Nach Unfall: Ein Team kehrt zurück

Vor zwei Wochen hat sich der Bus des SV Hartmannsdorf auf der Fahrt zu einem Spiel überschlagen. Wie schwer war es für die Kicker, zur Tagesordnung überzugehen?

Hartmannsdorf.

Sie hatten einen Schutzengel im XXL-Format. Es geschah am 4. März, als die Fußballer des SV Hartmannsdorf auf dem Weg in die Sächsische Schweiz zum Landesklassen-Auswärtsspiel gegen den SV Wesenitztal waren. Vorweg fuhr Trainer Alexander Theuer - am Steuer eines Ford-Transporters, in dem sieben Spieler saßen. Der Rest des Teams folgte in zwei Pkw. Deren Insassen mussten mit ansehen, wie auf der A 4 in der Nähe von Dresden ein Reifen des Transporters platzte - bei einer Geschwindigkeit von etwa 130 Kilometern pro Stunde. Der Kleinbus überschlug sich. Theuer sprach am Tag danach von einem Wunder, dass alle acht Insassen nur leicht verletzt wurden.

Morgen, gut zwei Wochen nach dem Crash, wollen die Hartmannsdorfer erstmals wieder um Punkte kämpfen. "Wir treten definitiv zum Heimspiel gegen den Hainsberger SV an", sagte Trainer Theuer auf Anfrage. Er ist mit seinen Schützlingen zur sportlichen Tagesordnung übergegangen. Anfangs sei an das übliche Fußball-Programm aber nicht zu denken gewesen. "Wir trainieren immer dienstags und freitags. Am Dienstag nach dem Unfall haben wir uns zwar getroffen, aber nur miteinander geredet", berichtete der 42-Jährige. Jeder habe seine Sichtweise des Unfalls geschildert und beschrieben, was er in dem Moment gedacht hat. "Es wurde auch schon wieder gelacht. Alle waren einfach nur glücklich, dass nichts Schlimmes passiert ist", sagte Theuer, der als Physiotherapeut in Chemnitz tätig ist. Bei der Aufarbeitung des Unfalls mit seinen Spielern sei ihm die psychologische Schulung zugutegekommen, die er im Rahmen seiner Berufsausbildung absolviert habe.

"Wir müssen den Zwischenfall auf der Autobahn hinter uns lassen und die beiden Dinge strikt trennen - den Unfall und die sport- lichen Ziele, die wir verfolgen", bemerkte Theuer. Der SV Hartmannsdorf wolle die Landesklasse unbedingt halten. "Schließlich haben wir sportlichen Ehrgeiz. Der Unfall darf kein Alibi für die Spieler sein", betonte der Coach, der mit seiner Elf zurzeit noch auf einem Abstiegsplatz der Staffel Mitte steht.

Morgen soll gegen Hainsberg gepunktet werden, auch wenn das gegen den Vierten der Tabelle eine schwierige Aufgabe ist. In der Hinrunde hatten die Hartmannsdorfer gegen diesen Kontrahenten eine 0:4-Niederlage kassiert. Was optimistisch stimmt: Mit Ausnahme eines Spielers haben alle Mann ihre leichten Blessuren des Unfalls auskuriert und sind einsatzfähig. Lediglich Marco Steinert müsse noch pausieren. "Er hatte sich die Schulter ausgekugelt", erklärte Theuer.

Ihre nächste Auswärtspartie bestreiten die Hartmannsdorfer am 1. April in Meißen. Wird sich der Trainer dann wieder ans Steuer setzen? Alexander Theuer bejaht. "Ich bin auch schon an dem Montag nach dem Unfall wieder Auto gefahren", berichtet er. Allerdings stehe noch nicht fest, ob bis zum Meißen-Spiel ein neuer Kleinbus angeschafft ist, nachdem der alte bei dem Crash völlig demoliert wurde. "Das Fahrzeug war Vereinseigentum und versichert", erklärt Theuer. (ms)

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