Junge Dame gerüstet für WM in Chile

Karate: Wettkampf von Protesten überschattet

Rochlitz.

Karatekämpferin Michelle Süß (Foto), die beim Rochlitzer Karatestützpunkt trainiert, steht vor ihrem ersten Wettkampftag bei der Weltmeisterschaft in Chile. Für die 17-jährige Chemnitzerin geht damit ein Kindheitstraum in Erfüllung. Als sie mit Karate begann, träumte sie davon, als Athletin für Deutschland bei einer Karate-WM anzutreten. Diesen Freitag wird aus dem Traum nun Realität.

Seit Michelle Süß und das deutsche Nationalteam am vergangenen Wochenende in Chile eintrafen und in der Hauptstadt Santiago Quartier bezogen, überschlagen sich jedoch die Ereignisse in dem südamerikanischen Staat, drohte sogar ein Ausfall der WM. In Santiago gibt es seit fast einer Woche Massenproteste gegen die soziale Ungleichheit im Land. "Da die Lage in der Stadt weiterhin problematisch ist, wurden wir vom Flughafen direkt zu unserem Hotel gefahren und dürfen uns seitdem nicht außerhalb des Gebäudes bewegen", berichtet Michelle Süß. Die Versorgung der Athleten sei aber perfekt geregelt. "Nun nutze ich die freie Zeit für zusätzliches Training und Regeneration."

Lange stand auf der Kippe, ob die Weltmeisterschaft unter diesen Bedingungen überhaupt stattfindet. Die Verantwortlichen haben sich aber dafür entschieden, die Veranstaltung unter hohen Vorsichtsmaßnahmen durchzuführen. Michelle müsse nun versuchen, diese psychische Belastung auszublenden und sich auf ihre Kämpfe konzentrieren, sagt ihr Stützpunkttrainer Ralf Ziezio. Süß bleibt optimistisch: "Durch die gute Vorbereitung der letzten zwei Wochen konnte ich mich noch einmal steigern. Ich bin gespannt auf den großen Wettkampftag." Ihr Vater ist ebenfalls in Santiago vor Ort und wird mitfiebern. (zio/erba)

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