Junger Schmetterling wird flügge

Kristin Bergmann vom ATSV Freiberg hat beim Schwimmländerkampf in Berlin dreimal Gold gewonnen. Auch in den deutschen Bestenlisten ist die Elfjährige weit vorn.

Freiberg.

Steffen Aust hatte natürlich auch ganz fest die Daumen gedrückt. "Wir haben alle mit Kristin mitgefiebert", sagt der Schwimm-Abteilungsleiter des ATSV Freiberg. Die elfjährige Kristin Bergmann aus seinem Verein war in diesem Jahr für den Zehn-Ländervergleich im Schwimmen in Berlin nominiert worden - und avancierte dort sogar zur erfolgreichsten Starterin: Über drei Strecken (100 m Schmetterling, 100 m Rücken und 200 m Lagen) schlug die junge Freibergerin als Erste an, über 100 m Freistil wurde sie Zweite. Eine Bronzemedaille mit der Staffel über 12 x 50 m Freistil rundete den starken Auftritt ab.

"Das war ein echtes Mammutprogramm", sagt ATSV-Trainerin Birgit Weßolowski. "Und sie hat es in überragender Manier gemeistert." Beim Wettkampf in der Hauptstadt waren die besten Aktiven der Jahrgänge 2006 bis 2010 aus den Landesverbänden Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein am Start. Mit 82 Zählern war Kristin Bergmann am Ende zweitbeste Schwimmerin in ihrem Jahrgang 2008 und hatte großen Anteil am 2.Platz des sächsischen Teams in der Länderkampfwertung. Sachsen musste dabei mit 878 Punkten nur Nordrhein-Westfalen (891) den Vortritt lassen, konnte Gastgeber Berlin (834) aber klar distanzieren. Sophie Biscop (9) vom SSV 90 war als zweite Freiberger Schwimmerin für die sächsische Auswahl nominiert worden. Sie wurde zweimal Fünfte über 50 m Freistil und Schmetterling.

Für Kristin Bergmann war es in diesem Jahr der dritte ganz große Wettkampf nach dem internationalen Meeting im dänischen Esbjerg, wo sie achtmal als Erste anschlug, und den deutschen Mehrkampfmeisterschaften der AK 11 in Dortmund, als sie Bronze gewann. Der Länderkampf in Berlin sei aber ihr bislang schönster Wettkampf gewesen, sagt die Elfjährige - trotz des großen Pensums mit fünf Rennen in knapp drei Stunden. "Mit dreimal Gold habe ich wirklich nicht gerechnet", sagt Kristin. Sie war zwar schon zweimal für diesen Länderkampf nominiert worden, bislang stand aber "nur" eine Silbermedaille zu Buche. "Ich bin sehr, sehr glücklich."

Ein hartes Programm ist die Sportschülerin übrigens gewohnt: Am Sportgymnasium Chemnitz, das sie seit der 5.Klasse besucht, trainiert sie täglich. "Montag und Donnerstag trainieren wir auch vor der Schule von 7.30 bis 9 Uhr", erzählt Kristin. Dienstags kommt noch eine Athletikeinheit dazu. "Trotzdem macht es ganz viel Spaß hier", so die junge Schwimmerin.

Eine Lieblingsstrecke habe sie nicht, sagt Kristin Bergmann. Sie mag jedoch vor allem die Freistil- und Rückenstrecken. Eine Spezialisierung gibt es erst ab dem nächsten Schuljahr, erklärt die Sechstklässlerin. In Berlin stellte Kristin Bergmann, die vor fünf Jahren bei Sandra Wolf mit dem Schwimmsport begann und bei Wettkämpfen weiterhin für den ATSV startet, vier persönliche Bestleistungen auf: über 100 m Schmetterling in 1:10,46, 100m Rücken in 1:12,29, 100 m Freistil in 1:04,43 und 200 m Lagen in 2:36,90 Minuten. "Das ist herausragend", staunt ihre Freiberger Trainerin Birgit Weßolowski. Manche der "Hausrekorde" waren noch nicht einmal ein halbes Jahr alt.

Auf der Schmetterlings-, Rücken- und Lagendistanz schwamm die junge Freibergerin zudem auf Platz 3 der deutschen Bestenliste ihrer Altersklasse. Über 100 m Rücken ist sie an Nummer 8 notiert. Trotzdem sieht Ralph Jandt, ihr Trainer am Stützpunkt in Chemnitz, noch etliche Reserven, "die in Zukunft großartige Leistungen von ihr erwarten lassen". Für ATSV-Schwimmchef Aust ist Kristin Bergmann ein Zugpferd für die ganze Abteilung. Mit Gründung der Wettkampfgruppe 2013 habe sich die Mitgliederzahl bereits mehr als verdoppelt - auf aktuell 74. "Wir sind stolz, dass die Grundlagen für Kristins Laufbahn in Freiberg gelegt wurden."

Ihr nächstes großes Ziel sind nun die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Mai, wieder in Berlin. Dort möchte sie eine Goldmedaille gewinnen, sagt Kristin Bergmann und lächelt: "Vielleicht ja auch mehrere." (mit bwe)

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