"Mein Herz bleibt in Freiberg"

Mit einer Partie der Oberligamannschaft gegen eine Auswahl ehemaliger Spieler hat sich die HSG Freiberg von ihrem Trainer Jiri Tancos verabschiedet. Die Fans haben über die "alten Recken" gestaunt.

Freiberg.

Am Ende hießen sie alle nur noch Tancos mit Nachnamen. Als das Gaudi-Spiel zwischen der Oberligamannschaft der HSG Freiberg gegen eine Auswahl ehemaliger Spieler am Samstagabend in der Ernst-Grube-Halle in die letzten Minuten ging, wurde jeder Torschütze - egal, auf welcher Seite er spielte - von den Fans mit dem immer gleichen Nachnamen gefeiert. Und so trugen sich dann auch Uwe Tancos, David Tancos oder Nico Tancos in die Torschützenliste ein, während im Tor Gerd Tancos und Tino Tancos die Bälle parierten.

Es war eine rauschende Handballparty, mit der sich der Oberligadritte von den Fans und vom Cheftrainer verabschiedete. Jiri Tancos - und der heißt nun wirklich so - wird ab Sommer das Traineramt bei den Frauen von Banik Most in seiner tschechischen Heimat übernehmen. "Es war großartig, dass so viele Fans in die Halle gekommen sind", sagte der 47-Jährige nach dem Spiel, das sein Allstar-Team mit 39:38 gewinnen konnte. "Ich hätte nie gedacht, dass hier noch einmal so viel los sein wird, nachdem wir ja schon in der Vorwoche sehr emotionale Momente nach dem letzten Saisonspiel hatten."

An die etwa 250 Fans in der Halle richtete Tancos dann noch ein paar Worte, die er mit dem Satz "Mein Herz bleibt in Freiberg" beendete. Und dann musste sich der 90-fache tschechische Nationalspieler doch ein paar Tränen aus den Augen wischen. "Die HSG Freiberg war und ist etwas ganz Besonderes für mich. Ich werde mit dem Verein immer in Verbindung bleiben und auch weiter als Berater helfen."

Für HSG-Geschäftsführer Stefan Lange war das Abschiedsspiel für den langjährigen Trainer eine rundum gelungene Sache. "Wir waren im Vorfeld etwas verblüfft darüber, wie viele Ticketanfragen uns erreicht haben. Es sollte ja nur ein Gaudi-Spiel werden, bei dem wir auch das Catering und die ganze Organisation selbst erledigen. Mithilfe unserer Fans haben wir das auch gestemmt, aber alle hatten gut zu tun."

Und nicht nur ein launiges Rahmenprogramm bekamen die Zuschauer geboten. Auch das Geschehen auf dem Parkett konnte sich durchaus sehen lassen. Ehemalige Spieler wie der mittlerweile 45-jährige Stanislav Kotulan oder der gleichaltrige Michael Weise zeigten, dass sie nichts verlernt haben. Und so ging es in einigen Zweikämpfen sogar richtig zur Sache, der Spaß stand allerdings komplett im Vordergrund.

"Es war toll, die ehemaligen Mitspieler mal wieder zu sehen", sagte David Dehn, der mittlerweile die Frauenmannschaft von Rotation Weißenborn trainiert und auf den dritten Platz der Sachsenliga geführt hat. "Wir waren zwar schon nach ein paar Minuten alle ziemlich platt, aber zum Glück hatten wir einen sehr breiten Kader." Dehn und auch der zukünftige Co-Trainer der HSG, Uwe Lange, sorgten mit einigen schönen Treffern dafür, dass sich die Fans auf den Rängen verwundert die Augen rieben. "Die könnten doch eigentlich auch wieder auflaufen", war zu hören. "Nein, könnten wir nicht", sagte David Tancos, ehemals Dehn lachend. "Wir werden morgen merken, dass wir es heute übertrieben haben."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...