Meister geht mit auf die Matte

Die Oederaner Judoka richten in der Verbandsliga ihren Heimkampftag aus. Dabei kann das Team sogar einen frischgebackenen nationalen Titelträger aufbieten.

Oederan.

Getreu dem traditionellen Liedtext "Alles neu macht der Mai, macht die Seele frisch und frei", herrschte in dieser Woche im Training der Judokämpfer der TSG Oederan beste Stimmung. Schließlich gibt es im Monat Mai für die Truppe noch etwas zu feiern: Die Sektion Judo wurde in der Stadt des Klein- Erzgebirges genau vor 55 Jahren aus der Taufe gehoben. Nun bleibt den Sportfreunden um ihren Teamchef Amadeus Veit nur noch zu wünschen, dass ihnen am Samstagabend auch nach Party zumute ist, nachdem sie zuvor ihren Heimkampftag in der Judo-Verbandsliga Sachsen absolviert haben.

Der Papierform nach sollten die Voraussetzungen für ein fröhliches Sportwochenende jedoch gegeben sein. Denn die Oederaner, die mit 4:4Punkten aktuell auf dem 6. Rang des Klassements zu finden sind, empfangen ab 14 Uhr in der Sporthalle an der Frankenberger Straße mit dem Chemnitzer PSV II und dem JC Crimmitschau den Vorletzten sowie das Schlusslicht der Liga, die beide jeweils 0:8 Punkte zu Buche stehen haben. "Natürlich wollen wir zu Hause etwas reißen, um uns vorzeitig die notwendigen Punkte für eine gute Endplatzierung zu sichern", sagt Kapitän Veit. "Wir wissen aber auch, dass uns nichts geschenkt wird." Zudem können die Oederaner einmal mehr nicht die beste Besetzung auf die Matte schicken.

Dabei ist auf jeden Fall Kai Metzler, der in der Klasse bis 90 Kilogramm versuchen wird, seine Gegner aufs Kreuz zu legen. An Motivation dürfte es ihm dabei nicht fehlen, holte er sich doch unlängst bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften in Maintal bei Frankfurt den Titel. "Als Breitensportler war es für mich früher nicht möglich, mich für Deutsche Meisterschaften zu qualifizieren", erklärt der 39-Jährige. Doch im Seniorenbereich könne man einfach seine Teilnahme melden. Seit der 1. Klasse steht Metzler auf der Judomatte. "1986 kam ein Trainer in unsere Schule und fragte, wer Lust auf Judo hat. Da habe ich mich gemeldet und bin bis heute dabei geblieben", erzählt der Grundschullehrer.

In Maintal hatte der Oederaner, der inzwischen in Niederwiesa wohnt, Glück. In seiner Altersklasse hatte er es mit sechs Kontrahenten zu tun, doch zum Auftakt zog er ein Freilos. "Und die Gegner, mit denen ich mich messen musste, haben mir gelegen", sagt Metzler. Eigentlich habe er sich für die Titelkämpfe nicht viel ausgerechnet und sei mit ziemlich viel Respekt angereist. "Meine Vereinskollegen haben mich praktisch überreden müssen, daran teilzunehmen", blickt der Goldmedaillengewinner zurück.

Für Metzler war der Auftritt in Hessen das erste Gastspiel bei einer nationalen Meisterschaft. Zuvor hatte der TSG-Kämpfer aber schon an international besetzten Seniorenturnieren, wie den Luftfahrt-Masters in Berlin, teilgenommen. Viele Medaillen holte sich Metzler im Kinder- und Jugendbereich bei den Spartakiaden. "Wir waren als kleiner Verein gegen Hochburgen wie Leipzig immer gut dabei."

Die Grundlagen seines Sports erlernte der Senioren-Meister bei den Trainern Peter Wünsch und Werner Dressel. Noch heute trainiert der 1,87 Meter große Akteur bis zu dreimal die Woche. Zudem engagiert sich Kai Metzler als Übungsleiter bei der TSG Oederan. "Ich bin mit dem Sport aufgewachsen, er gehört irgendwie dazu."

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