Neues Glück beim alten Rivalen?

Die Oberliga-Handballer der HSG Freiberg stehen im Sachsenderby in Pirna bereits unter Zugzwang. Die Stimmung ist trotzdem optimistisch.

Freiberg.

Bei Felix Lehmann verläuft so ziemlich alles planmäßig: Lehr- und Stundenplan bestimmen den Tag des angehenden Grundschullehrers, Trainings- und Spielplan den sportlichen Alltag des Kreisläufers der Freiberger Oberliga-Handballer. Und auch privat ist der Kalender ein ständiger und unabkömmlicher Begleiter, gibt Lehmann schmunzelnd zu: "Es ist eigentlich alles durchorganisiert."

Ganz und gar nicht planmäßig verlief in diesem Jahr aber der Start in die neue Saison der Mitteldeutschen Oberliga mit der HSG. Nach vier Spieltagen warten die Freiberger immer noch auf den ersten Sieg, stehen mit 1:5 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Das Spiel beim Aufsteiger HSV Bad Blankenburg, das die HSG noch in der Hinterhand hat und das nächste Woche nachgeholt wird, erscheint in der momentanen Verfassung der HSG-Dachse auch alles andere als ein Selbstläufer. Zwar sei die Stimmung im Team momentan keinesfalls am Boden - "aber wir hatten uns den Start natürlich etwas anders vorgestellt", sagt Felix Lehmann.

Nicht zuletzt nach dem 3. Platz der Vorsaison sowie nur einer Niederlage in der Rückrunde. Jetzt stehe die Mannschaft - wie auch in den Spielzeiten zuvor - erneut früh unter Zugzwang, so der 23-Jährige. "Wir müssen langsam punkten, damit Ruhe einzieht." Alle seien in dieser Hinsicht aber optimistisch, denn die Einstellung stimme, betont der junge Pädagoge. "Wir haben auch gegen Halle kämpferisch alles gegeben." Zwar sei der erste Zähler der Saison beim 33:33 eher glücklich gewesen, weil die HSG in der 2. Halbzeit mit vier Toren hinten lag. Andererseits stand es kurz vor Schluss 32:30 für die Hausherren. "Unser Aufbäumen sollte auf alle Fälle weiter Mut machen und ist vielleicht ein Signal", sagt Lehmann.

Beim alten Rivalen Pirna/Heidenau hoffen der Kreisläufer und seine Teamkollegen am Sonnabend nun auf den ersten vollen Erfolg. Man fahre auf jeden Fall mit einem sehr guten Gefühl nach Pirna, so Felix Lehmann. Erst im März hatten die Freiberger an der Elbe mit einem furiosen 25:22-Sieg den Grundstein für den späteren 3. Tabellenplatz gelegt. Im Moment steht Pirna (4./5:3) aber weit vorn in der Tabelle, während hinter der HSG (13./1:5) nur noch der HBV Jena (0:8) rangiert. Man habe trotz des missglückten Starts Vertrauen in die eigenen Stärken, obwohl gerade die Derbys gegen Pirna immer sehr harte und enge Duelle waren, so Lehmann. "Aber vielleicht müssen wir das Glück jetzt auch ein bisschen erzwingen."

HSG-Coach Alexander Matschos hat vor dem Duell gegen den alten Rivalen ebenfalls ein gutes Gefühl. Er sei grundsätzlich optimistisch - und der starke Auftritt vom März allen natürlich noch in guter Erinnerung, sagt der 38-jährige Spielertrainer, der damals sechs Tore beigesteuert hatte. Ein schönes Match erwartet der langjährige Zweitligaspieler jedoch nicht: "Die Partie wird wieder in der Abwehr und über den Kampf entschieden." Matschos kann dabei erneut auf den kämpferisch überzeugenden Kader der Vorwoche bauen und glaubt fest an den ersten Saisonsieg: "Ein Derby spielt man nicht, ein Derby gewinnt man."

Mitteldeutsche Oberliga 5. Spieltag - Sa., 19.30 Uhr: SG Pirna/Heidenau - HSG Freiberg (SH Pirna-Sonnenstein)

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