In den Fluten und auf der Straße

Über 150 Teilnehmer haben gestern beim 28.Rochlitzer Bergtriathlon um gute Zeiten gekämpft. Für einige diente er sogar als Vorbereitung für höhere Aufgaben.

Rochlitz.

Das Team "Los Ganadores" - zu Deutsch "Die Gewinner" - mit Schwimmer Toni Arnold, Radfahrer Fabio Enrique Müller und Läufer Edward Ueberschär hat seinem Namen beim 28. Rochlitzer Bergtriathlon gestern alle Ehre gemacht. Im Staffel-Wettbewerb der Olympischen Distanz gewannen die Rochlitzer und Geringswalder tatsächlich und nutzten ihren Heimvorteil. Die mit Abstand jüngste der vier Staffeln, die auf der Olympischen Distanz aktiv waren, war damit auch die schnellste.

"Es war ein schönes Gefühl, hier als Erster der Konkurrenz einzulaufen und auf den letzten Metern von unseren Freunden begleitet zu werden", sagte der 17-jährige Edward, der sich seit drei Wochen gezielt auf den Bergtriathlon vorbereitet hat. "Und es war auch nötig, denn die Strecke hat es ganz schön in sich." Nun wolle er sich aber wieder verstärkt dem Fußball widmen, denn der Rochlitzer A-Jugend-Spieler will mit der SpG Königshain-Wiederau/Rochlitz noch viele Punkte sammeln.

Besonders die Schwimmer wurden gestern in der Sandgrube Biesern vor einige Herausforderungen gestellt. Aufgrund des dichten Algenbewuchses war das Vorankommen im Wasser schwierig. "Teilweise habe ich gedacht, dass jemand von unten zieht", sagte Katja Göbel von der Rochlitzer Wasserwacht, die den Bergtriathlon zur Vorbereitung auf eine Teilnahme am Ironman in Frankfurt im Jahr 2020 nutzte. "Das Schwimmen ist nicht meine Paradedisziplin, aber auf dem Rad war ich dann 20 Minuten schneller als erwartet", so die 43-jährige Milkauerin, die über die Sprintdistanz an den Start ging. Insgesamt blieb sie deutlich unter der Zwei-Stunden-Marke, die sie sich zum Ziel gesetzt hatte. Ihre Kollegin von der Rochlitzer Wasserwacht, Katarina Schlick, war etwas schneller. Aber auch für sie war es hart. "Es war eine tolle Erfahrung, das Rennen hier gemeistert zu haben", sagte die Physiotherapeutin.

Für Maik Eisleben von der SG Adelsberg war der gestrige Rochlitzer Bergtriathlon sogar ein kleines Jubiläum. "Vor zehn Jahren bin ich hier das erste Mal gestartet, damals noch auf der Halbdistanz", erinnerte sich der 34-Jährige. Nachdem er 2017 den Sieg über die Sprintdistanz knapp verpasste, klappte es gestern. "Ich bin zwar nicht als Erster aus dem Wasser gekommen, aber meine Stärken liegen ohnehin im Radfahren und Laufen", sagt er. Die vielen Wasserpflanzen in der Sandgrube Biesern haben ihn nicht gestört. "Ich war vor sechs Wochen schon einmal dort schwimmen und wusste daher, was mich erwartet. Man ist oft mit den Algen in Kontakt, darf sich aber nicht irritieren lassen." Eisleben nutzte den Bergtriathlon zum Abtrainieren. "Die Hauptsaison ist bei mir vorbei", so der Athlet, der in der Triathlon-Regionalliga startet. Da in Rochlitz ein interner Wettkampf der Landesliga integriert war, reisten auch viele Teilnehmer von außerhalb an.

"Wir können mit über 150 Sportlern überaus zufrieden sein", sagte der Rochlitzer Oberbürgermeister Frank Dehne. Wichtig sei vor allem gewesen, dass auf der Radstrecke keine Unfälle passiert seien. Allerdings habe er sich bei den zwei Bergläufen sowie dem "Swim&Run" mehr Resonanz erwünscht. "Wir werden diese drei Läufe im kommenden Jahr höchstwahrscheinlich nicht im Angebot haben, sondern uns dann wohl komplett auf den Triathlon fokussieren", so Dehne.

Für einen Mittelsachsen war der gestrige Bergtriathlon die Generalprobe für einen ganz großen Höhepunkt: Alexander Henker vom TSV Freiberg nutzte die Veranstaltung gestern, um seine Form für den Ironman auf Hawaii im Oktober zu erhalten. "Ich bin zufrieden mit meiner Leistung und muss nun bis dahin vor allem gesund bleiben", sagte der 60-Jährige.

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