HSG-Dachse ohne Biss

Die Freiberger Oberliga-Handballer haben beim Neuling in Zwickau mit 22:25 verloren. Grund war erneut ein Fehlerfestival.

Zwickau.

Es war ein Bild mit Symbolcharakter: Der verletzte Freiberger Torhüter Keisuke Inamoto hatte sein Team zum Auswärtsspiel beim Zwickauer HC Grubenlampe begleitet. Doch der Japaner kann sich nach seinem Kreuzbandriss nur mit Krücken bewegen und hat bei aller Begeisterung für den Handball mehr mit sich zu tun als mit dem Umfeld. Und genau so schien es am Sonntagnachmittag bei seinen Sportkameraden auf dem Parkett zu sein: Die Truppe von Cheftrainer Jiri Tancos wirkte unkonzentriert und leistete sich gegen den Oberliga-Aufsteiger viele Fehler. In der Offensive wurden die Würfe unpräzise abgefeuert, in der Abwehr zum Tag der offenen Tür eingeladen. So ist es letztlich keine Überraschung, dass die HSG in Westsachsen mit 22:25 (13:13) verlor und nach zwei Spieltagen noch auf den ersten Sieg wartet.

Die Pleite vermochte auch der erfahrene Alexander Matschos nicht zu verhindern, der nach seiner Rückkehr das erste Saisonspiel für Freiberg bestritt. "Wir haben insbesondere in der 2. Halbzeit zu viele Fehler gemacht und zu schlecht geworfen. Zudem lastete die Verantwortung in der Offensive auf zu wenigen Schultern", sagte der 37-Jährige, der gegen Zwickau dreimal traf.

Dabei sah es zunächst gar nicht so schlecht aus. Nach ausgeglichenem Beginn (7:7/14.) zog die HSG durch ein Tor von Matschos auf 12:9 davon (26.), schaffte es aber bis zum Seitenwechsel nicht, diesen Vorteil zu verteidigen. Praktisch mit der Pausensirene glichen die Gastgeber zum 13:13 aus. Nach dem Seitenwechsel schien den Bergstädtern der Boden unter den Füßen zu entgleiten. Tancos vermochte es auch mit zwei Auszeiten binnen drei Minuten nicht, Ordnung in die Truppe zu bringen. Zwickau ging 19:15 nach vorn (39.). Als Eric Neumann, der wie Nico Werner fünf Tore erzielte, zehn Minuten vor Ultimo auf 20:22 verkürzte, keimte noch einmal Hoffnung auf. Doch es war bezeichnend für den Freiberger Auftritt, dass kurz darauf Björn Richter mit einem Siebenmeter scheiterte. Zwickau traf hingegen zum 23:20 und stellte die Weichen auf Sieg.

"Wir müssen ganz schnell mehr Genauigkeit in unsere Abschlüsse bringen, effektiver werden und insbesondere die Siebenmeter verwandeln", sagte Matschos. Dann werde es auch mit dem ersten Sieg klappen, so der gebürtige Freiberger, der in Dresden wohnt und zu den Trainingseinheiten in die Bergstadt pendelt. Auch Trainer Jiri Tancos sah in den zweiten 30 Minuten den Knackpunkt. "Da haben wir etwas müde agiert. Aber auch in den letzten vier Minuten der ersten Halbzeit waren wir nicht auf der Höhe."

Tancos hatte nach dem Spiel auch das eine oder andere Wort mit Spielern des ZHC gewechselt, war er doch in der Vergangenheit auch bei Grubenlampe als Spielertrainer aktiv. "Deshalb wusste ich auch, was uns in Zwickau erwartet. Ich habe hier noch viele Freunde, aber grundsätzlich war es ein Spiel wie jedes andere für mich", sagte der Tscheche.

HSG-Geschäftsführer Stefan Lange grübelte nach dem Abpfiff nach den Gründen für die mangelnde Leistung. "Im Training schießen die Jungs die Tornetze kaputt, doch im Spiel gelingt es uns derzeit nicht, richtiges Feuer zu entzünden", sagte Lange. Sicherlich machte sich auch bemerkbar, dass der HSG mit Tino Hensel ein weiterer Torwart aus privaten Gründen fehlte. Das Spiel in Zwickau machte deutlich, dass es bei den Freiberger Oberliga-Handballern aktuell deutlich mehr Probleme gibt als nur die Verletzung von Keisuke Inamoto.

Statistik HSG Freiberg: Balin, Renzing; Bayer (1), Lehmann, Neumann (5), Jahn, Richter (2/1), Matschos (3), Rabe (3), Harvan, Gelnar (1/1), Werner (5/1), Mojzis (2)

Siebenmeter: HSG 5/3, ZHC 4/3, Strafminuten: HSG 6, ZHC 10 min, Schiedsrichter: Bierhals/Priesing (SC Magdeburg) - Zu.: 250

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