HSG-Männer kalt erwischt

In der Mitteldeutschen Oberliga sind die Freiberger Handballer mit einem bitteren 26:38 (12:18) beim HC Burgenland ins neue Jahr gestartet.

Freiberg.

Den Appetit hatte es Alexander Matschos zum Glück nicht verhagelt. Beim traditionellen Neujahrsempfang im Hotel Kreller am Sonntag hatte der Chefcoach der HSG Freiberg die Niederlage des Vorabends verdaut und sprach dem leckeren Buffet durchaus fleißig zu. "Lieber einmal klar verlieren als drei Spiele knapp", blickte der Spielertrainer der Freiberger Handballer auf das 26:38 (12:18) beim HC Burgenland zurück.

Trotzdem hatte der 38-Jährige natürlich noch am ersten Auftritt seines Teams im neuen Jahr zu knabbern. Vor allem die Körpersprache habe gefehlt, ärgerte sich Matschos. "Wir haben viel zu schnell die Köpfe runter genommen." Das war nicht nur eine Parallele zum Spiel der deutschen Handballnationalmannschaft, die am Samstag gegen Spanien ähnlich unter die Räder gekommen war (26:33). Vor allem im Angriff habe man von Beginn an viele Fehler gemacht, so der HSG-Coach.

Zudem verschliefen die Freiberger beim neuen Spitzenreiter der Mitteldeutschen Oberliga nach der Pause komplett den Start. "Wir haben ganz schlecht in die 2. Halbzeit gefunden", sagte Matschos. Ein 5:1-Lauf der Gastgeber sorgte beim 23:13 (36.) bereits für eine Vorentscheidung. Allerdings mussten die HSG-Männer in Naumburg kurzfristig auf Kapitän Eric Neumann verzichten. Der 24-jährige Rückraumspieler sagte am Freitag krankheitsbedingt ab. Mit den verletzten Björn Richter und Nico Werner fehlten damit gleich drei Spieler, die die Mannschaft emotional mitreißen können.

Insgesamt standen diesmal nur zehn Feldspieler zur Verfügung, darunter der aus der zweiten Mannschaft aufgerückte Robert Jehmlich und Coach Alexander Matschos. Der Routinier musste deshalb in Naumburg deutlich länger auf die Platte, als geplant und als in den letzten Spielen des alten Jahres der Fall.

Zumindest in der Anfangsphase konnten die Freiberger dem HC Burgenland Paroli bieten. Nach 25 Minuten stand es nur 11:13 aus Sicht der Gäste. Allerdings fing sich die HSG vor der Pause noch einen Sechs-Tore-Rückstand ein. Dennoch habe die Mannschaft bis dahin die Vorgaben in der Deckung gut umgesetzt, so Matschos, obwohl die Naumburger dank ihrer individuellen Klasse oft erfolgreich zum Abschluss kamen. "Burgenland ist natürlich auch keine Laufkundschaft."

Im Angriff mussten sich die Gäste von Beginn an jedes Tor hart erarbeiten. Dabei habe man früh viele Körner gelassen, sagte Matschos. Wenn dann auch Spieler wie Felix Kempe oder Martin Schettler einen schwächeren Tag erwischen, fehlen momentan einfach die personellen Alternativen im Rückraum.

So kam es, wie es kommen musste. Die HSG-Dachse rieben sich im Angriff immer mehr auf, was zu vielen erzwungenen Abschlüssen und technischen Fehlern führte. Das nutzten die Gastgeber um den überragenden David Heinig (13 Tore) immer wieder zu Gegenstößen und zur vorzeitigen Spielentscheidung. Trotz aller Enttäuschung - die Freiberger waren nach sieben Spielen ohne Niederlage mit einigen Erwartungen zum Spitzenspiel gefahren - hakte Trainer Matschos die Partie schnell ab. "Es bringt ja nichts - wir müssen nach vorn blicken."

Dort wartet jedoch das nächste Schwergewicht: Am Samstag läuft der Tabellendritte HSV Bad Blankenburg in der Ernst-Grube-Halle auf. Der ehemalige Drittligist hatte die Freiberger im Hinspiel 28:24 bezwungen. Mit 15:15 Punkten rutschte die HSG auf Platz 6 ab.

Die Spielpause habe nicht gut getan, sagte HSG-Geschäftsführer Stefan Lange - obwohl die Spieler die drei Wochen ohne Handball über Weihnachten natürlich herbeigesehnt hätten. "Aber wir kommen jedes Mal nur ganz schwer wieder in unseren Rhythmus."

StatistikHSG Freiberg: Hensel, Renzing; Lehmann (1), Wolf (4), Schettler (2), Kempe (9/6), Matschos, Harvan, Rabe (2), Gelnar (1), Rom (7), Jehmlich Siebenmeter: HSG 6/6, HCB 0 - Zeitstrafen: HSG 8, HCB 4 min - Zuschauer: 200

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