Kleinwaltersdorfer startet durch

Für Lucien Weißwange war 2019 das erfolgreichste Jahr seiner noch jungen Enduro-Karriere. Dabei war nicht abzusehen, dass er im Motorsport überhaupt Fuß fassen wird.

Kleinwaltersdorf.

Der junge Enduro-Pilot Lucien Weißwange aus dem Freiberger Ortsteil Kleinwaltersdorf hat in diesem Jahr den bislang größten Erfolg in seiner noch jungen Motorsport-Karriere gefeiert. Der Zwölfjährige schloss den ADAC- Enduro-Jugend-Cup Sachsens auf dem Bronzerang ab. "Das hätte ich niemals erwartet. Unter die besten Zehn zu kommen wäre schon in Ordnung gewesen. Aber so? Einfach super", erzählt Lucien Weißwange strahlend.

Erst vor vier Jahren hatte der junge Sportler beim regional bekannten Frauensteiner Motocross seine ersten Wettkampferfahrungen gemacht. Doch beinahe hätte es sein Renndebüt nie gegeben, wie der Siebtklässler schmunzelnd zugibt: "Eigentlich fing alles damit an, dass sich Freunde unserer Familie ein kleines Crossmotorrad zugelegt haben. Das wollte ich natürlich auch ausprobieren." Doch sein erster Fahrversuch endete damit, dass er gegen das Auto des Vaters fuhr. "Dabei habe ich mir den Fingernagel eingerissen und vorerst keine Lust mehr auf das Motorradfahren verspürt", erzählt Lucien.

Allerdings habe das dann doch nicht so lange angehalten, sagt Vater Steffen Weißwange, der trotz der Schramme an seinem Auto froh war, dass dem Sohn nichts Schlimmeres passiert war. Anschließend habe alles seinen Lauf genommen. "Irgendwie löste das kleine Motorrad bei uns im Dorf einen regelrechten Boom aus. Es waren letztlich sechs Familien, deren Kinder allesamt mit Motocross begannen."

Und so wurden auf dem Bauernhof eines Bekannten kurzerhand auch selbst Rennen für den motorsportbegeisterten Nachwuchs veranstaltet. "Mittlerweile sind aber nur noch zwei Fahrer übrig geblieben - Fritz Fischer aus Großschirma und ich", bedauert Lucien, der vor drei Jahren erstmals am Enduro-Jugend-Cup teilnahm und seine Klasse auf Anhieb mit Platz 9 abschloss. Da war er noch mit der 65-ccm-Maschine unterwegs. Im Vorjahr erfolgte nun der Umstieg auf die größere und leistungsstärkere 85er. "Das war schon eine ganz schöne Umgewöhnung", sagt der Blondschopf, der als Gesamt-13. den Sprung unter die besten Zehn aber noch verpasste.

Entsprechend gedämpft waren seine Erwartungen an die diesjährige Saison. Doch Lucien Weißwange ist mit seiner KTM über den Winter zu einer festen Einheit geworden, was er gleich beim Saisonauftakt Anfang Mai in Kemmlitz eindrucksvoll unter Beweis stellte: Bei widrigen Bedingungen, tiefem Schlamm und rutschiger Strecke, fuhr er als Zweiter seinen ersten Podestplatz im Jugend-Cup ein. "Das kam sehr überraschend, obwohl ich gerne im Matsch unterwegs bin", sagt der Kleinwaltersdorfer, der auch mit dem Mountainbike oft bei Wind und Wetter in den heimatlichen Wäldern unterwegs ist.

In den kommenden Rennen verfehlte er das Podium knapp, doch dank seiner Konstanz fiel er nur einen Platz im Gesamtklassement zurück. "Damit war der 3. Platz sicher", so der Nachwuchs-Endurist. Im erstmals ausgetragenen Deutschland-Cup, den der junge Geländefahrer ebenfalls komplett bestritt, belegte er in der Endabrechnung Rang 8.

Im kommenden Jahr erfolgt nun der leistungsbezogene Aufstieg von der Kategorie 85 ccm B in die A-Klasse bis 85 ccm. "Da werden technisch anspruchsvollere Strecken gefahren", so Lucien Weißwange, "und darauf freue ich mich schon jetzt.

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