Handballgilde ehrt Teamkollegen

Teams aus Flöha, Oederan und Zschopau haben für den verstorbenen Frank Riedel ein Benefizturnier veranstaltet. Der Erlös geht an die Familie.

Flöha.

Die Ränge in der Sporthalle des Samuel-von-Pufendorf-Gymnasiums in Flöha sind am vergangenen Sonnabend bis auf den letzten Platz belegt gewesen - und auf der Spielfläche flog der Handball durch die Luft. In diesen Situationen fühlte sich Frank Riedel immer wohl. Der Flöhaer hatte sich mit Leib und Seele diesem Mannschaftssport verschrieben, agierte dabei nicht nur als Aktiver auf dem Parkett, sondern übernahm später auch auch als Trainer Verantwortung. Zudem organisierte er Handballspiele, um zum Beispiel den Elternverein krebskranker Kinder Chemnitz zu unterstützen. Seine Stationen waren der VfB Flöha, der HV Oederan und der TSV Zschopau. Doch im Juli hatte das Herz des stets freundlichen Mannes plötzlich aufgehört zu schlagen - von einer Sekunde auf die andere.

Der Schock über den viel zu frühen Tod - Frank Riedel wäre am 21.Oktober 40 Jahre alt geworden - saß nicht nur bei seinen Teamkollegen, sondern in der gesamten Handballgilde der Region sehr tief. "Diese Nachricht hat uns schwer getroffen", sagte der Flöhaer Trainer Lutz Braun. Um den viel zu früh Verstorbenen zu ehren, entstand die Idee, ein Benefizturnier zu veranstalten, an dem Männerteams aus Flöha, Oederan und Zschopau teilnahmen.

Während es sich bei den Vertretungen des HV Oederan und des TSV Zschopau um die aktuellen Wettkampfmannschaften handelte, die in der Bezirksliga beziehungsweise der Kreisliga Erzgebirge spielen, trommelte Braun seine ehemaligen Schützlinge zusammen, die er früher beim VfB Flöha trainiert hatte. So standen unter anderem Arvid Körner, Philipp Uhlmann, Ronny Beier, Frank Meinhold, Daniel Michel oder Nils Scholz auf dem Parkett. Aus Baden-Württemberg war Norbert Knechtel angereist. "Ich bin dieser Einladung gern gefolgt - für diese Sache ist mir kein Weg zu weit", sagte Knechtel. In den Spielen habe man zudem gezeigt, "dass wir es immer noch können", so der frühere Kreisläufer im Trikot des VfB.

Ronny Butze, der mit Riedel einst in Flöha und dann auch in Oederan in einem Team stand, war von der Publikumsresonanz überwältigt. "Das hat meine Erwartungen völlig übertroffen. Ein Dank an alle, die dieses Turnier auf die Beine gestellt haben", sagte der zuverlässige Schlussmann, der jetzt noch beim Bezirksliga-Aufsteiger HV Oederan zwischen den Pfosten steht.

Am Ende gewann Flöha durch Siege gegen Oederan (11:9) und Zschopau (14:10) das Turnier. Oederan wurde durch einen 12:10-Erfolg gegen Zschopau Zweiter. Gespielt wurde über jeweils 30 Minuten. Als souveräne Schiedsrichter agierten Mike Seidel und Volker Lässig aus Chemnitz. "Bei diesem Duo und allen Mitorganisatoren, wie Marcus Zerbst aus Oederan, möchte ich mich herzlich bedanken. Sie haben alle dazu beigetragen, dass wir Frank in einer würdigen Form ehren konnten", sagte Lutz Braun. Er hob zudem hervor, dass die Spiele in einem äußerst fairen Rahmen verliefen.

Der Reinerlös der Veranstaltung kommt den Kindern von Frank Riedel zu Gute. Sehr viele der 750 Zuschauer bezahlten freiwillig deutlich mehr als die geforderten drei Euro Eintritt. "Wir haben die Abrechnung noch nicht fertig", erklärte Braun. "Aber ich gehe davon aus, dass wir der Familie einen vierstelligen Betrag übergeben können."

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