Nervenkitzel zum Saisonauftakt

Die Freiberger Bundes- liga-Kegler haben ihr erstes Spiel glücklich gewonnen, die Damen aus Brand-Erbisdorf hatten dagegen auswärts Pech.

Stolperstart: Die Kegler des ATSV Freiberg um Robert Mehlhorn kamen gegen Aufsteiger Stollberg zu einem glücklichen Sieg.

Einen wahren Stotterstart haben die Kegler des ATSV Freiberg zu Beginn der neuen Saison in der 2. Bundesliga Ost/Mitte hingelegt. Die Bergstädter mühten sich zu einem 5:3-Erfolg über Aufsteiger SKV 9Pins Stollberg, wobei es sogar lange nach einer krachenden Niederlage aussah.

Die Gäste starteten furios und führten die Hausherren ein ums andere Mal vor. Robert Mehlhorn hatte große Probleme mit seinem Spiel und sah keinen Stich. Ingolf Stein gewann zwar zwei Bahnen, zog aber in der Gesamtwertung ebenfalls den Kürzeren. Beim Stand von 0:2 konnte auch der erfahrene Olaf Lange dem Druck nicht standhalten: 0:4 Sätze und mehr als 80 Kegel minus standen für den 54-Jährigen zu Buche. Andreas Göthling tat sich ebenfalls sehr schwer, brachte sein Spiel jedoch durch, weil die Stollberger nun etwas nachließen.

Trotz dieses Punktgewinns sah es nicht rosig aus für den ATSV. Angesichts von 115 Kegeln Rückstand tendierten die Chancen auf einen Heimsieg gen Null, so ATSV-Kapitän Michael Hahn. "Ich dachte zu diesem Zeitpunkt - das war's."

Der 35-Jährige und Michael Zimmer, der aus der zweiten Mannschaft ins Bundesliga-Team gerückt war, warfen aber noch einmal alles in die Waagschale - mit Erfolg. Die Freiberger kamen Kegel um Kegel heran. Nach zwei Bahnen hatten die beiden ATSV-Spieler bereits drei Viertel des Rückstands aufgeholt, eine weitere Bahn später trennten beide Teams nur noch elf Kegel. Hahn hatte bereits drei Sätze gewonnen, und auch Zimmer führte gegen Gästekapitän Stefan Werth 2:1.

Die Entscheidung fiel bei den letzten Vollen, als sowohl Zimmer (103) als auch Hahn (105) noch einmal aufdrehten und so den nicht mehr für möglich geglaubten Sieg einfuhren. 32 Kegel hatte der ATSV am Ende mehr auf seinem Konto (3392:3360). "Das war Nervenkitzel pur", atmete Olaf Lange auf.

StatistikATSV Freiberg: Mehlhorn (549 Kegel/1:3 Sätze), Stein (583/2:2), Göthling (550/3:1), Lange (505/ 0:4), Hahn (606/4:0), Zimmer (599/3:1)

Ohne Punkte kehrten dagegen die Damen des SSV 91 Brand-Erbisdorf von ihrem Auftaktspiel zurück. Sie unterlagen am Sonntag bei Vorjahresmeister Dessauer SV 3:5 (3039:3432). Rica Ulbricht zog zunächst knapp den Kürzeren, aber Katrin Heutehaus, Maike Weinhold und Marlies Wurscher brachten die Gäste zwischenzeitlich mit 3:1 Punkten in Front. In der Gesamtkegelzahl lag der SSV aber weiterhin im Hintertreffen. Christina Reuter/ Antje Lippmann und Uta Baumgart waren danach chancenlos, sodass die Niederlage besiegelt war.

"Wir sind ohne Illusionen nach Dessau gefahren", sagte Teamchefin Rica Ulbricht. Aber im Vergleich zum Vorjahr, als es ein 0:8 gab, habe sich die Mannschaft deutlich gesteigert und sei sogar nur knapp an einem Unentschieden vorbeigeschrammt. (miha/uc/sb)

Statistik SSV Brand-Erbisdorf: Ulbricht (524/2:2), Heutehaus (575/2:2), M. Weinhold (529/3:1), Wurscher (549/2:2), Reuter/Lippmann (390/0:4), Baumgart (472/0:4)

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