HSG macht es nochmal spannend

Die Freiberger Oberliga-Handballer siegen dank einer starken ersten Hälfte und ihrem gut aufgelegten Torwart mit 29:28 gegen Bad Blankenburg. Der gab das Lob aber weiter.

Freiberg.

Martin Schettler weiß als Diplomingenieur für Fahrzeugtechnik ganz genau um die verschiedenen mathematischen Zusammenhänge. Selbstverständlich kennt sich der 26-Jährige auch in der Handball-Algebra aus. Und diese besagt, dass man ganz einfach nur ein Tor mehr als der Gegner schießen muss, um zu gewinnen. Diesen Grundsatz machte sich die HSG Freiberg in ihrem Heimspiel gegen den immerhin als Tabellendritten angereisten HSV Bad Blankenburg zunutze und bezwang die Thüringer 29:28 (19:9).

Dieses knappe Resultat hätten vor dem Anpfiff wohl alle Beteiligten im Freiberger Lager ohne zu zögern sofort unterschrieben. Dennoch hätte der Erfolg für die HSG, die nun mit 17:15 Punkten auf dem 6. Platz notiert ist, deutlicher ausfallen können. Denn Ende der ersten Halbzeit rieb sich so mancher Zuschauer beim Blick auf die Anzeigetafel die Augen: Freiberg führte mit stolzen elf Toren (19:8). "Wir haben eine überragende erste Halbzeit gespielt und mit einem souveränen Torwart Tino Hensel an der Spitze eine starke Abwehrarbeit hingelegt. Vorn sind meine Männer konsequent in die Lücken gegangen und haben ihre Chancen genutzt", sagte Spielertrainer Alexander Matschos.

Nicht nur Fahrzeugtechniker Schettler leistete seinen Beitrag, dass das HSG-Getriebe gegenüber der Vorwoche, als die Truppe bei der 26:38 Auswärtspleite beim Spitzenreiter HC Burgenland nicht auf allen Töpfen lief, wie neu geschmiert funktionierte. Martin Rom besorgte nach sieben Minuten das 7:2, Felix Lehmann, der sich im ersten Durchgang immer wieder am Kreis bemerkenswert durchsetzte, erhöhte in der 20. Minute auf 15:5 und Martin Schettler hielt mit dem 16:7 ( 26.) die Drehzahl weiter hoch.

Doch zur Pause hatten die Freiberger beim Nachtanken offenbar die falsche Zapfpistole ausgewählt. Zwar schien der Vorteil zunächst noch komfortabel (23:15/37.), doch dann kam das HSG-Triebwerk mächtig ins Stottern. Die Gäste machten nun deutlich, dass sie auch einige PS unter der Haube zu bieten hatten und gingen auf die Verfolgungsjagd. Mitte der zweiten Hälfte war der Vorteil auf 25:22 geschmolzen, knapp fünf Minuten vor Ultimo glich Bad Blankenburg zum 27:27 aus. "Die Konzentration und vielleicht auch die Kraft haben bei uns in der zweiten Halbzeit deutlich nachgelassen. Eventuell hätten wir da den einen oder anderen Wechsel mehr machen sollen", lautete die persönliche Diagnose von Schettler, der zum Erfolg sieben Treffer beisteuerte. "Vielleicht war es ganz gut, dass wir in der Vorwoche verloren haben. Dadurch sind alle aufgewacht", bescheinigte der Gahlenzer, dass alle seine Teamkollegen bis zum Schluss die Zähne ordentlich zusammen bissen. Dass die Freiberger am Ende den Motor auf den letzten Metern bis zum Tagesziel nicht abwürgten, war Benjamin Wolf zu verdanken. Er besorgte in der 59. Minute den Endstand. Einen nicht unwesentlichen Beitrag zum siebten Saisonsieg leistete auch Torhüter Hensel. So sehr er auf dem Parkett quasi mit Allradantrieb unterwegs war, so gedrosselt gab er sich nach dem Abpfiff. "In der ersten Halbzeit haben wir einen starken Auftritt hingelegt, im zweiten Durchgang allerdings insbesondere in der Abwehr stark nachgelassen", sagte der Torwart. Als einen Vater des Sieges sah er sich jedoch nicht. "Es war in der ersten Halbzeit ein super Zusammenspiel mit der Abwehr. Da hat es mir richtig Spaß gemacht", wollte der Keeper auf keinen Fall im Mittelpunkt stehen.

StatistikHSG Freiberg: Hensel, Renzing - Lehmann (6), Wolf (3), Schettler (7), Neumann (1), Kempe (8), Matschos, Rabe (1), Harvan, Gelnar, Werner , Rom (3), Jehmlich Siebenmeter: HSG: 5/5, HSV: 3/2 - Zeitstrafen: HSG 10, HSV 12 min - Zuschauer: 580

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