Mit Vollgas Richtung Podium

Wenn morgen in Hainichen die Motocrosser um wertvolle Punkte in der Sachsenmeisterschaft kämpfen, hat der gast- gebende Motorsportverein mit Richard Leißner und Tim Engelmann auch zwei Anwärter auf vordere Plätze im Rennen.

Hainichen.

So ganz optimal konnte sich Richard Leißner nicht auf die Landesmeistermeisterschaftsläufe im Motocross vorbereiten. "Wenn ich Spätschicht wie in dieser Woche habe, dann bleibt meist keine Zeit, um sich vormittags noch auf die Maschine zu setzen", sagt der 24-jährige Pilot, der beruflich als Drucker arbeitet. Umso besser, dass er bei den beiden Wertungsläufen am morgigen Samstag Heimvorteil hat. Die Lehmgrube kennt er schon viele Jahre.

In der MX1 - der Masterklasse bei der Sachsenmeisterschaft - befindet sich Richard Leißner derzeit auf dem 3. Platz. "Dass ich noch Erster werde, ist eher unwahrscheinlich. Der aktuelle Spitzenreiter Jan Uhlig aus Lugau hat bisher alle Rennen in dieser Saison gewonnen. Vielleicht klappt es ja noch mit dem 2. Platz", spekuliert der Pilot, der in Chemnitz wohnt um vom dortigen Motorrad-Team Köthe unterstützt wird. Besonderen Druck verspürt er beim Heimrennen nicht. "Ich weiß, dass viele Freunde und Arbeitskollegen an der Strecke stehen werden, aber das belastet mich in keinster Weise. In erster Linie soll es ja Spaß machen", sagt Leißner.

Dabei hätte seine Motocross-Karriere 2012 von einer Sekunde auf die andere enden können. "Bei der Trainingsvorbereitung in Italien bin ich bei einem Sturz böse auf den Rücken gefallen und habe ihn mir gebrochen. Ich hatte Glück, dass nicht noch mehr passiert ist." Spätestens seit diesem Zeitpunkt hat Leißner den Traum vom Motocross-Profi begraben. "Die Arbeit ist da wichtiger."

Das Training musste er allerdings nicht nur wegen beruflicher Verpflichtungen zurückfahren. "Derzeit finden sehr viele Wertungsläufe statt. Ich versuche dennoch, wenigstens einmal in der Woche noch eine Trainingseinheit zu absolvieren", sagt er. Leißner startete in dieser Saison zusätzlich noch im Deutschen Moto-Cross-Pokal. "Aber da habe ich so viele Rennen verpasst. Ich weiß derzeit gar nicht, auf welchem Platz ich in der Gesamtwertung stehe", schmunzelt er. Fit hält er sich derzeit mit Laufen und auf dem Mountainbike, was er zuletzt für sich entdeckt hat. "Ich denke, dass auch die Ausdauer eine meiner Stärken ist. Zudem bin ich bei den Starts ganz gut und springe schnell und weit." Lediglich auf sandigen Böden kommt Richard Leißner noch nicht so gut zurecht, doch davon gibt es in Sachsen keine.

In der Sachsenmeisterschaft der 50-ccm-Klasse kann am Wochenende vor heimischen Publikum der achtjährige Tim Engelmann die Gesamtwertung schon für sich entscheiden. Der jüngste Pilot des MSV Hainichen hat sich noch höhere Ziele gesteckt. Im kommenden Jahr möchte er bei der Ostdeutschen Meisterschaft starten - der Gesamtsieg bei der Sachsenmeisterschaft wäre da natürlich ein gutes Empfehlungsschreiben. Über seinen Vater Tino kam Tim als Vierjähriger selbst zum Motocross und hat bisher bereits einzelne Siege eingefahren. "Der Respekt vor den Strecken ist immer da, aber bisher bin ich glücklicherweise verletzungsfrei geblieben", sagt er. Auf das Heimspiel in der Hainichener Lehmgrube freut er sich natürlich besonders.

Diese wurde gestern noch einmal gewässert, weil es derzeit noch zu trocken ist. Die Trainingsläufe beginnen morgen um 8 Uhr.

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