HSG behält kühlen Kopf

Die Freiberger Oberliga-Handballer haben ihr Auswärtsspiel beim USV Halle mit 32:30 (14:10) gewonnen. Trotz des knappen Endstands verlief die Partie lange in klaren Bahnen.

Freiberg.

Der Kempa-Trick von Felix Kempe und Benjamin Wolf fünf Sekunden vor Schluss hat nicht geklappt. Dafür aber viele andere Sachen: Mit einer über weite Strecken überzeugenden Vorstellung gewannen die Handballer der HSG Freiberg am Sonnabend das wichtige Duell bei Verfolger USV Halle mit 32:30 (14:10) und rückten nach dem dritten Auswärtssieg der Saison wieder auf Rang 5 der Mitteldeutschen Oberliga (19:15). Die Hallenser bleiben mit 15:19 Zählern auf Platz 9.

"Das waren Big Points", freute sich Co-Trainer Uwe Lange. Die beste Saisonleistung sei es zwar nicht gewesen, schätzte er kurz nach dem Abpfiff ein - die hatte die Truppe vorige Woche in der 1. Halbzeit gegen Bad Blankenburg geboten -, "aber eine sehr, sehr gute", so Lange. Zwischenzeitlich habe man sich durch einige Fehler sowie teilweise dumme Zeitstrafen selbst in Bedrängnis gebracht, "aber wir sind cool geblieben und haben uns selbst aus der Misere befreit", lobte Lange. "Hut ab vor der Mannschaft."

Wie im Hinspiel (33:33) lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch. Einmal, beim 1:0, führte der USV. Doch danach übernahmen die Freiberger mehr und mehr das Zepter. Angeführt vom erneut überragenden Tino Hensel im Tor, der den Hallensern reihenweise freie Bälle abkaufte, erspielte sich die HSG eine klare Führung. Beim 12:7 lagen die Gäste erstmals mit fünf Toren vorn. Vor allem die starken Rückraumspieler Felix Kempe, Eric Neumann und Martin Schettler sowie Martin Rom, der am Kreis immer wieder schön in Szene gesetzt wurde, waren vorn für das klare Polster verantwortlich.

Die Sporthalle des Bildungszentrums Halle-Neustadt war zudem fest in der Hand der 50 mitgereisten HSG-Fans, die für eine tolle Stimmung sorgten und ihr Team nach vorn trommelten. Ein wenig musste man sogar um die ziemlich in die Jahre gekommene Einrichtung bangen. Aufbauend auf einer guten Deckung mit einem starken Keeper kamen die Freiberger immer wieder zu schnellen Toren und gingen mit einem Vier-Tore-Plus in die Kabine - das Tino Hensel mit einer Riesenparade mit dem Pausenpfiff sicherte.

Nach der Pause lief das HSG-Spiel nicht mehr ganz so hochtourig. Die Gäste hielten den Vorsprung aber nach einigen Fehlwürfen konstant. Zudem war die HSG nun auch über die Außen torgefährlich. Benjamin Wolf besorgte das 17:12 (37.), und beim 22:16 durch Felix Kempe (42.) schienen die Freiberger klar auf der Siegerstraße. Doch die Hallenser brachten die HSG mit einer offensiveren Deckung etwas außer Tritt. Beim 22:24 (50.) schien es sogar kritisch zu werden, zumal Kempe und Wolf danach am Siebenmeterpunkt und per Konter scheiterten.

Aber die Bergstädter wankten nicht. Felix Lehmann, der auf Linksaußen durchspielte, sorgte mit drei Toren in Folge beim 30:26 für die Vorentscheidung, den Schlusspunkt auf HSG-Seite setzte Eric Neumann mit dem 32:28 (58.). "Die Abwehr hat vorige Woche sicher besser gestanden. Aber wir haben ein gutes Spiel gemacht", sagte der HSG-Kapitän. Unruhig sei er eigentlich nie geworden, so der Rückraumspieler, der mit sechs Toren zu den besten HSG-Werfern gehörte. "Wir haben immer die Nerven behalten und verdient beide Punkte gewonnen."

Auch Chefcoach Alexander Matschos zweifelte zu keiner Zeit am Sieg seines Teams. "Wir haben immer den Kopf oben behalten, Fehler wieder ausgebügelt und um jeden Ball gekämpft." Die Truppe habe tolle Moral gezeigt, lobte der 38-jährige Spielertrainer, der aber 60 Minuten lang auf der Bank blieb. "Wenn es so läuft, muss man nicht unbedingt eingreifen", so Matschos. "Die Jungs haben das clever gelöst."

Statistik HSG Freiberg: Hensel, Renzing; Lehmann (3), Wolf (5), Schettler (4), Neumann (6), Kempe (7/2), Matschos, Rabe, Harvan, Gelnar, Werner, Rom (7) Siebenmeter: HSG 3/2, USV 0 - Zeitstrafen: HSG 8, USV 4 min - SR: Perll/ Schukin (SG Thale/SC Magdeburg) - Zuschauer: 310


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