Hennersdorfer starten verspätet

Die personelle Lage bei den HSV-Volleyballern ist trotz zweier Neuzugänge weiter angespannt. Den Spaß an der neuen Saison wollen sie sich dennoch nicht nehmen lassen - auch wenn sich das Team in der Sachsenklasse noch etwas gedulden muss.

Hennersdorf.

Mit Gemütlichkeit und Spaß statt Schwitzen haben die Volleyballer des Hennersdorfer SV die Spielzeit 2018/19 einmal ganz anders eröffnet als sonst üblich. Mitte August traf sich das Männerteam mitsamt Familien bei einem Grillabend. Diese Stimmung möchte das Team auch in die anstehenden Spiele der Sachsenklasse mitnehmen, um ihre nunmehr dritte Saison am Stück in Sachsens zweithöchster Spielklasse zu genießen, wie Spielertrainer Udo Haußmann erklärt.

Der 54-Jährige ist mittlerweile der mit Abstand dienstälteste Spieler der Hennersdorfer. Nach der Verabschiedung von Udo Seifert steht der Spielertrainer als einziges Überbleibsel jener Mannschaft im Team, die 1990 den Höhenflug von der Kreisklasse bis in die Sachsenklasse einleitete. Wie lange er dem Verein noch erhalten bleibt, darüber hüllt er sich in Schweigen. "Ja, der Körper meldet sich schon ab und an, aber viel schlimmer ist die immer mehr zunehmende Digitalisierung neben dem Spielfeld", sagt der Routinier.

Spielberichtsbögen, Spielerpässe, Trainerlizenzen, Live-Ticker, elektronische Erfassung aller Spieler im Deutschen Volleyballverband - mit der Entwicklung des Hobby- und Freizeitsports ist Haußmann nicht zufrieden und macht seinem Ärger Luft: "Irgendwann werden wir die Spiele wohl noch von zu Hause aus am Computer führen und gar nicht mehr selbst in der Halle stehen." Aufgrund dieses Prozesses gäbe es schon erste Beispiele dafür, dass einige ältere Kollegen ihren Übungsleiterstuhl geräumt haben, so Haußmann. "Zum Glück stehen mir andere im Kader mit Rat und Tat zur Seite", sagt der Spielertrainer. Gemeinsam, so ist er sich sicher, sollte der HSV auch diese Klippe nehmen.

Das erste Hindernis auf dem Spielfeld gilt es am 29. September zu überwinden. Dann empfangen die Hennersdorfer die zweiten Mannschaften des TSVMarkkleeberg und des SV Chemnitz-Harthau. Eigentlich sollte es schon morgen beim 1.VVFreiberg losgehen, der das Startrecht in der Sachsenklasse durch die Aufnahme des Männerteams des SV Pama erworben hat. Doch das Spiel wurde auf Wunsch der Hennersdorfer vom Verband verlegt, da ihnen morgen einige Spieler fehlen würden. Die Partie soll nun - etwas zum Ärger der Freiberger - während einer Trainingszeit der VVF-Männer unter der Woche nachgeholt werden. Angedacht, aber noch nicht bestätigt als Termin ist der 28. November.

Generell konnten die Hennersdorfer vor dieser Saison zwei Neuzugänge verbuchen. Mit Ronald Jäkel kehrte nach zweijähriger Abstinenz ein alter Bekannter zurück. Außerdem kam der 16-jährige Nick Obendorf aus der Zschopauer Jugend, den Haußmann in den nächsten zwei Jahren allmählich integrieren will. Für alle anderen gilt es auch in dieser Saison, "Familie, Beruf und Sport unter einen Hut zu bringen", so der Coach, der absichtlich diese Reihenfolge der Faktoren gewählt hat. Es seien halt keine Profis mit Arbeitsvertrag, sagt Haußmann, und hofft darauf, dass künftig alle gesund und munter bleiben. (mit udo)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...