nach wie vor

Hainichen/Niederwiesa.

Wolf-Dieter Krabbe (Foto) ist einer von wenigen Aktiven, der seine Sportart derzeit ohne Einschränkungen ausüben kann. Denn der Schachspieler des SV Motor Hainichen sitzt seinen Gegnern nicht am Brett gegenüber, sondern spielt am Computer Fernschach. "Und da sind die Abstandsregeln ja kein Problem", schmunzelt der 77-Jährige. In Deutschland ist er in die Bundesklasse eingestuft, international in der Champions League. "Das ist jeweils die dritte Liga", sagt Krabbe. Beim Fernschach hat er für zehn Züge 40 Tage Zeit. "Dadurch erstrecken sich manche Partien natürlich über Monate."

Zudem gehört der Hainichener zur Landesklasse-Mannschaft des SV Motor, wobei er diese Saison einmal zum Einsatz kam und ein Remis beisteuerte. In der zweiten Motor-Mannschaft, die in der 2. Bezirksklasse spielt, blieb er ungeschlagen. Wann und ob es für seine Teams in den regionalen Ligen weitergeht, vermag er aber nicht zu sagen. Zwei Spieltage wären in der 1.Landesklasse noch zu absolvieren, aber bis Ende Mai ist der Spielbetrieb ausgesetzt. "Wenn Lockerungen in Kraft treten und man weiterspielen will, kann man das sicher kurzfristig organisieren", erklärt Krabbes Vereinskollege Uwe Leichsnering.

Sportlich sind die Hainichener schon am Ziel ihrer Wünsche. Mit 9Punkten aus 7 Partien steht Motor in der 1. Landesklasse, Staffel A, auf Platz 4 und hat sich damit aller Abstiegssorgen entledigt. Im Lager des SV Grün-Weiß Niederwiesa (9./3) hofft man darauf, dass die Saison fortgesetzt wird. Denn die Truppe um Teamchef Tom Zimmermann steht als Vorletzter auf einem Abstiegsrang. Doch an den beiden ausstehenden Spieltagen würde der SVN im Kampf um den Klassenerhalt auf unmittelbare Konkurrenten treffen und hätte die Chance, die Liga aus eigener Kraft zu halten.

In der 2. Landesklasse befinden sich sogar zwei Teams aus Mittelsachsen in Abstiegsgefahr. Der TV Freiberg ist mit 4 Punkten Achter, Turbine Frankenberg (9./3) Vorletzter. Beim Aufsteiger hat man nur wenig Hoffnungen, nicht sofort wieder runter zu müssen. "Es war keine einfache Saison für uns - und es wird wohl leider so kommen", sagt Abteilungsleiter Claus-Dieter Fischer.

Dagegen blicken die Spieler des Siebenlehner SV in der Bezirksliga nach oben: Mit 9 Punkten liegen sie auf Rang 4, nur zwei Zähler hinter Spitzenreiter Ehrenfriedersdorf. Aufstiegsambitionen habe man jedoch nicht, sagt Jörg Koch, der Schach-Chef des SSV. "Wir wollten uns nach etwas Substanzverlust in dieser Liga etablieren - und das haben wir geschafft", bilanziert er zufrieden. Die zweite Vertretung steht in der 1. Bezirksklasse im Mittelfeld (7./5). Der SV Niederwiesa II rangiert in dieser Staffel A auf Platz 4, der TV Freiberg II (9./3) hält dagegen aktuell die rote Laterne.

In der Staffel B stand die SG Geringswalde/Hartha (1./14) vor Aussetzung des Spielbetriebs schon fast als Aufsteiger in die Bezirksliga fest. "Es ist extrem unglücklich für uns gelaufen mit der Krise", sagt der Geringswalder Vereinschef Achim Stephan. Aus zwei Spielen, davon eines gegen das Schlusslicht, braucht das Team noch einen Punkt zum sicheren Aufstieg, der wohl nur Formsache gewesen wäre. "Wir haben auf jeden Fall die Qualität, auch in der Bezirksliga zu bestehen", so Stephan. Sollte die Saison nicht beendet werden können, hofft er, dass sein Team "auf dem Sofa" aufsteigen darf, da der Vorsprung mit vier Punkten schon deutlich war. (mit sb/kbe)

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