Mit Ausrutscher aufs Podest

Bei der Deutschen Meisterschaft im Wakeskate in Rossau hat Lokalmatador Ariano Blanik auf der Wassersportanlage den 3.Platz belegt. In wenigen Tagen reist er bereits wieder um die Welt.

Rossau.

Obwohl Ariano Blanik schon auf der ganzen Welt an namhaften Wettkämpfen teilgenommen hat und bereits Junioren-Weltmeister und Europameister wurde, ist es für ihn trotzdem immer wieder ein besonderer Moment, wenn er auf der Wassersportanlage in Rossau antritt. "Hier habe ich das Wakeboarden gelernt, ich kenne dieses Gebiet am Besten", sagt der 22-Jährige, der zum Start der Deutschen Meisterschaft im Wakeskate erst kürzlich aus dem Trainingslager in Thailand in seinen Heimatort Rossau zurückgekehrt ist. Trotz zwei Stürze landete er am Ende in der Open-Men-Klasse noch auf Rang 3. Die Laune verdarb ihm die Platzierung aber nicht.

"Mit dem 3. Platz kann ich leben, aber ich wäre zwar zufriedener gewesen, wenn ich ohne die beiden Stürze Dritter geworden wäre", sagt Ariano, der nicht wie sonst an sein Wakeboard geschnallt war, sondern ohne Bindungen auf dem Wakeskate seine Tricks performen musste. "Das ist noch mal etwas ganz anderes", pflichtete ihm sein Vater Mario Blanik bei. Man müsse sich vorstellen, dass man mit einem Skateboard fährt und verschiedene Sprünge ausführt - nur auf dem Wasser. "Die Bedingungen für die Veranstaltung waren ideal", so der 47-Jährige, der die Wassersportanlage in Rossau zusammen mit seiner Frau betreibt. Es wehte ein laues Lüftchen und es herrschten angenehme Temperaturen, die über den Tag bis zu 400 Zuschauer auf die Anlage lockten. Nach Wettkampfende blieben so gut wie alle der knapp 40 Teilnehmer und es wurde noch ausgiebig gefeiert.

Lange wird Ariano aber nicht in Rossau bleiben. In wenigen Tagen geht es für ihn nach London zu den Plastic-Playgrounds - einer weltweit populären Veranstaltung mit Preisgeldern von bis zu 10.000 Dollar. "Dort werden auch viele Rampensprünge gefragt sein", sagt Ariano, der sich bei Sprüngen aus dem Wasser am wohlsten fühlt, aber in Thailand zuletzt auch viele Rampensprünge trainiert hat. Vor zwei Jahren holte Ariano den 2. Platz in London und ein Preisgeld von 7000 Dollar. Die Preisgelder seien in seiner Sportart sehr wichtig, da die Startgebühren und Aufwandskosten für viele internationale Wettbewerbe sehr hoch sind. Aktuell werden dem 22-Jährigen durch das Förderprogramm der Bundeswehr viele Reisen an die verschiedensten Orte der Welt ermöglicht. "Dafür muss ich aber Ergebnisse liefern", so der Sportsoldat, der derzeit in Frankenberg stationiert ist. Da über die Erteilung des Förderprogramms jedes Jahr neu entschieden wird, müsse er konstant sehr gute Leistungen bringen und kann sich nur wenige Fehltritte erlauben, um seinen Traum leben zu können.

Im vergangenen Jahr holte er beim World-Cup in Jordanien - einem Turnier, zu dem aus jedem Land der beste Fahrer geschickt wird - die Goldmedaille. Bei der Weltmeisterschaft in Argentinien Anfang des Jahres ging er leer aus. Beim Golden-Trophy-Open in der Slowakei wurde er Fünfter. Ariano kommt viel durch die Welt, weiß aber, wo er sich am wohlsten fühlt. "Das ganze Reisen ist zwar schön und irgendwo auch ein Abenteuer, aber zu Hause kann ich wirklich mal runterkommen und Ruhe finden."

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