HSG: Mit Schwung und Ruhe

Die Freiberger Oberliga-Handballer gehen morgen erneut auf Reisen. In Halle will ein Youngster mithelfen, dass endlich der erste Saisonsieg gelingt.

Freiberg.

Der Jüngste war zu Beginn gleich forsch vorangegangen: Im ersten Spiel der Saison gegen den HSV Apolda hatte HSG-Trainer Jiri Tancos Matej Harvan als Rückraum-Regisseur aufs Feld geschickt, und der 18-Jährige hatte sich in den ersten Minuten auch gleich viermal in die Torschützenliste eingetragen. Ein verworfener Siebenmeter brachte den jungen Rechtshänder etwas aus der Bahn - dennoch wurde bereits klar, dass vom jungen Tschechen (und seinem gleichaltrigen Landsmann Dominik Balin) in der neuen Serie einiges zu erwarten ist.

"Matej ist wirklich ein großes Talent. Er agiert sehr intelligent und kann das Spiel organisieren", lobt Freibergs Co-Trainer Andreas Tietze. Die Nominierung für die Rückraummitte zum Saisonstart habe er sich durch seine Trainingsleistungen absolut verdient. Viermal pro Woche kommt der Sportgymnasiast aus Most nach der Schule gemeinsam mit Dominik Balin und Trainer Jiri Tancos die knapp 70Kilometer über den Erzgebirgskamm. Der junge Rückraumspieler, der als Lieblingsspieler die Franzosen Nikola Karabatic und Kentin Mahé nennt, trainiert fleißig und zielgerichtet und sei zudem sehr selbstkritisch, sagt Tietze. "Mit seiner 2. Halbzeit gegen Apolda war Matej selbst überhaupt nicht zufrieden." Für junge Spieler - Harvan und Balin - könnten auch in dieser Saison noch in der A-Jugend spielen - seien solch kleine Leistungsschwankungen aber normal, sagt der langjährige Übungsleiter.

Zudem stand die sportliche Karriere des jungen Tschechen, der im Alter von zehn Jahren mit dem Handball begann, vor kurzem auf der Kippe: Nach einem Zusammenprall war eine Blutung im Oberschenkel aufgetreten, die eine Notoperation erforderlich gemacht hatte. Obwohl alles erst ein halbes Jahr her ist, erinnert nicht viel mehr als eine 30 Zentimeter lange Narbe daran. Matej sei schon wieder ganz der Alte, so Tietze schmunzelnd - wenn man das über einen 18-Jährigen sagen kann.

Im Vorjahr bestritt Harvan bis zu seiner Verletzung fünf Partien für die HSG-Männer. Gegen den USV Halle, nächster Gegner der HSG in der Mitteldeutschen Oberliga, hat der junge Rechtshänder, der als großes Ziel die 2. Bundesliga hat, noch nicht gespielt. Die Aufgabe werde auf jeden Fall schwer, weiß auch Harvan. Alle hoffen trotzdem, dass endlich der erste Saisonsieg gelingt. Die Mannschaft müsse trotz der bitteren Niederlage in Zwickau (22:25) die Ruhe bewahren. Er selbst sei manchmal auch zu emotional, erzählt Matej Harvan, der sich im Moment auch auf sein Abitur konzentrieren muss. Nächstes Jahr würde das Talent aus Most gern an der Bergakademie studieren - und natürlich weiter bei der HSG spielen. "Ich bin sehr zufrieden hier."

Der morgige Gegner der Freiberger ist in der neuen Saison im Gegensatz zu den HSG-Dachsen mit 3:1 Punkten gut aus den Startlöchern gekommen. Zuhause hatten die Hallenser Aufsteiger Grubenlampe Zwickau heimgeleuchtet (27:22), in der Vorwoche erkämpfte der USV beim Vorjahresvierten Plauen-Oberlosa ein 31:31. Die HSG war in der alten Saison ebenfalls am 3. Spieltag in Halle zu Gast - allerdings mit mäßigem Erfolg (20:24). Im Rückspiel konnten die Saalestädter aber mit 33:28 niedergerungen werden.

Keisuke Inamoto, verletzter Torhüter der HSG, kann seine Teamkollegen in der nächsten Zeit übrigens nicht von der Bank aus anfeuern. Der 31-jährige Japaner fliegt heute in seine Heimat, um sich dort einer Kreuzband-Operation zu unterziehen. Auch die anschließenden Reha-Maßnahmen erfolgen in Japan, so HSG-Geschäftsführer Stefan Lange. Ende März wird der Keeper dann in Freiberg zurückerwartet.

Mitteldeutsche Oberliga 3. Spieltag Sa., 19 Uhr: USV Halle - HSG Freiberg (Sporthalle im Bildungszentrum Halle-Neustadt)

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