Mit neuem Unterbau auf Torejagd

Bei den Fußballern von Barkas Frankenberg gibt es wieder eine zweite Mannschaft. Diese ist das letzte Puzzleteil im großen Nachwuchsplan des Vereins.

Frankenberg.

Nachdem die Fußballer von Barkas Frankenberg im vergangenen Jahr ihre zweite Mannschaft mangels Spielern vom Großfeld-Spielbetrieb abmelden mussten, war die Trauer im Hammertal darüber groß. "Es war aber auch jedem klar, dass das kein Dauerzustand sein kann", sagt Fußball-Abteilungsleiter Thomas Wickleder. Denn eine zweite Mannschaft stellt im Plan der Frankenberger ein wichtiges Puzzleteil dar.

"Wir haben in den vergangenen Jahren unsere Nachwuchsarbeit kontinuierlich wiederaufgebaut", erklärt Wickleder. "Da haben wir schon gemerkt, wo der Zug hinfährt." Der Verein wollte nicht mehr von auswärtigen Spielern abhängig sein, die vielleicht sogar nur für Geld wechseln - stattdessen soll der Kader aus möglichst vielen Kickern bestehen, die Barkas selbst ausgebildet hat. "Damit wollen wir auch Stabilität im Verein schaffen und die Identifikation stärken."

Mittlerweile spielt in jeder Altersklasse mindestens eine Mannschaft mit dem Barkas-Logo auf der Brust. Die B-, C- und D-Junioren hatten auch ohne den Corona-Abbruch gute Aussichten auf den Klassenerhalt in der Landesklasse, der zweithöchsten Liga im Freistaat. "Die Arbeit macht sich langsam bemerkbar", so der Abteilungsleiter. Ziel ist, mit allen Nachwuchsteams auf Landesebene vertreten zu sein. "Damit wollen wir eine Basis schaffen, um den Kader der ersten Mannschaft kontinuierlich mit guten und mit dem Verein verbundenen Fußballern zu verstärken", sagt Wickleder.

Denn auch mit dem Aushängeschild des Vereins will der Verein wieder zurück auf die sächsische Fußball-Landkarte, von der er vor zwei Jahren verschwand. Das im März gegründete U-23-Perspektivteam der Frankenberger ist das letzte Puzzlestück in diesem Plan, in dem "der gesamte Nachwuchsbereich zusammenarbeitet", wie Wickleder erklärt.

Damit der Sprung zwischen den beiden Teams nicht zu groß wird, soll das Perspektivteam spielklassenmäßig möglichst nah an die "Erste" herankommen. Um das zeitnah zu realisieren, hat Barkas das Trainerteam, das in der Kleinfeld-Saison aus Oliver Schneider-König und Alexander Helzig bestand, erweitert. Mit Mario Kretzschmar konnten die Barkas-Verantwortlichen dabei einen erfahrenen Trainer von ihrem Konzept überzeugen, der durch seine Stationen - zuletzt bei Germania Mittweida - schon viele Erfahrungen mit Nachwuchs-Landesklasse-Teams hat. Dabei wollte der neue Coach nach dem Abschied in Mittweida eigentlich eine Pause einlegen. "Doch ich war sehr beeindruckt von dem, was hier aufgebaut wird", sagt der 44-Jährige. Vieles hänge von den handelnden Personen ab, so Kretzschmar. "Das hat hier alles einen sehr guten Eindruck gemacht und mich überzeugt."

Das neue Gespann betreut nun vor allem die Spieler, für die der Sprung von der A-Jugend in die erste Mannschaft noch zu groß ist. "Die Teams, die in der Junioren-Landesklasse spielen, haben eigentlich ein gutes Mittelsachsenliga-Niveau", schätzt Kretzschmar ein. "Wir wollen für die Jungs eine Entwicklungsmöglichkeit schaffen." Gleichzeitig gebe es mit dem Perspektivteam auch eine Möglichkeit, länger verletzte Spieler wieder an den Wettkampfbetrieb zu gewöhnen und Nachwuchskicker Luft im Männerbereich schnuppern zu lassen.

Trotz aller Ambitionen geben sich die Verantwortlichen für die kommende Spielzeit noch bescheiden. "Wir wollen eine gute Rolle spielen. Vom Aufstieg reden wir dabei nicht zwangsläufig", sagt Kretzschmar. Neben den verbliebenen Spielern, die in der vergangenen Saison auf dem Kleinfeld auf Torejagd gingen, und einigen A-Jugendlichen konnten die Frankenberger auch einige weitere junge Spieler für ihre U23 gewinnen.

"Vieles lief über Mundpropaganda, einige haben sich auch auf unseren Flyer hin gemeldet", so Kretzschmar. Komplett sei der Kader noch nicht, sagt er - und will noch Interessenten anlocken: "Wir suchen immer nach Spielern, die Lust und sportliche Ziele haben."

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