Lockerer Aufgalopp bei Rotation

Die Weißenborner Handballerinnen sind in die Vorbereitung auf die Sachsenliga gestartet - wie immer etwas ungewöhnlich.

Weißenborn.

David Dehn war ein guter Verlierer. "Die Enttäuschung hielt sich in Grenzen", sagt der Trainer der Weißenborner Handballerinnen und schmunzelt. Der 33-Jährige hatte beim etwas anderen Trainingsauftakt seiner Damen einer Spielerin den Vortritt lassen müssen - Michelle Vogelgesang triumphierte bei internen Minigolf-Turnier der Rotation-Damen, mit dem der Sachsenligist am Sonntag in Memmendorf seine Vorbereitung auf die neue Saison einläutete.

Auch beim Minigolf wolle er immer gewinnen, lächelt der Rotation-Trainer erneut. "Aber wichtig war natürlich, dass die Mädels Spaß hatten." David Dehn ließ in der Finalrunde zumindest Julia Uhlemann und Lisa Röder hinter sich und beendete die Minigolf-Veranstaltung damit als Zweiter. "Insgesamt war es eine absolut gelungene Veranstaltung", so der Weißenborner Coach.

Dazu trug auch die einstündige Alpaka-Tour bei, die die Handballerinnen und das Trainerteam unter Leitung von Babett Eckardt, Inhaberin der Alpaka-Farm Memmendorf, unternahmen. "Das war eine sehr schöne Erfahrung", sagt Dehn. Alle seien vollauf begeistert gewesen - auch wenn am Anfang durchaus Respekt vor den kuschligen Tieren bestand. Immerhin können die Paarhufer aus den Anden, die zur Familie der Kamele gehören, bis zu 80Kilogramm schwer werden. Und wie beim Handball funktionieren auch die Alpakas nur als Team, so der Rotation-Trainer. "Es durfte niemand den Anschluss verlieren oder gar zurückgelassen werden."

Beim anschließenden Abendessen blickten die Spielerinnen des Sachsenligisten aber vor allem nach vorn. Ziel für die Saison 2020/21 ist mindestens ein Platz im vorderen Mittelfeld, umreißt Dehn. Aus dem Augenwinkel habe man aber durchaus auch eine Medaille im Blick - wie 2019, als Aufsteiger Rotation die Saison fast sensationell als Dritter abschloss und nur den zweiten Mannschaften des HC Leipzig und des HC Rödertal den Vortritt lassen musste. Dass in der alten Saison, die aufgrund von Corona nach 17Spieltagen abgebrochen wurde, nur Rang8 zu Buche stand (18:16 Punkte), ist für Dehn allenfalls zweitrangig: "Wir haben unsere starke Aufstiegssaison bestätigt." Die Tabelle spiegele keinesfalls die Leistungen seiner Mannschaft wieder, betont Dehn. "Wenn man zwei Punkte hinter dem Dritten liegt, zählt Platz 8 in diesem Falle überhaupt nicht."

Zumal Rotation in der Rückrunde vor allem gegen die Spitzenteams gespielt hatte, während die Gegner aus dem Mittelfeld und vom Tabellenende noch warteten. Aber mit dem 25:23-Sieg beim HC Leipzig (die einzige Heimniederlage des souveränen Staffelsiegers) und einem 20:20 gegen Ex-Drittligist HSV Marienberg unterstrichen die Weißenbornerinnen, dass sie sich in der fünften Liga etabliert haben.

Jetzt läuft der Countdown für die neue Spielzeit, die voraussichtlich Mitte September startet. Die Sachsenliga spielt weiter mit 14 Teams, für Oberliga-Aufsteiger Leipzig II und Rückzieher HSV Mölkau kommen die SG Klotzsche und der TuS Leipzig-Mockau aus der Verbandsliga. Bis zum Trainingslager vom 21. bis 23.August in Weißenborn feilt das Übungsleiterteam, zu dem weiterhin Co-Trainer Tilo Tobies, Torwarttrainerin Katja Schurig und Physiotherapeutin Katja Schubert gehören, noch etwas an der Grundlagenausdauer. "Aber vor allem stehen jetzt Schnelligkeit, Spritzigkeit und spielerische Dinge im Fokus", sagt Dehn, der seit 2017 Cheftrainer der Rotation-Damen ist. Geplant sind außerdem Testspiele gegen die HSG Rückmarsdorf, Radeberg, die Sportfreunde Dresden und die Jugend von Banik Most. Zum eigenen Turnier Anfang September kommen unter anderem der VfB Bischofswerda und der HC Leipzig II.

Nicht mehr im Kader ist Franziska Teuchert, die weggezogen sei, so der Coach. Die jungen Lucie Walther (B-Jugend) und Tatjana Ployer (Rotation II) gehören nun fest zum Sachsenliga-Kader. Dazu gibt es mit Denise Gruber (26) einen interessanten Neuzugang: Die großgewachsene Österreicherin von Union Kor-neuburg habe in ihrer Heimat 2. Liga gespielt, ihren Lebensmittelpunkt jetzt aber nach Seiffen verlegt, freut sich David Dehn. "Wir wollen sie nach einer langwierigen Verletzung langsam aufbauen - aber dann ist sie mit Sicherheit eine Verstärkung für uns."

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