Magerkost in Südeuropa

Der Peniger Enduropilot Edward Hübner erwischte bei den beiden WM- Läufen in Griechenland und Italien nicht nur Wetterextreme, sondern auch rabenschwarze Tage. Auch für einen Geringswalder Fahrer lief es nicht rund.

Penig/Geringswalde.

Die FIM-Enduro-Weltmeisterschaft befindet sich in der heißen Phase. Und das gleich in zweierlei Hinsicht. Zum einen wurden mit den Läufen 4 und 5 die Weichen richtungsweisend für die im September stattfindenden zwei letzten Veranstaltungen gestellt. Zum anderen standen in den beiden zurückliegenden Wochen die Wettbewerbe in Griechenland und Italien an, bei denen mit höchsten Temperaturen zu rechnen war. Vor allem der Lauf in Serres, eine gute Autostunde von Thessaloniki entfernt, machte mit seiner Gluthitze den Aktiven das Leben zusätzlich schwer. Sportlich lief es für den Peniger Edward Hübner überhaupt nicht.

"Es herrschten teilweise über 40Grad", berichtet Hübner, der als einziger Deutscher die Fahne hochhielt. "Zu viel für uns Mitteleuropäer. Dennoch habe ich versucht, das Beste daraus zu machen, was mir zumindest am ersten Tag recht gut gelungen ist." Dort ließ der Peniger mit einem starken 7. Rang in der Klasse E2 aufhorchen. Der Folgetag verlief dann weniger glücklich. Ein heftiger Sturz im Extrem-Test, der kopfüber in den Felsen endete, zwang den 31-Jährigen zur frühzeitigen Aufgabe. "Ich war erst mal kurz weggetreten. Zum Glück ist körperlich, bis auf ein paar Prellungen, nichts weiter passiert." So stand einem Start eine Woche später im italienischen Rovetta nichts im Weg.

Die dortige Veranstaltung, die legendäre "Valli Bergamasche", feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen und zeigt damit nur zu gut, wie lang und eng die Region zwischen Bergamo und dem Iseosee mit dem Motorrad-Geländesport verwurzelt ist. So verwundert es auch nicht, dass wieder tausende Schaulustige an die Strecke pilgerten, um die Fahrer lautstark und mit typisch italienischem Temperament anzufeuern. Weniger "Bella Italia" zeigte sich das Wetter. Der Samstag begann mit Starkregen und Gewitter, sodass die Ausfallquote ziemlich schnell in die Höhe schoss. Auch Hübner musste frühzeitig die Segel streichen. "Irgendwie war ich nach meinem heftigen Abflug der Vorwoche doch noch nicht wieder soweit", stellt der 31-Jährige tief geknickt fest. "Vor allem der Kopf machte nicht so mit. Es fiel mir sehr schwer, konzentriert zu bleiben." So schlichen sich immer wieder kleinere Fehler ein, die aber bei widrigen Bedingungen teils böse enden können. "An einer der kilometerlangen Abfahrten bin ich so weggerutscht, dass ich mir wieder den Fuß extrem schmerzhaft an einem Stein angeschlagen habe. Das war für mich das Zeichen, für heute ist es genug." Am nächsten Morgen, nach langer Überlegung, entschloss sich der Peniger, auf einen erneuten Start zu verzichten. "Das habe ich nun mittlerweile gelernt, in solchen Situationen auf meinen Körper zu hören, auch wenn es extrem schwer fällt."

Auch Luca Fischeder, der in Griechenland nicht am Start war, erwischte ein Wochenende zum Abhaken. Zu Beginn sah es für den Geringswalder jedoch noch richtig gut aus. "Im Enduro-Test und auch im Extrem-Test war ich nahezu optimal unterwegs. Doch dann habe ich mir an einem Stein die hintere Bremsscheibe demoliert. Ich habe alles versucht, diese aber nicht mehr gerichtet bekommen", sagte er enttäuscht, weil er damit ebenfalls draußen war. Am zweiten Tag kam es für den Youngster noch dicker, denn bereits nach der ersten Sonderprüfung war Schluss für ihn. "Das Ziel befand sich auf über 1000 Meter Höhe. Als ich weiter fahren wollte, sprang das Motorrad einfach nicht mehr an. Ich habe noch probiert, es irgendwie in Gang zu bringen, doch leider ohne Erfolg", winkt der 20-Jährige restlos bedient ab. "Für die kommenden Rennen kann es nur besser werden", blickt er voraus.

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