Mit breiter Brust gegen den Vize

Nach einer Woche Pause haben die Oberliga-Handballer der HSG Freiberg morgen eine ganz knifflige Hausaufgabe zu lösen. Doch die Freiberger haben auch viel neues Selbstvertrauen getankt.

Freiberg.

Nach insgesamt 17 Jahren, die Alexander Matschos in der (vielleicht nicht ganz so weiten) Handball-Welt unterwegs war, läuft der Routinier seit dieser Saison wieder im Trikot der HSG auf - und hat sich nach wenigen Spielen bereits unverzichtbar gemacht. Für HSG-Geschäftsführer Stefan Lange war der 37-Jährige der absolute Wunschspieler, und auch Cheftrainer Jiri Tancos setzt künftig noch mehr auf die Erfahrung des langjährigen Zweitliga-Spielers. Er beförderte ihn kürzlich zum Co-Trainer.

"Es freut mich natürlich, dass mir so viel Vertrauen entgegengebracht wird", sagt Alexander Matschos. Im ersten Match, in dem der Rückraumspieler offiziell als verlängerter Arm des Trainers auf dem Feld agierte, trug die Maßnahme sofort Früchte: Beim USV Halle erkämpfte sich die HSG mit 25:25 den ersten Auswärtspunkt. Vor dem spielfreien Wochenende gelang in Oebisfelde beim 30:28 dann auch der erste Saisonsieg. "Das war für den Kopf natürlich ganz wichtig", blickt Matschos zurück. Vor allem, weil der starke Aufsteiger, der zuvor nur am 1. Spieltag gegen Aschersleben verlor, sehr gut gestartet war und nach wie vor in der Spitzengruppe der Mitteldeutschen Oberliga steht (5.).

Man habe in dieser Partie einiges von dem umgesetzt, woran Mannschaft und Trainer nach dem erneut wenig gelungenen Saisonstart gearbeitet haben, erzählt der wurfstarke Rechtshänder (bislang 16 Tore). Vor allem das schnelle Umkehrspiel klappe endlich wieder besser. Dazu hatte die HSG mit der Rückkehr von Tino Hensel ein Plus auf der Torhüterposition, schätzt Matschos ein. Jetzt gehen die Freiberger mit breiter Brust ins morgige Heimspiel gegen den ungeschlagenen Tabellenzweiten HC Burgenland (9:1 Punkte): "Wir haben uns viel Selbstvertrauen geholt."

Der größte Druck sei nun zwar erst einmal weg, doch die Mannschaft müsse den Aufwärtstrend fortsetzen, fordert der HSG-Routinier. Denn mit 4:6 Punkten (11.) finden sich die Freiberger wie in den vergangenen drei Jahren zunächst im unteren Tabellendrittel wieder. "Jetzt spielen wir zuhause, und wir wollen auch den ersten Heimsieg einfahren", erklärt Matschos.

Die Aufgabe gegen den aktuellen Vize sei nicht unlösbar: Die Gäste aus Naumburg vollzogen im Sommer einen kleinen Umbruch und haben unter anderem ein neues Trainergespann. "Allerdings müssen wir eine Topleistung bringen", sagt Matschos. Das spielfreie Wochenende habe in dieser Hinsicht gut getan, da einige Spieler gesundheitlich angeschlagen waren.

Als Co-Trainer soll und will Alexander Matschos seine Erfahrung aus knapp 350 Zweitliga-Spielen für den Dessauer HV und den EHV Aue (dazu kommen fünf Jahre in der 3. Liga mit dem HC Elbflorenz) künftig auch im Training einbringen. So bespricht der 37-Jährige mit Trainer Tancos die Inhalte der Einheiten, auch die Videoanalyse erfolgt gemeinsam. Andreas Tietze, seit 1997 Co-Trainer der HSG (zwischenzeitlich auch drei Jahre Chefcoach), fühlt sich auf der Trainerbank keineswegs zurückgesetzt. "Auf dem Feld hat man nochmals eine andere Perspektive als auf der Bank", sagt der 50-Jährige. Alex sei mit seiner Erfahrung eine echte Verstärkung für das Trainerteam. "Und sechs Augen sehen zudem mehr als vier."

Mitteldeutsche Oberliga 6. Spieltag - Sa., 20 Uhr: HSG Freiberg - HC Burgenland (Ernst-Grube-Halle)

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