Muldaer beenden Abenteuer

Die Fußballer des SVM ziehen sich aus der Mittelsachsenliga in die Mittelsachsenklasse zurück. Dort soll der Erfolg zurückkehren, doch einfach wird auch die nächste Saison nicht.

Mulda.

Das Pokalspiel beim SV Wacker Auerswalde (1:3) am vergangenen Sonntag ist für die Fußballer des SV Mulda das vorerst letzte als Mittelsachsenligist gewesen. Die Muldaer haben sich entschlossen, ihren Startplatz abzugeben und ziehen sich nach drei Jahren freiwillig aus dem Oberhaus des Kreises zurück.

Dass diese Entscheidung knapp war, zeigt schon der Eingang des Verzichts: "Zwölf Minuten vor Meldeschluss für die neue Saison ist die Information aus Mulda gekommen", sagt Haiko Stäbler, der Vorsitzende des Spielausschusses beim Kreisverband Fußball. "Wir waren in der Tat etwas spät dran", gibt Sebastian Kraut zu. "Aber durch die Corona-Pause haben wir uns nicht eher zusammensetzen können." Grund für den Rückzug war unter anderem die schlechte Bilanz in der abgebrochenen Saison, so der Muldaer Routinier. In den ausgetragenen 14 Punktspielen holte Mulda nur 8 Punkte (zwei Siege, zwei Remis) und landete damit auf dem 13. Platz. "Da haben wir uns schon ein paar Gedanken gemacht", sagt Kraut.

Der 33-Jährige musste beim Pokal-Halbfinale in Auerswalde gesperrt zuschauen und schlüpfte dabei in die Rolle des Trainers -die er in Zukunft einnehmen wird. "Da Andy Lippmann künftig nicht mehr als Trainer zur Verfügung steht, werde ich bei den Männern an die Seitenlinie gehen", kündigt Kraut an. Bisher hatte er die A- und B-Junioren des Vereins trainiert. In der kommenden Saison soll das Team vor allem den Spaß am Fußball zurückfinden. Der kommt bekanntlich nur über den Erfolg. Die drei Spielzeiten in der Mittelsachsenliga, in denen die Mannschaft zumeist um den Klassenerhalt kämpfte, seien nervenzehrend und ein Abenteuer gewesen, sagt Kraut. Und mit den vielen jungen Spielern, die im Muldaer Kader standen, sei es Fluch und Segen zugleich. "Ihnen fehlt für solche Spiele naturgemäß einfach noch die Erfahrung."

Kraut ist damit nach David Kirsch, Karsten Stehr und Andy Lippmann der vierte Trainer binnen zwei Jahren in Mulda. "Es ist richtig, dass wir gerade auf dieser Position zuletzt wenig Kontinuität hatten", erklärt er. Als Spieler will er aufgrund seiner Trainertätigkeit daher ganz aufhören. "Ich würde nur noch im äußersten Notfall aushelfen."

Doch dieser könnte schneller eintreten als erwartet. Denn neben Andy Lippmann wird künftig auch Eric Baumgart, der aufhört, nicht mehr zur Verfügung stehen. Was noch schwerer wiegt, sind die drei Abgänge: Torwart Justin Becker, Kapitän Kevin Budach und Offensivspieler Lukas Erler wechseln zum Ortsnachbarn SV Lichtenberg und wollen ihr Glück in der Landesklasse versuchen. "Neuzugänge haben wir bislang noch keine", so Kraut. Zum Kader für 2020/21 gehören momentan nur 14 Spieler. "Wir hoffen auf Unterstützung aus unserer zweiten Mannschaft", sagt der neue Coach. Aus der A-Jugend will Kraut nicht unbedingt die Spieler abziehen. "Sie sollen dort noch ein Jahr zusammen spielen und Erfahrungen sammeln."

Ziele für die neue Spielzeit wollen sich die Muldaer keine stecken. "Der Klassenerhalt sollte es natürlich mindestens sein." Die Truppe habe in den vergangenen Pokalwochen gut mitgezogen, lobt Kraut. Und beim 8:7 nach Elfmeterschießen gegen Flöha, als Mulda ein 0:2 aufholte, habe man gesehen, dass sie auch Moral habe, so der 33-Jährige.

Durch den freiwilligen Muldaer Rückzug dürfen aus der Mittelsachsenklasse zwei Teams aufsteigen. Neben Staffelsieger Wacker Auerswalde kehrt damit auch der Zweite, der Siebenlehner SV, nach nur einem Jahr ins Oberhaus zurück. "Wir wurden vom Verband gefragt, ob wir wollen - und da gab es keine großen Diskussionen", erklärt der Siebenlehner Trainer Andreas Schnobl. Aber man habe auch Glück gehabt: Mit 32 Punkten lag der SSV nur knapp vor dem Dritten Claußnitz (30). "Die hätten ohne die Corona-Pause sicher noch einmal angegriffen." Auf Neuzugänge will Siebenlehn verzichten. "Die Jungs wollen den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen." Ein Fußballtraining sei derzeit aber in Siebenlehn nicht möglich, da der Rasen saniert wird.

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