Junge Sportler wollen im Vogeltal flügge werden

Die Motorsportler des MC Flöha investieren weiter in die Nachwuchsarbeit. Dabei helfen auch zwei ältere Haudegen mit.

Flöha.

Einen Motorsportclub bringt fast jeder mit Fahrzeugen in Verbindung, die mit mehr oder weniger PS-starken Aggregaten angetrieben werden. Während der Stippvisite, die der Kreissportbund Mittelsachsen auf seiner Sommertour beim MC Flöha machte, sah KSB-Geschäftsführer Benjamin Kahlert aber vor allem viele Kinder, die mit einem Helm ausgestattet auf dem Sattel eines Fahrrades saßen und die Motocross-Strecke mit Muskelkraft bewältigten. MC-Chef Rico Näther machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass es sich dabei nicht um ein neues Sparprogramm handelt, sondern Teil des Kindertrainings ist. Das wird von den beiden Ex-Piloten Markus Barthel und Marcus Kehr immer donnerstags auf dem Clubgelände im Vogeltal Flöha geleitet.

"Auf dem Fahrrad können die Kids lernen, mit der Geschwindigkeit umzugehen, die richtige Körperhaltung einzunehmen und auch mal mutig auf zwei Rädern im Gelände unterwegs zu sein", sagt Näther. Auf dem Fahrrad können sie testen, ob Motorsport im Gelände etwas für sie sein könnte. Das unterstreicht Barthel. "Die Anfänger sollen sich bei geringen Geschwindigkeiten an sicheres und kraftsparendes Fahren gewöhnen, sich mit der Technik vertraut machen und die Grundlagen lernen", erläutert der ehemalige Enduro-Vizeeuropameister. Die kleinen Einsteiger beginnen in der Regel auf dem Fahrrad, erst dann gehe es auf die Maschine. "Bei den Fortgeschrittenen geht es schon etwas zügiger zur Sache", so Barthel, der früher auch bei den internationalen Six-Days erfolgreich war.

Für den Flöhaer Vereinschef ist es enorm wichtig, in die Nachwuchsarbeit zu investieren. "Schließlich wollen wir unseren Sport auch in ein paar Jahren noch gemeinsam betreiben können. Dafür sind neue und vor allem junge Mitstreiter wichtig", erklärt Näther im Gespräch mit KSB-Geschäftsführer Kahlert. Bezüglich der Mitgliederentwicklung kann der MC Flöha aktuell nicht klagen. Trotz Corona und der damit verbundenen Absage von sämtlichen Rennen bislang stieg die Anzahl gegenüber dem Jahresbeginn um reichlich 20 auf jetzt mehr als 120 Mitglieder. Positiv dürfte sich auch auswirken, dass die Flöhaer Motorsportfreunde eine Kooperation mit dem MC Bannewitz eingingen. Die Truppe aus dem Raum Dresden habe keine eigene Strecke mehr und suchte nach einer Alternative, so Näther. "Wir haben den Sportlern die Möglichkeit eingeräumt, bei uns zu fahren. Im Gegenzug packen sie im Verein mit an."

Allerdings ist der sportliche Himmel in Zeiten von Corona auch im Flöhaer Vogeltal alles andere als heiter. Denn die bei Hobbyfahrern beliebte Flöha-Pokal-Serie muss ausfallen. "Durch die Pandemie-Beschränkungen war es bisher nicht möglich, Wettkämpfe durchzuführen. Deshalb haben sich alle Beteiligten für eine Komplettabsage entschieden", erklärt der MC-Vorsitzende.

Allerdings gibt es Hoffnung, dass in diesem Jahr neben dem jetzt wieder erlaubten Training im Vogeltal auch noch einmal um den Sieg in einem Rennen gefahren wird. "Wir haben vor, im September eine Klubmeisterschaft auszutragen, bei der vor allem der Nachwuchs im Vordergrund stehen soll", blickt Näther voraus.

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.