In Sibirien gut orientiert

Der Freiberger Bernd Kohlschmidt war zum neunten Mal bei einer Weltmeisterschaft im Skiorientierungslauf dabei. Dabei gelang ihm im russischen Krasnojarsk die beste deutsche WM-Platzierung überhaupt.

Freiberg.

Auch der russische Winter hat seine Reize: Der Freiberger Bernd Kohlschmidt ist gerade aus dem sibirischen Krasnojarsk zurückgekehrt, wo bei besten Wintersportbedingungen die 22. Weltmeisterschaften im Skiorientierungslauf über die Bühne gingen. "Ein Super-Wettkampf", schwärmt der 37-Jährige, der 6000 Kilometer und sieben Flugstunden von der Heimat entfernt bereits seine neunten Welttitelkämpfe erlebte.

Die zudem seine bislang erfolgreichsten wurden: Zusammen mit Rieke Bruns - beide bildeten in Krasnojarsk die kleine deutsche Equipe im Feld der 22 Nationen - lief Kohlschmidt in der Mixed-Staffel auf den 11. Platz. Im Sprint reichte ein gutes Rennen des Freibergers dann zum 43.Platz unter den 55 Startern der Herren-Elite. Über die Mitteldistanz gelang Kohlschmidt ein sehr guter Wettkampf und Platz 30. So gut habe er zuletzt bei den Weltmeisterschaften 2004 und 2005 abgeschnitten, freut sich der Betriebswirtschaftler, der seit mehr als 15 Jahren zur deutschen Spitze im Skiorientierungslauf gehört.

Doch es sollte noch besser kommen für den 18-fachen Deutschen Meister: Als letztes Rennen stand der Massenstart über die Langstrecke auf dem WM-Programm. Auf den vier Runden hatten die Aktiven 49Posten anzulaufen. "Das waren fast 50 Kilometer mit 1000 Höhenmetern auf größtenteils eisigen Spuren", berichtet Kohlschmidt. Er ging zusammen mit einem Österreicher auf die letzte Runde und konnte noch acht Läufer überholen. In der Endabrechnung stand dann Platz 20 zu Buche - "und damit die beste WM-Platzierung überhaupt in der Geschichte des deutschen Skiorientierungslaufs", strahlt der Freiberger, der seit vier Jahren auch für die deutsche Nationalmannschaft im Skiorientierungslauf verantwortlich ist.

Es war der krönende Abschluss einer Saison, in der der 37-Jährige zuvor seinen 18. nationalen Meistertitel gewann und zudem in Klingenthal einen Lauf der Weltrangliste und ein Rennen der Deutschen Meisterschaft ausgerichtet hatte. Die WM in Sibirien war zugleich ein Test für die Winteruniversiade 2019, die ebenfalls in Krasnojarsk stattfindet. Die russischen Veranstalter hätten fantastische Rennen organisiert, so Bernd Kohlschmidt, die sogar live im Fernsehen übertragen wurden. Der ganze Aufwand - die beiden deutschen Starter mussten fast die gesamten Kosten aus eigener Tasche bestreiten - habe sich mehr als gelohnt, sagt der Freiberger. "Das waren olympische Bedingungen."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...