Karatekas greifen zum Schläger

Badminton-Spielerin Annika Schreiber aus Stollberg hat bei den Karate-Kämpfern von Rochlitz ausgeholfen. Zwischen den beiden Sportarten sehen die Teilnehmer einige Parallelen.

Rochlitz.

Wenn Karate-Sportler auf einem Fußballplatz trainieren, ist das durchaus ungewöhnlich. Aber für die Kämpfer des Karate-Do Rochlitz wurde es sogar noch interessanter: Eine ihrer Trainingseinheiten auf dem Rochlitzer Kunstrasen wurde von einer Badminton-Spielerin gestaltet. Annika Schreiber aus Stollberg brachte die Rochlitzer dabei ordentlich in Schwung.

Die 21-Jährige feilte mit den Karatekas unter anderem an der Beinarbeit und nutzte die Koordinationsleiter für technische Übungen. Natürlich flogen auch die Federbälle bei Partnerübungen durch die Luft. "Einige haben das schon ganz gut gemacht, besonders beim Jonglieren", sagt die Stollbergerin. Sie sieht einige Parallelen zwischen den beiden Sportarten. "Man muss vor allem flink auf den Beinen sein - auch wenn ich meine keineswegs so in die Höhe strecken kann wie die Sportler hier", sagt sie mit einem verschmitzten Lächeln.

Zustande gekommen ist der Kontakt über den Rochlitzer Vereinsvorsitzenden Ralf Ziezio, der in Stollberg ein Fitnessstudio betreibt. "Annika hat dort ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert und arbeitet noch ab und an für uns", erklärt Ziezio. "So entstand die Idee, dass sie einmal das Training leiten könnte." Hui Bui Tien, einer von Ziezios erfolgreichsten Schützlingen, fand die Einheit abwechslungsreich. "Besonders bei der Übung mit der schnellen Beinarbeit kann ich einiges mitnehmen, auch für meine eigene kleine Trainingsgruppe", sagt er. "Denn schnell müssen wir auf der Matte auch sein", so der mehrfache Teilnehmer an deutschen Meisterschaften.

Dass vor den Rochlitzern eine sehr erfolgreiche Badminton-Spielerin stand, dürften nur die wenigsten von ihnen gewusst haben. Annika Schreiber vom BC Stollberg-Niederdorf gewann bei den Junioren einige nationale Meistertitel, dazu Bronze bei der Junioren-EM. Höhepunkt ihrer Karriere war bislang die Teilnahme an der Junioren-Weltmeisterschaft in Peru 2015, wo sie mit dem deutschen Team auf Platz 12 kam. "Bei über 50Nationen war das ein gutes Ergebnis", so die 21-Jährige. Im Badminton geben die Asiaten, vor allem die Chinesen, den Ton an. "Gegen sie ist eigentlich kein Kraut gewachsen."

Beim BC Stollberg-Niederdorf ist Annika Schreiber noch als Trainerin aktiv. "Ich mache im Verein einiges - außer selbst für eine Mannschaft zu spielen", sagt sie mit einem Schmunzeln. Denn künftig geht sie für den SV Guts Muths Jena in der 1. Bundesliga auf Punktejagd, nachdem sie vergangene Saison beim Horner TV in Hamburg in der 2. Bundesliga am Netz stand. "Da ich in Chemnitz Pädagogik studiere, wollte ich wieder etwas näher an der Heimat sein", sagt die Stollbergerin, die seit 2015 durchweg außerhalb Sachsens unterwegs war. Damals wechselte sie an den Bundesstützpunkt nach Mülheim. Nach einer Armverletzung hat sie sich dann jedoch für ein Studium und gegen eine Profi-Karriere entschieden. Im Jenaer Team will sie aber dennoch alles in die Waagschale werfen, wobei die Thüringer den Klassenerhalt anpeilen.

Die Rochlitzer Karate-Kämpfer finden sich dagegen in diesen Tagen noch öfter im Vater-Jahn-Stadion ein. "In den vergangenen Wochen hatte jeder Sportler bei uns seinen eigenen Trainingsplan", sagt Trainer Ralf Ziezio. Der direkte Kontaktsport ist nach wie vor nur unter bestimmten Auflagen erlaubt und an Wettkämpfe nicht zu denken. "Wir hätten im Juni gern wieder die Kreis-Kinder- und Jugendspiele ausgerichtet. Vielleicht klappt es ja noch im Herbst damit."

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