HSG-Dachse in Weihnachtsstimmung

Mit dem klaren 31:20-Sieg gegen Aufsteiger Oebisfelde haben sich die Freiberger Oberliga-Handballer endgültig zurückgemeldet. Großen Anteil an der nun positiven Jahresbilanz hat ein Kurz-Rückkehrer.

Freiberg.

Ein paar graue Strähnchen ziehen sich mittlerweile durch das kurze Haar, doch ansonsten war alles wie früher. Obwohl Martin Steinfeld drei Jahre lang keine Oberliga-Partie bestritt, zog der 33-Jährige am Sonntag die Fäden im HSG-Spiel, als wäre er nur mal kurz weggewesen. Am Ende stand ein souveräner 31:20 (15:11)-Sieg der Freiberger Handballer gegen den SV Oebisfelde, mit dem die HSG nun erstmals in dieser Saison ein positives Punktekonto besitzt und Platz 6 festigte.

Kurz nach Beginn der 2. Halbzeit war der Routinier aufs Feld gekommen, als die HSG den Schwung der 1. Halbzeit zu verlieren drohte. "Da gab es kurzzeitig einen Bruch in unserem Spiel", sagt Steinfeld. Am Donnerstagabend hatten ihn die Verantwortlichen gefragt, ob er aushelfen könne, erzählt der Rückraumspieler. Denn zur ohnehin langen Verletztenliste der HSG hatte sich noch Matej Harvan gesellt, der im Training umgeknickt war. Kein Problem für den Siebenlehner, der mit der HSG II noch im Spielbetrieb steht - und auch sein Wettkampfgewicht sowie den Schwung aus früheren Oberliga-Zeiten mindestens gehalten hat. "Und die Abläufe sind natürlich auch noch drin."

Nach seiner Einwechslung nahm der Routinier sofort das Zepter in die Hand und war nun fast an jedem Freiberger Tor beteiligt. Mit den Jungs habe das super geklappt, lobt Steinfeld, und der deutliche Sieg sei für alle ein schönes Weihnachtsgeschenk. "Aber es war eine einmalige Sache", sagt der Familienvater. Ein längeres Comeback wie 2016, als ihn der damalige Trainer Anel Mahmutefendic in der kompletten Rückrunde für den Abstiegskampf ins Boot geholt hatte, sei kein Thema.

Eigentlich schade, denn Steinfeld sorgte in der 2. Halbzeit dafür, dass die HSG nach fünf torlosen Minuten in die Spur zurückfand und den Vorsprung in die Höhe schraubte. Kapitän Eric Neumann setzte beim 16:10 - nach zuvor sechs erfolglosen Angriffen - das erste Signal. Martin Schettler, Benjamin Wolf und Felix Lehmann warfen wenig später beim 21:11 (43.) erstmals einen Zehn-Tore-Vorsprung heraus, der bis zum Schlusspfiff Bestand hatte. Alle waren zumeist sehr gut von Steinfeld in Szene gesetzt worden.

"Steini" sei definitiv einer der Matchwinner gewesen, sagt HSG-Co-Trainer Uwe Lange. "Er hat viel Tempo ins Spiel gebracht und viel Verantwortung übernommen." Aber auch andere Spieler, die bislang nicht so zum Zuge kamen, trumpften am 3. Advent auf und brachten die mehr als 400 Fans in der Ernst-Grube-Halle in Weihnachtsstimmung. Allen voran Benjamin Wolf, der auf der Rechtsaußenposition fast durchspielte und mit acht Toren der beste Werfer der Partie war. "Benny hat sehr gut getroffen", lobt Lange. Gleiches traf für Felix Lehmann zu, der auf Linksaußen den angeschlagenen Dominik Gelnar mehr als nur vertrat und siebenmal erfolgreich war. "Wir wollten das unbedingt so klar gestalten", sagt der 23-Jährige. Nach dem Hänger vor der Pause habe es in der Kabine vom Trainer nochmals einen Anranzer gegeben, erzählt Lehmann schmunzelnd. Aber wenig später lief es bei der HSG wieder. "Das hat heute sehr viel Spaß gemacht."

Den Schlusspunkt auf Freiberger Seite setzte dann Hannes Rabe mit dem 31:18, ehe den Gästen noch etwas Resultatskosmetik gelang. Die Aufgabe sei nicht so einfach gewesen, wie es das Ergebnis vielleicht aussagt, erklärt der linke Rückraumspieler. "Wir standen nach dem Remis gegen Jena schon unter Druck." Alle wollten aber auf jeden Fall mit einem Erfolgserlebnis in die Pause gehen, so Rabe, der drei wunderschöne Tore beisteuerte.

Der Sieg gegen ebenfalls ersatzgeschwächte Gäste sei sehr wichtig, freut sich auch Felix Kempe über den gelungenen Jahresabschluss. "Wir wollten unbedingt ein positives Punktekonto, um entspannt in die Pause gehen zu können." Zudem habe man aus dem Hinspiel (25:30) etwas gutzumachen gehabt, sagt der einzige Linkshänder im HSG-Team an diesem Tag - dessen Einsatz aufgrund einer Rückenverletzung lange fraglich war. Auch Tino Hensel freut sich nun auf zumindest zwei Wochen "handballfrei". Er habe die Spielpause echt herbeigesehnt, so der HSG-Keeper, der erneut ein starker Rückhalt war und unter anderem zwei Siebenmeter der Oebisfelder parierte. Er fühle sich nicht nur aufgrund der frühlingshaften Temperaturen "schon wie im Mai".

StatistikHSG: Hensel, Renzing, Ben Husen; Lehmann (7), Wolf (8), Meinecke (1), Steinfeld, Schettler (3), Neumann (3), Kempe (3), Matschos, Rabe (3), Gelnar, Rom (3)

Siebenmeter: HSG 1/0, Oebisfelde 8/6; Zeitstrafen: HSG 10, Oebisfelde 6 min; Schiedsrichter: Bretschneider/Haase (Neugersdorf/ Rietschen); Zuschauer: 420

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