Kleiner Verein hat Großes vor

Eigentlich zählt der SV Linda nicht zu den Wintersportvereinen in Mittelsachsen. Doch dieses Jahr ist alles anders.

Brand-Erbisdorf/Linda.

Fast hätte es doch nicht geklappt. "Die Technik", schmunzelt Mirko Espig, Vorsitzender des SV Linda. Doch am Ende hat alles funktioniert und im kleinen Brand-Erbisdorfer Ortsteil ist in diesem Winter das nördlichste Skigebiet des Erzgebirges zu finden.

Rund sieben Stunden hat die Präparierung rund um den Lindaer Sportplatz gedauert. "Da unser Spurgerät nicht mehr das jüngste ist, kann es mal passieren, dass mitten auf dem Feld eine Pause eingelegt werden muss", so Espig über die Umstände mit dem sogenannten Skidoo. Zwar haben die Lindaer in den letzten Jahren regelmäßig Spuren gezogen, doch durch das Wetter "waren sie meist dürftig". Doch diesen Winter zeigt Frau Holle ihr ganzes Können, sodass auch der 2. Vorsitzende Frank Pfeifer und andere Helfer aktiv wurden. "Zurzeit ist die 3,5-Kilometer-Runde rund um den Sportplatz gespurt", sagt der 48-Jährige. "Die ist besonders für Anfänger geeignet." Sollte das Wetter halten, werden auch die anderen Strecken wieder präpariert, deren Nutzung kostenlos ist. "Aber über eine kleine Spende würden wir uns freuen", sagt der Vorsitzende des Vereins - um vielleicht den in die Jahre gekommenen Skidoo ersetzen zu können.

Dass in Linda wieder Skisport möglich ist, passt zur Entwicklung des Vereins, mit der Mirko Espig "sehr zufrieden" ist. "Wir haben in den vergangenen Jahren einiges aufgebaut." 236 Mitglieder hat der SVL, in Linda selbst leben offiziell 256 Menschen - eine Quote, von der viele Vereine nur träumen können. "Wir sind als Verein aber auch interessant für Leute von außerhalb", erklärt Espig, der auf die verschiedenen Angebote verweist. "Egal ob Fußball, Volleyball, Frauensport oder eben Ski. Bei uns findet jeder was." Dazu sei das familiäre Verhältnis ein wichtiger Punkt. So legten viele Mitglieder im vergangenen Jahr beim Bau der neuen Kegelbahn mit Hand an. Das schweißt den Verein zusammen, sagt Espig stolz. "Ohne so etwas geht es auch nicht. Das Vereinsleben ist heute anders als vor 30 Jahren, die Menschen sind mobiler." Für kleine Vereine sei es daher schwer, Leute zu begeistern. "Darum machen wir so etwas."

Das funktioniert, und so bleiben auch viele Sportler dem Verein nach ihrer aktiven Zeit treu, engagieren sich in verschiedenen Funktionen oder wechseln die Sportart. "Das größte Lob ist, wenn die Leute den Einsatz anerkennen und danke sagen", so der Vereinschef.

Die neue Kegelbahn und die Loipen sind aber nur ein kleiner Schritt in der Entwicklung des SV Linda. So benötigt der Fußballplatz, der aus den 1960er Jahren stammt, dringend eine Sanierung. Auch Verbesserungen am Vereinsheim sind geplant. So schaffe man perspektivisch Möglichkeiten, auch weiter Mitglieder von außerhalb anzulocken, so Espig. "Wir wollen den Verein Stück für Stück voranbringen." 2021 stehen der Crosslauf in seiner 50. Jubiläumsausgabe sowie das Vogelschießen auf dem Programm - vorausgesetzt, die gesetzlichen Vorgaben lassen es zu. "Das Wichtigste ist, dass überhaupt wieder ein normaler Sportbetrieb möglich wird", so Espig. Denn nur so kann der Verein wahrgenommen werden, wie die Verantwortlichen ihn gern sehen: Als Bereicherung für den Ort.

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