Kicker lassen die Konsole links liegen

Mittelsachsens Fußballer verzichten aktuell auf die Teilnahme an E-Sport- Turnieren. Doch diese könnten künftig eine Nische besetzen.

Mittweida/Freiberg.

Runde eins beim E-Football-Turnier des Sächsischen Fußballverbandes (SFV), bei dem es um ein Ticket für den DFB-E-Pokal geht, ist am Sonntag abgeschlossen worden. Ein Spieler des Kreisverbandes Fußball Mittelsachsen hat es nicht in die zweite Runde geschafft - was allerdings ursächlich daran liegt, dass es diesmal keinen Teilnehmer aus der Region gab. Die Chancen, an E-Football-Turnieren teilzunehmen, soll es aber auch in Zukunft geben, und das nicht nur online.

Die laufende Qualifikation für den virtuellen DFB-Pokal war ursprünglich als Präsenzveranstaltung geplant. "Wir wollen solche Events eigentlich parallel zu sportlichen Großereignissen anbieten und das Ganze kooperativ aufziehen", erklärt Chris Rohde, der beim SFV Koordinator für den E-Football ist. Durch die Corona-Pandemie muss das Turnier, das bereits im Frühjahr 2020 in ähnlicher Form aufgezogen wurde, derzeit online stattfinden. "Das ist aber nicht der Grundgedanke. Es ist aktuell zwar schwierig zu planen, aber wir hoffen, dass wir dieses Jahr auch noch Turniere von Angesicht zu Angesicht veranstalten können", sagt der 38-Jährige.

Bei den Turnieren wird vorerst nur das Spiel "Fifa" im Vordergrund stehen. Andere Fußballsimulationen wie "Pro Evolution Soccer" oder das Autoball-Spiel "Rocket League" werden nicht angeboten, so Rohde. Der elektronische Fußball ist in den sächsischen Sportvereinen aber nur spärlich zu finden. In Mittelsachsen hatte bislang nur die Hochschule Mittweida ein E-Sport-Team. Dieses beschäftige sich aber weniger mit Sportsimulationen, so der SFV-Koordinator. Rohde will den Vereinen auch als Ansprechpartner dienen. Deshalb bietet der SFV am 19. und 21. Januar Onlineschulungen an, die zum Thema E-Football aufklären. "Wir wollen zeigen, wie viel Potenzial im fußballerischen Vergleich an der Konsole steckt und wie er das Vereinsleben aufwerten kann", erklärt Rohde. "Dabei weisen wir sowohl auf die Risiken hin, zeigen aber auch, wie die Klubs vom E-Football profitieren können und dass das Thema nicht als Konkurrenz zum traditionellen Sport gesehen werden muss", sagt der Funktionär, der auch für den Breitensport und für die Betreuung des DFB-Mobils beim SFV zuständig ist.

Perspektivisch könnte das Thema E-Sport auch bei kleinen Vereinen Einzug halten, denkt Andreas Schramm, der Präsident des Fußball-Kreisverbandes Mittelsachsen. "Aber dann sicherlich nicht so in der Breite wie der körperliche Fußball", so der 40-jährige Funktionär. "Das eigentliche Thema für uns ist die körperliche Ertüchtigung, aber durch Corona hält der E-Sport natürlich mehr und mehr Einzug." Es brauche regionale Initiatoren, die die Entwicklung vorantreiben, so der Kreisverbandschef. "So ähnlich ist es ja beim Futsal gewesen, bis der VfL Hohenstein-Ernstthal das für sich entdeckt und es inzwischen bis in die Champions League geschafft hat."

Einige mittelsächsische Kicker hatten im vorigen Jahr schon den Vergleich an der Konsole gesucht. Christian Kuhl vom SV Germania Mittweida schaffte es bei einem bundesweiten Turnier eines deutschen Fußballmagazins bis in die vierteRunde. Beim Finish-It-Cup des sächsischen Verbandes scheiterte der Lichtenberger Akteur Kevin Budach, der damals noch für den SV Mulda am Ball war, erst im Viertelfinale. (erba/rosd)

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.