Lichtblicke im Tabellenkeller

Die Oberliga-Handballer der HSG stehen nach zwei Niederlagen zum Auftakt bereits unter Zugzwang. Vor dem Duell gegen den Tabellenvierten USV Halle sind die Freiberger trotzdem optimistisch.

Freiberg.

Nach dem verpatzten Start in Oebisfelde (25:30) hatten sich die Handballer der HSG Freiberg auch im ersten Heimspiel gegen den HC Burgenland (24:28) die Zähne ausgebissen - trotzdem hatte diese Partie auch auf Freiberger Seite einige Gewinner. Zum einen die arg dezimierte Mannschaft, die dem Favoriten bis zum Schluss auf Augenhöhe gegenüber stand und so viel Selbstvertrauen tankte. Des weiteren die Zuschauer, die nicht nur ein packendes, "sondern in der 1. Halbzeit auch ein hochklassiges Spiel sahen", sagt HSG-Geschäftsführer Stefan Lange. Und schließlich auch Martin Rom: Der junge Tscheche wurde von den Trainern als erster "Spieler des Spiels" gewählt.

"Das hat er sich verdient", sagt Lange - nicht zuletzt aufgrund seiner fünf Tore. Der 22-jährige Kreisspieler aus Plzen, der sechs Jahre beim amtierenden tschechischen Meister Talent Plzen spielte, habe kaum Anlaufzeit gebraucht und sich nahtlos in die Mannschaft eingefügt. "Er ist eine absolute Verstärkung - obwohl er ein ganz anderer Spielertyp als Jan Mojzis ist", sagt der HSG-Manager. Dennoch hat der 1,80Meter große und 95 Kilogramm schwere Kreisspieler die Lücke, die der zum Zweitligisten Emsdetten gewechselte Mojzis im Angriff hinterließ, geschlossen. "Er ist ein athletisch starker Spieler, zudem sehr beweglich und überaus wurfsicher", lobt Lange den Neuzugang.

Nachdem sich der Weggang von Mojzis in die 2. Bundesliga abzeichnete, hatte Ex-Trainer Jiri Tancos den Kontakt zu seinem Landsmann hergestellt. Martin Rom kam zum Probetraining, "und dann ging alles ganz schnell", erzählt Stefan Lange. Der hoch motivierte junge Mann aus Plzen unterschrieb einen Drei-Jahres-Vertrag und trainiert seit Juni mit. Er habe nicht lange überlegen müssen, so der HSG-Manager. "Martin hilft uns auf jeden Fall weiter."

Zwar gibt es im Spiel noch kleinere Abstimmungsprobleme, zudem spricht der junge Tscheche wenig Deutsch. Sein Deutschkurs beginne in Kürze, sagt Lange, bis dahin klappe die Verständigung auf Englisch. Miroslav Jahn, mit dem Rom in einer WG wohnt, und vor allem Matej Harvan geben Hilfestellung. "Das funktioniert prima", sagt der HSG-Funktionär, der den Rechtshänder zudem beruflich bei einem Autozulieferer in Oederan unterbrachte.

Am Sonnabend soll der frühere Jugendauswahlspieler Tschechiens mit seinen Toren (bislang acht) dazu beitragen, dass der erste Sieg der Saison unter Dach und Fach gebracht wird. "Wir wollen die zwei Punkte", sagt Manager Lange vor dem Duell des Vorletzten (0:4 Punkte) gegen den USV Halle (4./4:2). Die Aufgabe werde aber nicht einfach: Der USV sei ein schnelles, bewegliches Team, gegen das sich die HSG oft schwer getan habe. Mit der Moral aus dem Burgenland-Spiel sollte die Aufgabe jedoch lösbar sein, hofft Lange.

Zudem habe der Mannschaft die Spielpause gutgetan. Mittlerweile seien alle Spieler wieder im Training, so der HSG-Manager - auch der verletzte Eric Neumann und Dominik Gelnar, der lange aus familiären Gründen fehlte. Beide werden aber keinesfalls spielen, so Lange, während hinter den angeschlagen Felix Kempe und Felix Lehmann noch ein Fragezeichen steht.

Mitteldeutsche Oberliga 4. Spieltag - Sa., 18 Uhr: HSG Freiberg - USV Halle (Ernst-Grube-Halle)

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