Neue Jagd nach WM-Punkten

Nach einer siebenwöchigen Sommerpause geben die Arnsdorfer Brüder Kevin und Leon Orgis wieder in der Junioren-Weltmeisterschaft Gas. Auch in der rennfreien Zeit waren beide fleißig.

Arnsdorf.

Für Kevin und Leon Orgis ist es schon ein komisches Gefühl gewesen, als sie vor gut zehn Tagen den Sachsenring besucht haben, allerdings diesmal nicht im Rahmenprogramm des Grand-Prix-Wochenende mitwirken durften. Die Läufe der Junioren-Weltmeisterschaft, in der beide in dieser Saison starten, finden zum Großteil in Spanien statt und gastieren gar nicht in Deutschland. "Dieses Jahr hatten wir die Chance, ganz privat hinzugehen und die Atmosphäre zu genießen", sagt Kevin. "Trotzdem wäre ich gern mitgefahren, da mir das einfach mehr Spaß macht, als anderen dabei zuzusehen." Sein Bruder Leon schaute bei seinem Team Kiefer Racing, das auf dem Sachsenring Grand-Prix-Pilot Dominique Aegerter aus der Schweiz betreute, etwas genauer über die Schulter. "Das Team hat an diesem Wochenende sehr gute Arbeit geleistet und ich hoffe natürlich, dass es bei uns genau so laufen wird", sagt Leon.

Aegerter startete am Sachsenring von Position 23 und fuhr mit Platz14 zwei WM-Punkte ein. Für die Orgis-Brüder wäre ein ähnlicher Rennverlauf bei der fünften Station der Junioren-WM am Wochenende im spanischen Aragón sicherlich zufriedenstellend - schließlich warten beide noch auf Zählbares. Doch die Entwicklung stimmt sie zuversichtlich. "Es fehlt nicht mehr viel zu meinen ersten Punkten", sagt Kevin. "Ich muss mich vor allem darauf konzentrieren, im Qualifikationstraining besser zu werden, um für das Rennen eine bessere Ausgangsposition zu haben." Beim vergangenen Lauf in Barcelona habe er das Renntempo gehabt, um in die Punkte zu fahren, sagt er. "Doch wenn man von Platz 38 aus startet, ist die Gruppe, in der es um Punkte geht, meist schon zu weit weg." Leon ist dagegen noch etwas skeptischer. "Es ist immer schwer zu sagen, wie viel noch fehlt, aber das ein oder andere Prozent werden wir mit Sicherheit noch finden." Der 17-Jährige, der eine Ausbildung in einem Chemnitzer Energieunternehmen absolviert, kennt im Gegensatz zu seinem Bruder Kevin die Strecke in Aragón noch nicht. "Für mich ist es das erste Mal in dieser Saison, dass ich auf eine bekannte Strecke komme. Da ich die vergangenen beiden Jahre im Red-Bull-Rookies-Cup dort gefahren bin, wird es etwas einfacher für mich", sagt Kevin.

Bei beiden Piloten ist die Vorfreude auf das nächste Rennwochenende groß. "In Barcelona hatte ich ein sehr gutes Gefühl und wollte direkt weiterfahren", so Kevin. "Und mir hat das Gefühl, auf einer Rennstrecke zu fahren, in den vergangenen Wochen einfach gefehlt", sagt Leon. Er habe in dieser Zeit besonders auf den Sport und seine Ernährung geachtet. "Mit dem perfekten Gewicht kann ich noch mehr Geschwindigkeit erlangen." Trainiert haben beide an ihrer Fitness und natürlich auch auf Motorrädern. "Besonders bei den relativ hohen Temperaturen in Deutschland war das eine super Vorbereitung auf das Rennen in Aragón", schätzt Leon ein.

Dabei mussten beide Arnsdorfer nach dem Barcelona-Wochenende einen Schock verkraften. In ihrem Rennen stürzte das spanische Talent Andreas Perez und erlag später seinen schweren Verletzungen. "Obwohl wir alle danach sehr traurig waren, würde ich niemals mit dem Motorradfahren aufhören oder anders an die Sache herangehen", sagt Kevin Orgis. "Uns ist vom ersten Tag an klar, dass dieser Sport sehr gefährlich ist. Aber das ist auch der Reiz daran."

Für den 18-Jährigen steht zudem ein neuer beruflicher Schritt an. Er bestand im Juni sein Abitur. "Trotz dass ich in den vergangenen beiden Jahren oft gefehlt und viel verpasst habe, habe ich meinen Abschluss mit einer Zwei gemacht." Im Oktober wird er nun voraussichtlich ein Studium zur Kraftfahrzeugproduktion und -technik in Chemnitz beginnen. Doch zunächst kann er sich voll und ganz auf Aragón konzentrieren.

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