Junge Dame macht künftig im Vogtland große Sprünge

Skispringerin Lia Böhme aus Dittersbach trainiert jetzt am Bundesstützpunkt in Klingenthal. Dort nimmt sie ein ehemaliger Weltklassespringer unter seine Fittiche.

Frauenstein/Dittersbach.

Auch für Lia Böhme hat in dieser Woche planmäßig die Schule wieder begonnen. Für die 13-Jährige aus dem Frauensteiner Ortsteil Dittersbach startete nach den Ferien aber zugleich ein ganz neuer Lebensabschnitt - sowohl schulisch als auch sportlich: Die junge Skispringerin lernt und trainiert seit Montag an der Eliteschule des Sports in Klingenthal, dem Bundesstützpunkt für die Spezialspringerinnen.

"Das war mein Traum", freut sich Lia Böhme. Bereits mit sechs Jahren habe sie mit dem Skispringen begonnen. Es sei ein langer und auch steiniger Weg bis zum großen Ziel gewesen, sagt Vater Oliver Böhme, der selbst noch aktiv auf den Schanzen unterwegs ist und im vergangenen Winter unter anderem Silber und Bronze bei der Senioren-WM gewann. Die anderen Seniorenspringer beim SV Blau-Weiß Dittersbach hätten seine Tochter stets unterstützt und ihr zur Seite gestanden, "wenn ich bei Wettkämpfen unterwegs war", sagt der 40 Jahre alte ehemalige Leistungssportler, der zweimal als Vorspringer für die Vierschanzentournee nominiert wurde.

Auch Lia Böhme möchte künftig noch größere Sprünge machen. Dabei flog die Siebtklässlerin schon von einer 60-Meter-Schanze. In der Gesamtwertung des Deutschen Schülercups landete sie in der Saison 2017/18 auf Platz 5, in Einzelspringen hatte sie zweimal als Vierte das Podest knapp verpasst. Bei den Landesjugendspielen in Oberwiesenthal durfte Lia dann aber über Platz 1 jubeln, während sie bei den Sachsenmeisterschaften in Geyer "nur" Dritte der AK 13 wurde.

"Da hatte sie nicht ihren allerbesten Tag erwischt", sagt Achim Schaale und schmunzelt. Schaale ist Skisprung-Regionaltrainer und betreut die junge Springerin aus Dittersbach bereits seit fünf Jahren. In Zschopau, wo der 52-jährige Falkenauer die Skisprungtalente aus dem Erzgebirge trainiert, war Lia Böhme regelmäßig dabei. Künftig geht die Dittersbacherin bei Wettkämpfen auch für den SV Zschopau in die Anlaufspur, freut sich Schaale.

Trainieren wird Lia Böhme aber vor allem in Klingenthal. Stützpunktrainer Henry Glaß, ehemaliger Olympia- und WM-Medaillengewinner, hatte das Talent bereits im vergangenen Jahr mit zum Ladies-Camp nach Oberstdorf, einem Trainingslager für ausgewählte Kadersportler, genommen. Glaß holte bei Olympia 1976 in Innsbruck Bronze auf der Großschanze, bei der WM 1978 in Lahti wurde er Zweiter auf der Normalschanze. Der zweifache DDR-Meister war in den 1990er Jahren auch Co-Trainer der deutschen Skisprung-Nationalmannschaft.

Der Wechsel ins Vogtland sei logisch, sagt Schaale. "Leistungssport und Schule zu koordinieren - das geht nur an einem großen Stützpunkt." Und neben dem umfangreicheren Athletikprogramm gebe es natürlich viel bessere Voraussetzungen für das Techniktraining. In Klingenthal trainieren die sächsischen Talente unter anderem auf den Vogtlandschanzen in Mühlleithen.

Der Regionaltrainer hält große Stücke auf die junge Sportlerin. "Sie ist mutig und bringt beste körperliche Voraussetzungen mit." Lia sei ein Ausnahmetalent, trainiere sehr ehrgeizig, "manchmal sogar einen Sprung zu ehrgeizig", so Schaale schmunzelnd über die Athletin, die seit 2016 zum D-Kader des Skiverbandes Sachsen gehört.

In den vergangenen Wochen hatte Lia Böhme ihre Sprungski schon wieder hervorgeholt. Seit Anfang Juli standen Athletiktraining, mehrere Sommerwettkämpfe und Lehrgänge im slowenischen Planica sowie im österreichischen Villach auf dem Ferienprogramm. "Wir haben die sechs Wochen komplett durchtrainiert", sagt Schaale. Denn im September beginnt bereits die neue Wettkampfserie des Schülercups. Dabei startet die 13-Jährige - nach Lucas Glaser aus Frauenstein das zweite Skisprungtalent des SV Dittersbach an einer Sportschule - bereits in der Altersklasse14.

Es gibt aber nicht nur Erfolgsmeldungen bei den Skisprung-Talenten. "Wir suchen händeringend Nachwuchs", sagt Schaale, vor allem in der Altersklasse 6 bis 8 Jahre. In der zwölfköpfigen Trainingsgruppe in Zschopau gebe es aktuell nur vier Sportler in diesem Altersbereich. Deshalb habe man auch die Zusammenarbeit mit den Schulen intensiviert, so der Regionaltrainer. "Wer Interesse am Skispringen hat, ist jederzeit herzlich willkommen."

www.sv-zschopau.de

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