Im Stil einer Spitzenmannschaft

Die Freiberger Oberligahandballer haben bei der SG Pirna/Heidenau mit 25:22 gewonnen. Die meisten Treffer erzielte der "Reiseleiter" - und ein weiteres Eigengewächs bleibt dem Verein treu.

Freiberg.

Dieses Mal war wieder Benedikt Bayer dran. Der Linksaußen der HSG Freiberg ergriff am Samstag kurz vor der Ankunft in Pirna das Wort, um seinen Teamgefährten im Bus fundierte Infos zur Stadt und zur Mannschaft der Gastgeber mit einem launigen Vortrag kundzutun. "Das haben wir zu Beginn der Saison eingeführt, Dominik Gelnar und ich wechseln uns damit ab", sagt der junge "Reiseleiter", der als Spaßvogel in der Truppe gilt. Wenig später zeigte der einstige Junioren-Nationalspieler, dass er nicht nur mit dem Mundwerk gut arbeiten kann. Beim 25:22-Auswärtssieg war Bayer mit zehn Treffern bester Torschütze der Freiberger.

Nach den begeisternden Heimerfolgen gegen die Topteams der Liga aus Plauen und Dresden war es der dritte Sieg in Folge für die Dachse, die damit Rang vier in der Tabelle der Mitteldeutschen Oberliga festigten. Nur noch vier Punkte sind es bis zur Spitze, in den letzten Spielen der Saison kann es für die HSG also noch weiter nach oben gehen. Von Aufstieg redet bei den Freibergern allerdings niemand, vielmehr wird hinter den Kulissen weiter an einer schlagkräftigen Mannschaft für die kommende Oberligasaison gebastelt. "Und wir sind dort auf einem sehr guten Weg, fast alle Spieler haben neue Verträge unterzeichnet", sagt HSG-Geschäftsführer Stefan Lange. Lediglich Jan Mojzis und Benedikt Bayer werden den Verein wohl verlassen - Verträge bei anderen Vereinen haben allerdings beide noch nicht unterschrieben.

Am Tag vor dem Spiel in Pirna verlängerte dafür ein Eigengewächs der Freiberger seinen Vertrag per Handschlag: Kreisläufer Felix Lehmann bleibt der HSG treu. "Ich musste da nicht lange überlegen, denn es macht extrem viel Spaß, mit dieser Truppe zu trainieren und zu spielen", sagt der 23-Jährige, der seit der 2. Klasse Handball spielt. Gemeinsam mit Jens Tieken, Björn Richter und Nico Werner gehörte "Flex", wie Lehmann genannt wird, zur erfolgreichen Generation der Dachse, die im Juniorenbereich für Furore sorgte und sogar in der Bundesliga spielte. In der aktuellen Saison stand er eher selten auf der Platte, denn mit Mojzis gibt es einen starken Konkurrenten auf der Kreisläuferposition. "Wenn Jan den Verein verlässt, wird ganz sicher ein Ersatz geholt, denn jede Position muss doppelt besetzt sein", sagt Lehmann, der mit seinem Reservistendasein nie gehadert hat. "Natürlich spielt man lieber, aber auch so macht es Spaß mit der Mannschaft. Es läuft ja", sagt der junge Handballer, der Grundschullehrer werden will und derzeit ein Referendariat an einer Freiberger Schule absolviert. "Das ist sehr zeitaufwendig, weshalb ich auch mit dem Training kürzer treten muss", sagt Lehmann, der zukünftig Kinder in Sport, Deutsch, Mathematik und Sachunterricht schlauer und fitter machen will. "Das ist mein Traumjob."

Einen guten Job hat Lehmann auch in Pirna erledigt, wo er dieses Mal von Trainer Jiri Tancos viel Spielzeit bekam und ein Tor zum Sieg beisteuerte. Nach einer durchwachsenen und umkämpften ersten Halbzeit, die mit 15:13 an die Gastgeber ging, zeigten die Freiberger vor knapp 100 mitgereisten Fans, dass sie in den vergangenen Wochen gereift sind. Die HSG trat wie eine Spitzenmannschaft auf, die Spieler behielten die Ruhe und drückten dem Spiel den eigenen Stempel auf. Beim 15:16 (34.) lagen sie letztmals hinten, anschließend warfen sie einen verdienten Sieg heraus. "Vor ein paar Wochen hätten wir nach der ersten Halbzeit die Nerven und auch das Spiel verloren", sagte Alexander Matschos, der sechs Treffer erzielte.

Statistik HSG Freiberg: Vogel, Hensel; Bayer (10), Lehmann (1), Wolf, Neumann (1), Jahn (1), Richter (3), Matschos (6), Harvan, Gelnar (1), Tieken, Werner (1), Mojzis (1) - Siebenmeter: Pirna 5/4 - HSG 4/4; Zeitstrafen: Pirna 7; HSG 5 - Schiedsrichter: Bierhals/Priesing (SC Magdeburg)

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