HSG-Oldie sagt erneut Servus

Für Torwart Gerd Vogel ist das letzte Heimspiel der HSG in dieser Oberliga-Saison auch das letzte im Freiberger Trikot. Ein Nachfolger steht längst in den Startlöchern.

Freiberg.

Wehmütig ist Gerd Vogel im Moment nicht zumute. "Aber das kommt sicher noch - obwohl ich ja eigentlich Erfahrung damit habe", sagt der langjährige Torhüter der HSG-Handballer und schmunzelt. Am Sonnabend, beim letzten Spiel der Saison gegen den HC Einheit Plauen, wird Vogel zum letzten Mal im Oberliga-Gehäuse der Freiberger stehen. Vor vier Jahren hatte der damals 32-Jährige schon einmal Abschied genommen - war aber in dieser Saison reaktiviert worden und mit ein Garant dafür, dass die Freiberger sich als Dritte aus der Saison verabschieden werden.

"Das ist ein Riesenerfolg für den Verein und ein schöner Zeitpunkt, nun wirklich aufzuhören", sagt Vogel. Zwar habe er noch ein bisschen auf Rang 2 und damit seine beste Platzierung in der Oberliga gehofft (2010/11 stand mit 37:15 Punkten ebenfalls Platz 3 zu Buche). Aber nach dem Start mit 2:6 Punkten glänze die Bronzemedaille, die die HSG-Männer am Samstag erhalten, zumindest silbern, so der Keeper.

2014/15, als der langjährige Torhüter der HSG seine Laufbahn offiziell beendet hatte, sei ihm alles erst viel später richtig bewusst geworden, erzählt Gerd Vogel. Diesmal habe er schon ein etwas komisches Gefühl, gesteht der 36-Jährige. "Es war eine tolle Saison mit einer tollen Mannschaft. Die Jungs werden mir fehlen." Seine Entscheidung stehe aber fest: Er möchte mehr Zeit für die Familie und seine beiden Kinder Noah (4) und Thea (1), so der zweifache Papa. "Und die Knochen haben sich auch schon gemeldet."

Mehr als 350 Spiele hat der gebürtige Lommatzscher, der 2001 als 19-Jähriger vom SHV Oschatz kam, in Liga vier absolviert. In der Ober- liga Sachsen feierte er 2005/06 mit der HSG sowohl den Meistertitel (vor Einheit Plauen, LVB und Pirna) als auch den Pokalsieg (36:31 gegen Hoyerswerda). In dieser Saison stand Vogel am 6. Spieltag erstmals wieder auf dem Protokoll, als nach Keisuke Inamoto auch Dominik Balin kurzfristig ausgefallen war. Mit dem Oldie als zusätzlichem Rückhalt setzte die HSG zum Höhenflug an, feierte zwischenzeitlich sieben Siege in Folge. Vor dem Saisonfinale gegen den Vorletzten Plauen (13./ 13:37 Punkte) sind die Freiberger (3./35:15) ebenfalls schon wieder seit sieben Partien ungeschlagen.

Und natürlich wollen sich die HSG-Männer mit einem Erfolg von ihren Fans sowie Trainer Jiri Tancos, der in seine tschechische Heimat zurückkehrt verabschieden. "Dann hätten wir wieder 37 Punkte, das wäre schon super", sagt Gerd Vogel. Ernsthafte Zweifel daran hat der "Oldie" nicht. "Auf die Jungs war diese Saison stets Verlass." Ob er selbst nochmals glänzen kann, weiß er dabei gar nicht so genau. Denn beim 30:23 in Aschersleben habe Dominik Balin eine bärenstarke Leistung abgeliefert und werde sicher im letzten Spiel beginnen. Der 19-Jährige sei ein Riesentalent, sodass sich bei der HSG auf der Torhüterposition auch künftig niemand Sorgen machen muss, so der erfahrene Keeper. "Mal sehen, ob ich überhaupt noch mal rein darf", schmunzelt er.

Aber auch um die Getränke für seine Abschiedsfeier braucht sich Gerd Vogel keine Gedanken zu machen. Das Freiberger Brauhaus präsentiert den letzten Spieltag der Saison und wird für jedes Tor der Partie zehn Liter Bier spendieren, sagt HSG-Manager Stefan Lange. 100Liter davon werden als Freibier ausgeschenkt.


Dachse-Cup und Freibier

Anwurf 19 Uhr: Da die Partien an den letzten beiden Spieltagen der Mitteldeutschen Oberliga zeitgleich angepfiffen werden, müssen die HSG-Fans am Samstag eine Stunde früher als sonst ihre Plätze in der Ernst-Grube-Halle einnehmen. Zuvor gibt es verschiedene Ehrungen.

Dachse-Cup: Rund um das letzte Heimspiel der HSG-Männer ist auch der Nachwuchs wieder am Ball. 9 Uhr empfängt die F-Jugend Gäste aus Weißenborn und Niederwiesa zum Dachse-Cup, ab 11 Uhr kämpfen zwei Freiberger E-Jugend-Teams mit dem SC DHfK Leipzig, dem TSV Dresden-Bühlau sowie zwei Teams der NSG Nordwest Dresden um den Turniersieg.

Catering: Ab 15 Uhr erwartet die Zuschauer Gegrilltes und Gezapftes. Die Abendkasse öffnet 17.30 Uhr. Nach dem Abpfiff der Partie gegen Plauen erfolgt die Übergabe der Bronzemedaillen durch den MHV, anschließend wollen Spieler, Verantwortliche und Fans gemeinsam feiern. Dabei warten auch 100 Liter Freibier.

Neuzugang: Mit Martin Rom (21) steht der dritte HSG-Neuzugang fest. Der Kreisspieler aus Pilsen hat zuletzt in der 2.Liga Tschechiens gespielt und unterschrieb für drei Jahre. (sb)

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