Laufsportler in der Warteschleife

Die ersten vier Veranstaltungen beim Laufcup der Sparkassenstiftung sind bereits abgesagt worden. Ob es eine "Kurzversion" gibt, ist derzeit offen.

Freiberg/Mittweida.

Die Laufsportler gehören in diesen Wochen zu den wenigen Aktiven, die ihrem Hobby weiterhin nachgehen können. Gegen eine Jogging-Runde im Wald spricht auch in der Corona-Krise nichts. Bei den Laufwettkämpfen wird es dagegen schwieriger. Der Kreissportbund Mittelsachsen verkündete bereits, den Landkreislauf, der am 25. April in Roßwein stattfinden sollte, zunächst in den Herbst zu verschieben und sagte ihn damit nicht direkt ab. Anders ist die Lage beim Rennsteiglauf in Thüringen, der auch viele Hobbysportler aus Mittelsachsen anzieht. Die Veranstaltung am 16. Mai wurde ersatzlos gestrichen.

Aber auch in Mittelsachsen gibt es die nächsten Absagen. So fallen die ersten beiden Wettkämpfe des Laufcups der Sparkassen-Stiftung "Jugend und Sport" - der Drängberglauf in Leubsdorf und der Oederaner Lauftag - aus. Beim Lauf in Leubsdorf wären am kommenden Sonntag die ersten Wertungspunkte für die Serie verteilt worden. Doch stattdessen bleibt der Leubsdorfer Sportplatz leer. "Seitdem die Regierung festgelegt hat, dass Großveranstaltungen untersagt sind, war uns klar, dass der Lauf dieses Jahr leider ausfallen wird", sagt Peter Mittmann, der Vorsitzende des SV Grün-Weiß Leubsdorf. Der Drängberglauf, der zuletzt 322 Starter zählte, hätte in diesem Jahr seine 25. Auflage erlebt.

Auch der 17. Oederaner Lauftag, der traditionell am 1. Mai stattfindet, ist bereits abgesagt worden. "Einen Nachholtermin wird es definitiv nicht geben", erklärt Mathias Möbius von der TSG Oederan. Es bleibe zu hoffen, "dass uns die vielen Freunde des Oederaner Lauftages - aktive Teilnehmer, Gäste, Sponsoren und Unterstützer - auch über diese Krise hinweg erhalten bleiben und dann im nächsten Jahr wieder dabei sind", so der Organisator.

In Lichtenberg haben die Verantwortlichen lange nicht gewusst, was in diesem Jahr mit dem Talsperrenlauf passiert. "Diese Situation gab es noch nie, uns fehlte ein guter Rat", sagt Organisator Gerd Jackisch von den TSL Runners, die den Talsperrenlauf ausrichten. Nun hat sein Team Gewissheit. Die 17. Runde um die Lichtenberger Talsperre, die für den 17. Mai geplant war, wurde offiziell abgesagt. Finanzielle Probleme würden auf die Lichtenberger aber nicht zukommen. "Wir waren erst am Anfang der Planung und hatten noch keine Ausgaben. Von daher bleiben wir auch auf keinen Kosten sitzen", erklärt Jackisch. Da Laufen, zumindest allein, in Sachsen noch erlaubt ist, bleiben die TSL Runners in der Krisenzeit sportlich aktiv. "Zumindest jeder für sich."

Auch der einzige Wertungslauf der Serie im Altkreis Mittweida, der Trimm-Trab in Wechselburg am 9.Mai, fällt der Corona-Krise zum Opfer. "Da wir nur gut eine Woche nach den Oederanern an der Reihe sind, bin ich schon länger von einer Absage ausgegangen", sagt Mitorganisatorin Andrea Fuhrmann vom TSV Medizin Wechselburg. Dabei liefen die Vorbereitungen gut. "Die Pokale standen bereit, aber die können wir auch nächstes Jahr noch nehmen." Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen hatten die Organisatoren zuletzt die Planungen ohnehin ruhen lassen. Die Wechselburger Sportler halten sich derzeit individuell fit, so die Funktionärin. "Sie können immerhin die Natur nutzen, um sich zu bewegen."

Vor einer Woche hatte bereits der VfA Rochlitzer Berg seinen Frühjahrsberglauf abgesagt, noch früher der LV Mittweida 09 den beliebten Winterschlusslauf. Der Geringswalder Schlossberglauf, der zur Mittelsächsischen Lauftour zählt und diesen Samstag stattfinden sollte, soll später nachgeholt werden.

Beim Laufcup der Sparkassen-Stiftung entfallen damit in diesem Jahr bereits vier der acht Veranstaltungen. "Wir stimmen uns regelmäßig mit dem Team Sachse-Lauf, unserem Partner für die Zeitmessung, zu den aktuellen Veränderungen ab", sagt Indra Frey, die Abteilungsleiterin Unternehmenskommunikation der Sparkasse Mittelsachsen. Momentan gelte es, die weitere Entwicklung abzuwarten und entsprechend der behördlichen Vorgaben zu handeln. Wesentlich eingebunden seien die Sportvereine vor Ort, die die einzelnen Läufe ausrichten. "Wir können daher zurzeit keine Aussagen zum weiteren Verlauf des Laufcups treffen", so Frey. Grundsätzlich stehe die Sparkassen-Stiftung für Jugend und Sport weiterhin zur Serie und unterstütze in dieser besonderen Situation die ausrichtenden Vereine.

Nach den bereits abgesagten Veranstaltungen gehören 2020 weitere vier Traditionsläufe zum Programm des Cups. Der 14. Falkenauer Bergcross steht am 20. Juni auf dem Programm, nach einer Sommerpause soll es am 10. September mit dem 38.Zschopautallauf in Erdmannsdorf weitergehen. Der 61. Bräunsdorfer Wasserturmlauf am 3. Oktober und der 50. Crosslauf in Linda am 25. Oktober bilden traditionell den Abschluss der zunehmend beliebten Laufserie. (mit sb)

Informationen zu den verschiedenen Laufveranstaltungen finden die Sportler aktuell im Internet auf www.sachselauf.de.


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.