Mit Geschick durch die Felsen

Beim Enduro-WM-Lauf im italienischen Edolo hat sich der Peniger Edward Hübner achtbar aus der Affäre gezogen. Von Stürzen blieb er dennoch nicht verschont.

Vom Schlamm gezeichnet: Edward Hübner unterwegs im felsigen Extrem-Test in Italien.

Von Peter Teichmann

Äußerst harte Bedingungen haben die 84Teilnehmer aus 16 Nationen von vier Kontinenten bei der Enduro-GP-Weltmeisterschaft im italienischen Edolo am Fuße der Alpen erwartet. Mittendrin war der Peniger Edward Hübner, der dort seinen ersten WM-Lauf in diesem Jahr in Angriff nahm.

Die Verhältnisse waren typisch italienisch: Ein knackiger Cross-Test auf einer Wiese, ein kerniger Enduro-Abschnitt mit endlos vielen Steinen und Wurzeln quer durch den Wald sowie ein selektiver Extrem-Test in einem Bachbett, was alles durch eine anspruchsvolle Etappenführung abgerundet wurde. Weniger typisch italienisch präsentierte sich das Wetter. Immer wieder einsetzender Regen verschärfte die ohnehin schon weltmeisterlichen Anforderungen zusätzlich. "Vor allem der zweite Tag hatte es dann in sich. Schlamm und Nässe machten die Strecke aalglatt, sodass Stürze regelrecht vorprogrammiert waren", berichtet Hübner, der an diesem Wochenende so einiges wegstecken musste. "Aber den anderen ging es ja nicht anders. Es war schon interessant zu sehen, wie auch die weltbesten Fahrer abgekämpft aus der Prüfung kamen und über sich und die harten Bedingungen schimpften."

Das Wochenende begann mit dem obligatorischen Super-Test am Freitag, bei dem es der KTM-Fahrer eher ruhig angehen ließ. "Hier kann man eh nicht viel gewinnen", spielt Hübner darauf an, dass nur die neun Schnellsten des gesamten Enduro-GP-Feldes in den Genuss von Bonus-Sekunden kommen. Richtig ernst wurde es somit erst samstags und da war Hübner auf dem Posten. "Es lief alles recht gut. Nur im Extrem-Test hatte ich zwei kleinere Fehler. Aber unterm Strich bin ich mit meiner Leistung zufrieden", so der Peniger, der sich mit Rang 8 in der hart umkämpften E2-Kategorie überaus achtbar aus der Affäre zog.

Der Sonntag gestaltete sich noch einen Zacken heftiger, was der 30-Jährige auch gleich am eigenen Leib zu spüren bekam. "Ich bin gleich in der ersten Runde auf der Etappe gestürzt. Kein guter Einstand, wenn das zu Beginn des Tages passiert", gibt er zu. "Es ging an einer echt haarigen Stelle steil über eine Felsklippe bergab. Das Hauptproblem aber war, dass unterhalb Bäume standen und es so praktisch keine Auslaufzone gab", berichtet er. "Da alles sehr glatt und rutschig war, überholte mich beim Anbremsen mein Heck und was folgte war Erde, Himmel, Erde, Himmel, Erde", so seine bildliche Erklärung zum Überschlag. Danach habe er sich kurz sammeln und das Motorrad richten müssen, sagt der Peniger. "Zum Glück gab es keine schwerwiegenden Schäden und ich konnte weiterfahren." Nur eine Runde später war die tückische Passage Geschichte. Die Organisatoren hatten aus Sicherheitsgründen die Reißleine gezogen, da Hübners Überschlag bei weitem kein Einzelfall war.

Im weiteren Tagesverlauf musste der Fahrer vom Zschopauer KTM-Team Sturm den anspruchsvollen Bedingungen erneut Tribut zollen. "Im Enduro-Test war es stellenweise so dunkel, dass der normale Boden von Steinen oder Wurzeln kaum zu unterscheiden war. So bin ich gleich viermal gestürzt, weil ich diese einfach nicht gesehen habe." Dennoch reichte es für den Peniger mit Rang 9 erneut zu einem Ergebnis unter den besten Zehn. "Alles in allem bin ich zufrieden mit diesem Wochenende", resümiert Hübner. Als nächstes will er beim EM-Finale im polnischen Kielce an den Start gehen.

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