Nachwuchs will große Schritte machen

Beim offenen Stützpunkttraining im Chemnitzer Sportforum sind auch die Leichtathleten der TSG Oederan dabei - die ausnahmsweise einmal nicht auf ihren Trainer hören.

Chemnitz/Oederan.

Leichtathleten genießen von klein auf eine solide Grundausbildung. Jede Disziplin wird getestet, die unterschiedlichen Bewegungsabläufe trainiert. Ab dem 16. Lebensjahr beginnen die meisten Athleten, sich zu spezialisieren. Die 13- bis 15-Jährigen, die im Chemnitzer Sportforum regelmäßig am Stützpunkttraining des Leichtathletikverbandes Sachsen (LVS) teilnehmen, haben bereits konkrete Vorstellungen, auf welche Disziplinen sie künftig den Fokus legen.

Zweimal pro Woche bietet der Verband in Zusammenarbeit mit dem LV 90 Erzgebirge ein Training für Sprint- und Sprungdisziplinen an, sagt LSV-Trainer Jens Hoyer. "Es ist als zusätzliche Schulung neben dem normalen Vereinstraining ausgelegt." Das Ganze sei nicht nur für die Kadersportler des LV 90 gedacht, sondern finde als offenes Training vereinsübergreifend statt, so Hoyer, der auch Disziplintrainer Dreisprung beim Deutschen Leichtathletikverband ist. So sind neben den Erzgebirgern auch Jugendliche der TSG Oederan und der SG Adelsberg regelmäßig im Sportforum dabei.

Ihre Anweisungen erhalten die jungen Sportler dort hauptsächlich von Christopher Montague und Lukas Hofmann. "Ziel ist, dass sie durch uns ein neues Level erreichen", sagt Montague, der für die Sprintübungen zuständig ist. Der Student der Sportwissenschaften hat dabei eine Menge Erfahrung aufzuweisen: Nach einem Praktikum an der Sprintakademie in London wurde er ins Team von Sprint-Bundestrainer Jörg Möckel aufgenommen und arbeitet als Assistenzcoach mit den Klassesprintern Rebekka Haase, Corinna Schwab, Marvin Schlegel und Patrick Elger zusammen. Junge Athleten zu trainieren, mache genauso viel Spaß, sagt der 23-Jährige. "Die größte Herausforderung bei der Arbeit mit Jugendlichen ist, ein Techniktraining zu entwickeln, das Spaß macht, aber auch dazu führt, dass sie sich die Bewegungen vor ihrem inneren Auge gut vorstellen können", so Montague.

Auch Uwe Bellmann, der Trainer der TSG Oederan, ist mit seiner siebenköpfigen Mädchentruppe beim Stützpunkttraining dabei. Der frühere DDR-Meister im Hochsprung hält sich mit Anweisungen an seine Gruppe aber zurück. "Es ist gut, dass sie Ratschläge und Meinungen von anderen Trainern erhalten und nicht immer nur meine Nörgeleien", sagt der 52-Jährige schmunzelnd. Der Austausch mit mehreren Übungsleitern sei belebend. Dieser Aussage kann sich Anna Weichelt nur anschließen. Die 15-Jährige will vor allem im Sprintbereich dazulernen und nimmt das zusätzliche Trainingsangebot gern mit. "Es ist schön, mit anderen zu trainieren und mehr Abwechslung zu haben."

Über 300 Meter ist die junge Oederanerin mit 42,04 Sekunden aktuell Viertschnellste ihrer Altersklasse in Deutschland. "Sobald wieder Wettkämpfe stattfinden, will ich die Zeit noch toppen", sagt Anna Weichelt, die mit ihrer Freundin und Teamkollegin Josefine Stange hohe Ziele verfolgt. "Unser Traum ist, in ein paar Jahren bei den Deutschen Meisterschaften anzutreten."

Auch wenn die Jugend-DM dieses Jahr aufgrund von Corona ausfiel, werden die beiden Sprinterinnen noch genug Chancen erhalten, sich zu verbessern und ihrem Ziel näherzukommen. Allerdings findet der Trainingsbetrieb im Sportforum aufgrund der aktuellen Corona-Situation derzeit nur donnerstags statt - mit lediglich vier Kaderathleten des DLV, erklärt Jens Hoyer. Sobald es die Regelungen zulassen, dürfen aber auch die anderen jungen Sportler wieder mitmachen.

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