HSG: Die Köpfe hochnehmen

Die Handballer der HSG empfangen am Sonnabend die HG Köthen. Im Vorfeld spricht aber nicht allzu viel für die Freiberger.

Freiberg.

Seit drei Wochen hängt die rote Laterne der Mitteldeutschen Oberliga bei den Handballern der HSG Freiberg. Alexander Matschos, im Sommer von der Co- in die Cheftrainerrolle gewechselt, behält trotzdem die Ruhe. "Es bringt ja nichts, jetzt in Hektik zu verfallen", sagt der 38-Jährige vor dem nächsten Heimspiel, zu dem die HSG (14./1:9 Punkte) am Sonnabend die HG Köthen (5./7:3) empfängt.

Nach dem 24:28 in Bad Blankenburg, der vierten Niederlage im fünften Spiel, hatten Matschos sowie die Co-Trainer Uwe Lange und Andreas Tietze zwei Wochen Zeit, die Mannschaft wieder halbwegs aufzurichten. Man habe konzentriert trainiert, einige Dinge anders gemacht, vor allem im Angriffsspiel den Hebel angesetzt, sagt der HSG-Coach. Und viel mit den Spielern gesprochen: "Wir müssen trotz allem die Köpfe wieder hochnehmen."

In Sachen Ursachenforschung habe man lange zusammengesessen und gegrübelt - ohne eine richtige Erklärung für den Absturz des Vorjahresdritten zu finden. Dass die Mannschaft das Handballspielen nicht verlernt hat, zeigte sie auch bei den vier Niederlagen jeweils in der ersten Halbzeit, so Matschos. Dann sei plötzlich die Spannung weg: "Nach der Pause spielen wir kopflos und machen Fehler über Fehler", rätselt der HSG-Spielertrainer.

Konditionell gebe es keine Probleme. Das schnelle Umschaltspiel sei Trainingsschwerpunkt. "Wir sind fit und konnten in der Schlussphase meist noch einmal zulegen", erklärt Matschos. Das reichte aber nur gegen den USV Halle (33:33), um wenigstens einen Punkt zu retten. Im Moment versuchen die Trainer, vor allem die positiven Sachen hervorzuheben und das Selbstbewusstsein ihrer Schützlinge zu stärken.

Positiv ist auch, dass Felix Lehmann wieder fit ist. Dominik Gelnar und Benjamin Wolf, die seit Saisonbeginn ausfielen, haben sich ebenfalls zurückgemeldet und in der Verbandsliga Spielpraxis gesammelt sowie mit Toren geglänzt: Linksaußen Gelnar traf beim 28:23-Sieg der HSGII sechsmal, Rechtsaußen Wolf steuerte fünf Treffer bei.

Das war es jedoch mit den positiven Nachrichten in Sachen Personal. Bei Spielgestalter Miroslav Jahn wurde in Prag ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert: Der Tscheche fällt mindestens noch einige Wochen aus. Zudem hat sich Jens Tieken einen Infekt eingefangen, sein Einsatz gegen Köthen ist zumindest fraglich. Komplett passen muss der niederländische Neuzugang Richard Meinicke: Der Keeper hat sich am Ellenbogen verletzt.

Und nicht zuletzt spricht die Statistik ganz klar für die Gäste aus der Handball-Hochburg Köthen: In den vergangenen vier Spielzeiten hat der langjährige Drittligist stets in der Ernst-Grube-Halle gewonnen. Im Sommer verlor die HG aber einige Leistungsträger. Seine Mannschaft müsse versuchen, das alles komplett auszublenden, sagt HSG-Coach Matschos. "Wir schauen nur auf uns - und vielleicht können wir das Glück auch ein bisschen erzwingen."

Mitteldeutsche Oberliga 6. Spieltag - Sa., 18 Uhr: HSG Freiberg - HG 85 Köthen (Ernst-Grube-Halle)

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