HSG-Dachse auf der Lauer

Die Handballer der HSG Freiberg starten morgen mit einem Heimspiel gegen Apolda in die Saison der Mitteldeutschen Oberliga - die mittlerweile neunte. Dafür hat sich der "Dino der Liga" gezielt verstärkt.

Freiberg.

Die neue Saison in der Mitteldeutschen Oberliga ist für die Handballer der HSG Freiberg durchaus eine besondere. Denn die HSG ist die einzige Mannschaft, die seit der Neuordnung der 4. Liga durchgängig dort am Ball war. "Wir sind sozusagen der Dino der Liga", schmunzelt Stefan Lange, der Geschäftsführer der Spielbetriebsgesellschaft der HSG. Mit dem HV Staßfurt stieg die zweite Mannschaft, die ebenfalls seit 2010/11 in der Oberliga spielte, im Sommer ab.

Mit 230 Punkten führt die HSG auch die "Ewige Tabelle" der Mitteldeutschen Oberliga an, vor Köthen (215) und Staßfurt (196). Damit sei natürlich ein gewisser Anspruch verbunden, sagt Lange. Zumal die Freiberger in der Premierensaison hinter LVB Leipzig und dem HC Elbflorenz auf Rang 3 eingekommen waren und danach noch zweimal Fünfte wurden. Platz 5 ist auch für die neue Saison, die nunmehr neunte in der Oberliga, dasMinimalziel, erklärt der Sportliche Leiter des Projekts "Die Dachse". Das habe die Mannschaft beschlossen - "und sich damit selbst in die Pflicht genommen", sagt Lange.

Obwohl die Dachse fast komplett zusammengeblieben sind und sich sogar verstärkt haben, werde das kein Selbstläufer, betont der HSG-Geschäftsführer. "Die Liga ist nach wie vor sehr ausgeglichen." Alle drei Aufsteiger - HBV Jena (mit den Ex-Freibergern Kevin Elsässer, Damian Kowalczyk und Marcin Kijowski), ZHC Grubenlampe und SV Oebisfelde - werden als spielstark eingeschätzt. Doch auch die Schützlinge von Trainer Jiri Tancos und Co-Trainer Andreas Tietze starten mit viel Schwung: Fünfmal testete die HSG gegen Erstligisten aus Tschechien, Ungarn und der Slowakei, wobei sogar zwei Siege gelangen (30:26 gegen Topolcany, 33:31 gegen Koprivnice).

"Die Mannschaft hat eine sehr, sehr gute Vorbereitung absolviert", lobt Lange, und kann die Meisterschaft mit "ordentlich Selbstvertrauen" angehen. Dabei fordert der Sportliche Leiter vor allem zuhause eine breite Brust: "Die Heimspiele müssen unsere Punkte sein."

Wenn die HSG-Männer ab morgen so auftreten wie zuletzt (mit Ausnahme des Hermsdorf-Spiels/ 29:30), mache er sich keine Sorgen, sagt Lange. Die Mannschaft sei klar besser aufgestellt als in der vorigen Saison - sowohl sportlich als auch den Zusammenhalt betreffend. Die Abgänge von Patrick Michel und Alvaro Rajic wurden durch die Neuzugänge Alexander Matschos, Hannes Rabe und Benedikt Bayer mehr als kompensiert. Mit dem 37-jährigen Matschos kehrt ein gestandener Zweitliga-Spieler nach Freiberg zurück, der sowohl Dirigent im Angriff als auch Stabilisator in der Deckung ist. Mit Rabe kam der Torschützenkönig der Brandenburgliga (196 Treffer in 21 Spielen), während Bayer beim Bundesligisten TSG Friesenheim ausgebildet wurde und in der Jugendnationalspieler war.

Wermutstropfen war die Verletzung von Keisuke Inamoto (Kreuzbandriss). Für ihn rückt vorerst Christoph Renzing aus der zweiten Mannschaft auf. Benjamin Wolf und Felix Meinecke gehören künftig fest zum 19er-Kader für die Oberliga.

Zum Auftakt kommt morgen der HSV Apolda in die Ernst-Grube-Halle. Die Thüringer beendeten die alte Saison mit 23:29 Punkten auf Platz 9, einen Zähler hinter der HSG (8./ 24:28). Das Vorspiel bestreitet die HSG Freiberg II, die in der Verbandsliga Sachsen, Staffel Ost, antritt und zu Beginn den Vorjahresdritten HSV Weinböhla empfängt. Die Abendkasse ist ab 18.30 Uhr geöffnet.

Ganz nach oben blicken die HSG-Dachse trotz aller positiven Vorzeichen (noch) nicht: "Wir haben jetzt drei Jahre gegen den Abstieg gespielt", sagt der Geschäftsführer. Da könne man schlecht sagen, "wir müssen jetzt aufsteigen". Aber das alte Feuer aus den Anfangszeiten der Oberliga soll auf jeden Fall wieder entfacht werden.

Mitteldeutsche Oberliga 1. Spieltag Sa., 20 Uhr: HSG Freiberg - HSV Apolda 1990

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