Meister erteilt Lehrstunde

Die Fußballer des TSV Flöha haben Barkas Frankenberg mit 9:0 überrollt. Auch einer neuer Mann auf der Trainerbank konnte das Debakel der Gäste nicht verhindern.

Flöha.

Es gibt im Fußball Premieren, die unvergesslich bleiben. Und so ein Erlebnis der negativen Art dürfte gestern Bernd Pertuch in der Mittelsachsenliga gehabt haben. Er hatte nur vier Tage vor dem Auswärtsspiel des SV Barkas Frankenberg beim TSV Flöha das Traineramt bei Barkas übernommen. Doch statt langsam in seine Aufgabe hineinzuwachsen, bekam er mit seiner Elf im Auenstadion die Hütte so richtig voll: Der TSV Flöha durfte 90Minuten mit den Gästen Katz und Maus spielen und gewann mit 9:0 (5:0).

David Tuschy, der zuletzt als Spielertrainer bei Barkas den Motor am Laufen hielt, versuchte sich nach der Pleite an einer Analyse dieser Offenbarung. "Zu dem Ergebnis muss man nicht viel sagen. Bei Flöha hat heute alles geklappt. Durch grobe individuelle Fehler sind wir schnell in Rückstand geraten", sagte der Frankenberger.

Und diese Aussetzer in der Frankenberger Defensive nutzte Dennis Baude bereits in der 5. Minute zur Führung. Markus Zamzelli (22.) und zweimal Marvin Giesecke (28., 30.) sorgten dafür, dass das Ergebnis früh beängstigende Ausmaße annahm. Baude ließ das Selbstvertrauen der Frankenberger, die zu Saisonbeginn zweimal gewonnen hatten, weiter in den Keller rauschen. 5:0 zur Halbzeit - der Drops war bereits nach 45Minuten gelutscht.

Die Flöhaer dachten aber nicht im Entferntesten daran, mildernde Umstände gelten zu lassen. Baude machte nach einer reichlichen Stunde das halbe Dutzend voll. Nach 72Minuten fand auch Kai Eckardt, dass Toreschießen Spaß macht und erhöhte auf 7:0. "Flöha hat permanent Druck gemacht", so Tuschy.

Die Leere in den Köpfen der Barkas-Kicker sorgte für immer schwerere Beine. In den Reihen des TSV hingegen setzte jedes Tor offenbar weitere Kräfte frei. Johannes Möhring besorgte das 8:0, Baude zog in der 84. Minute mit dem 9:0 einen endgültigen Schlussstrich unter die Torschützenliste.

Während sich Trainer Pertuch auf seinem Stuhl nicht wohl gefühlt haben dürfte, jubelte auch sein Gegenüber nur verhalten. "Ich hätte lieber gegen eine andere Mannschaft so deutlich gewonnen", sagte Flöhas Übungsleiter Steffen Bergmann, der früher in Frankenberg nicht nur jahrelang spielte, sondern auch als Trainer aktiv war. Seiner Truppe stellte er grundsätzlich ein sehr gutes Zeugnis aus, machte jedoch klar, dass es nun keinen Grund geben würde, drei Tage und drei Nächte zu feiern. "Wir haben uns konzentriert vorbereitet, gut gespielt und hätten sogar noch höher gewinnen können. Aber die Gegenwehr war heute wirklich sehr, sehr gering", kommentierte Bergmann das ständige Anrennen seiner Mannschaft auf das gegnerische Tor.

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