Heißhunger auf Handball

Die äußeren Bedingungen im Trainingslager des TSV Fortschritt Mittweida sindnicht optimal gewesen - ganz im Gegensatz zur Stimmung und Motivation.

Mittweida.

Eigentlich hatte Fortschritt-Trainer Steffen Kopasz bereits die Mittagspause eingeläutet. Eine Konterübung sollte den Abschluss der ersten von vier Einheiten im Trainingslager der Mittweidaer Bezirksliga-Handballer darstellen. "Für jeden Fehlwurf fünf Liegestütze, bei den Torhütern für jeden Fehlpass fünf - damit ihr ordentlich Hunger bekommt", sagte der Übungsleiter mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen. Der Appetit auf Handball war jedoch größer als der Ruf nach Essen, und so wurde spontan noch ein kurzes Trainingsspiel hinterhergeschoben.

Die Spieler waren am Samstag und Sonntag heiß darauf, den Ball in den Händen zu halten. Es wurde viel gescherzt, ohne den nötigen Ernst zu vernachlässigen. So ärgerte sich Torhüter Erik Scheffler sichtlich, als er bei einer Übung mehrfach überwunden wurde. Auch die äußeren Umstände taten der guten Laune keinen Abbruch. So konnten die TSV-Handballer nicht ihre Spielstätte am Schwanenteich nutzen, da dort wegen Umbauarbeiten der Strom abgeschaltet war. Als Notlösung wichen die Mittweidaer nach Frankenau aus.

"Die Halle ist schon gewöhnungsbedürftig", sagt Spieler und Co-Trainer André Hammerschmidt. Der Grund: Das Feld weist in der Breite nicht die erforderlichen 20Meter auf und ist damit zu eng. Dies beeinflusse sogar die Torhüter, sagt Keeper Scheffler: "Gerade die Außen können weniger Tempo aufnehmen und dadurch schlechter abschließen."

Die Spieler machten das Beste aus der Situation. So auch Kay Schröder, der mit präzisen Abschlüssen überzeugte und sich dadurch auch die Liegestütze ersparte. "Es lief ganz gut", freute sich der 26-Jährige. Trotz der langen Pause sei er gleich dringewesen und genoss den Sport und die Atmosphäre: "Ich bin jetzt seit knapp neun Jahren dabei - der Zusammenhalt und die Stimmung sind wie immer sehr gut."

Auf den Zusammenhalt wird der TSV in der kommenden Bezirksliga-Saison bauen. Die vergangene Spielzeit beendeten die Mittweidaer auf Platz 3, punktgleich mit dem Zweiten HC Fraureuth. "Mit unserem kleinem Kader geben wir kein Saisonziel aus", sagt Kopasz.

Zwei Torhüter und neun Feldspieler umfasst die Mannschaft der Mittweidaer, wenn diese nicht durch Urlaub, Verletzungen oder Arbeit dezimiert ist. So wie beim Trainingslager, an dem zwei Spieler gar nicht und Enrico Dietze erst zur zweiten Einheit teilnehmen konnten. Unterstützung bekam der Bezirksligist von Lisa Bertram. Die Freundin des Co-Trainers spielt bei der SG Lichtenstein/Oberlungwitz und nimmt häufiger am Training in Mittweida teil.

Für den Saisonstart am 25. August im Bezirkspokal gegen die HSG Striegis sieht Kopasz sein Team gerüstet. Das Trainingslager sei ein voller Erfolg gewesen. "Die Mitarbeit war sehr gut, und wir haben uns das Nötige geholt, um die Saison anzugehen." Am Ende der vier kräftezehrenden Einheiten hatte der Übungsleiter noch eine gute Nachricht parat, um den Hunger der Spieler auf Handball zu stillen: Zur weiteren Vorbereitung wird es für sein Team am 21.August doch noch ein Testspiel geben. Gegner ist der HV Oederan, der bei den Mittweidaern angefragt hatte, wie Trainer Kopasz berichtet: "Wir bekommen für diesen Tag eine Mannschaft zusammen und werden daher zusagen."

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