Lobeshymnen und ein altes Lied

Die Handballer der HSGFreiberg haben den zweiten Saisonsieg in der Mitteldeutschen Oberliga geholt. Beim 25:24 (14:12) gegen Hermsdorf stimmte neben dem Ergebnis aber nur der Kampfgeist.

Freiberg.

Manchmal sind es eben die ungewöhnlichen Aktionen, die einer Mannschaft zum Sieg verhelfen. Und so schickte Trainer Anel Mahmutefendic seine Handballer vor dem Heimspiel der Mitteldeutschen Oberliga gegen den Tabellenletzten SV Hermsdorf geschlossen ins Hotel. Nach nur einem Sieg aus den ersten sechs Ligaspielen und zwei ganz schwachen Auswärtsauftritten in Liga und Pokal hintereinander musste gegen das Schlusslicht unbedingt gewonnen werden. Dies gelang beim 25:24 (14:12) auch, doch auch dem Trainer war nach der Zitterpartie bewusst, dass noch viel Arbeit vor ihm und seiner Mannschaft liegt. "Heute zählte nur das Ergebnis", sagte Mahmutefendic nach dem Spiel. "Der Druck war groß, die Leistung der Mannschaft nicht die beste, aber wir haben das Spiel gewonnen, und das war wichtig."

Es war wieder das "alte Lied", das der Freiberger Coach anstimmen musste. "Wie schon in den vergangenen Spielen haben wir in der Offensive viel zu viele einfache Fehler gemacht", sagte Mahmutefendic. Drei verworfene Siebenmeter und zahlreiche Ballverluste mussten die Fans in der fast ausverkauften Halle miterleben und deshalb bis zur Schlusssekunde zittern. Die letzten Aktionen des Spiels zeigten einmal mehr, woran es derzeit bei den Dachsen hapert: Beim Stand von 25:24 eroberten sie den Ball, nur noch 20 Sekunden waren zu spielen. Doch anstatt das Spiel zu beruhigen oder Fouls gegen sich zu erzwingen, wurde ein Angriff initiiert, der überhastet vorgetragen wurde und mit einem Ballverlust endete. Nur mit einem Foul konnte der Ausgleich verhindert werden. Beim anschließenden Freiwurf war zunächst Keeper Tino Hensel zur Stelle. Da es ein weiteres Foul gegeben hatte, gab es nach der Schlusssirene erneut direkten Freiwurf für Hermsdorf, der Ball landete aber in der Freiberger Mauer.

"Am Ende hat der Kampfgeist gestimmt, wir haben uns nie unterkriegen lassen", fand ein erleichterter Anel Mahmutefendic dann doch noch Töne für eine kleine Lobeshymne. Ihm war anzumerken, dass er aufgrund der Spielweise seiner Mannschaft und der Kritik nach den schlechten Ergebnissen unter Druck stand. Und auch seinem Team war die Verunsicherung anzumerken. Nachdem die Partie lange Zeit unentschieden stand, lagen die Freiberger Ende der 1. Halbzeit sogar zurück (10:11). Dank eines starken Damian Kowalczyk im Tor konnte die HSG bis zur Pause aber den Spieß umdrehen und den Spielstand auf 14:12 stellen.

Nach dem Seitenwechsel schien der noch sieglose Tabellenletzte geknackt, die HSG zog auf 16:12 davon. Die Fehler in der Offensive ermöglichten es dem Gegner aber, Stück für Stück wieder heranzukommen und schließlich wieder in Schlagdistanz zu sein. Während die Freiberger in solchen Situationen zuletzt oft den Faden verloren, brachten sie den Vorsprung dieses Mal zitternd über die Zeit.

Wie wichtig der doppelte Punktgewinn war, zeigt der Blick auf die Tabelle: Mit 6:8 Punkten belegt die HSG Rang 11, die Konkurrenz im Abstiegskampf konnte aber ebenfalls punkten. Die nächsten Aufgaben werden dabei nicht einfach: Am kommenden Wochenende spielen die Freiberger in Delitzsch, am 19.November in Halle. Das nächste Heimspiel findet erst am 26. November gegen den HC Burgenland statt.

Statistik HSG Freiberg: Kowalczyk (1. - 52.), Hensel (53. - 60.); Wunderwald, Lehmann (3), Schettler (4), Neumann (2), Richter (2), Kijowski (1), Deli, Junghanns, Elsässer (3), Tieken (3), Werner (7), Cingel (n. e.)

Zeitstrafen: HSG 6, SVH 6 min - Siebenmeter: HSG 3/0, SVH 2/0 - Zuschauer: 630

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...