Neue Ziele im Visier

Langläuferin Marie Herklotz hat den Umstieg zum Biathlon gemeistert. Bei den Deutschen Meisterschaften gewann die junge Holzhauerin zweimal Edelmetall und war dabei sogar mit einer Olympiastarterin unterwegs.

Holzhau.

Dass Sportler mit ihren Idolen in einem Wettkampf antreten können, passiert nicht allzu oft. Marie Herklotz hatte jetzt das Glück: Die junge Biathletin von der SG Holzhau durfte bei den Deutschen Meisterschaften, die kürzlich in Altenberg und Oberhof über die Bühne gingen, mit Olympiastarterin Denise Herrmann an den Start gehen - und das sogar gemeinsam in einer Staffel.

"Das war absolut toll", strahlt Marie Herklotz. "Denise ist mein großes Vorbild." Wie die Holzhauer Sportlerin war auch Herrmann als Langläuferin erfolgreich (Staffelbronze bei Olympia in Sotschi), ehe sie 2016 zum Biathlon wechselte und bei den Olympischen Spielen im Februar in Pyeongchang Sechste in der Verfolgung wurde. Sie sei ein Paradebeispiel für den erfolgreichen Umstieg vom Speziallanglauf zum Biathlon, so Marie Herklotz.

Auch die Holzhauerin war erfolgreich in der Loipe unterwegs, gehörte jahrelang zu den besten deutschen Langläuferinnen ihrer Altersklasse. Fünf deutsche Meistertitel gewann die Sportgymnasiastin. Dennoch habe sie eine neue Herausforderung gesucht, sagt die 18-Jährige. "Die Motivation für das harte Training war nicht mehr so da."

Biathlon ist zwar kaum weniger trainingsintensiv - aber der Spaß am Sport und am Wettkampf seien zurückgekehrt, sagt die Abiturientin, die im Frühjahr 2017 nach Altenberg wechselte und dort die 13.Klasse des Sportgymnasiums besucht. Neben Ski- oder Rollskitraining kommen noch vier Schießeinheiten pro Woche dazu, so Herklotz, die rund 15 Stunden pro Woche trainiert. Erfahrungen beim Biathlon hatte sie zuvor keine gesammelt. "Ich war ein absoluter Frischling", sagt sie schmunzelnd. Nur durch ihre Schwester Anna, die schon einige Jahre als Biathletin unterwegs ist, habe sie ein wenig vom Winterzweikampf mitbekommen.

Trotzdem wagte sie den Sprung ins kalte Wasser - und hat sich bereits freigeschwommen. Bei Teil eins der DM auf ihrer neuen Hausstrecke in Altenberg sicherte sich die Nachwuchsathletin sogar auf Anhieb einen Titel: Im Sprint über 7,5 Kilometer gewann Marie Herklotz mit einem fehlerfreien Schießen und einer starken Laufleistung Gold bei den Juniorinnen. In der Damenkonkurrenz landete sie auf Platz 16. Im Verfolgungsrennen über 7,5 Kilometer gab es zudem Silber. "Da habe ich leider nicht gut geschossen", blickt Marie Herklotz zurück. Sieben Strafrunden bei den vier Schießeinlagen konnte auch die frühere deutsche Jugendmeisterin in der Loipe nicht wettmachen. "Dennoch ist die Medaille natürlich toll."

Beim zweiten Teil der Titelkämpfe im thüringischen Oberhof belegte sie die Plätze 5 und 6 im Speziallanglauf und beim Massenstart. Im Staffelwettbewerb der Damen konnte Marie Herklotz dann ihren ersten Biathlon-Medaillensatz komplettieren: Mit Denise Herrmann und ihrer Trainingskollegin Tamina Poike gewann sie für Sachsen Bronze. "Wir waren sehr stolz, dass wir neben Denise starten durften", sagt die 18-Jährige. "Das es auch noch eine Medaille wurde, ist Wahnsinn." Poike war für das sächsische Damenteam angelaufen, Herklotz startete als Zweite, und Herrmann sicherte dann Bronze im Feld der zwölf Staffeln.

Auch den Traum, wie Denise Herrmann bei Olympia dabei zu sein, träumt Marie Herklotz natürlich. "Das macht doch fast jeder Sportler", sagt die junge Athletin und lächelt. Sie lasse jetzt aber einfach alles auf sich zukommen. Ziele setzt sich die frischgebackene Deutsche Meisterin dennoch: Sie möchte sich in der neuen Saison eine Fahrkarte zur Junioren-Weltmeisterschaft, die Ende Januar in Osrblie in der Slowakei stattfindet, erkämpfen. "Das ist mein nächstes großes Ziel."

Uwe Lachmann, der Vorsitzende der SG Holzhau, wird seiner Sportlerin dafür fest die Daumen drücken. "Sie ist natürlich ein Aushängeschild unseres kleinen Vereins, und wir unterstützen Marie, wo wir können", sagt der 54-Jährige, der seit zehn Jahren an der Spitze der Sportgemeinschaft steht. "Wir sind alle sehr stolz auf sie."

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