Noch keine Partystimmung

Die Internationalen Schülerspiele haben für die Freiberger mit etlichen Enttäuschungen begonnen, was das Umfeld betrifft. Sportlich gibt es positive Schlagzeilen.

Freiberg.

Bei den jungen Freiberger Sportlern, die am Dienstag optimistisch und gut gelaunt zu den 51.Internationalen Schülerspielen nach Kaunas gestartet waren, hat zu Beginn einige lange Gesichter gegeben. Vieles sei nicht so, "wie es im Internet beworben wurde", sagt Delegationsleiter Arne Gorzolla.

So seien es alles andere als Spiele der kurzen Wege, wie angekündigt. Die Freiberger sind nicht im modernen Campus der Technischen Universität Kaunas nahe den Sportstätten untergebracht, sondern in einer anderen Uni am Stadtrand, "direkt an der Autobahn", schüttelt Gorzolla den Kopf. Zu den Sportstätten der fahre man nun 45 Minuten mit dem Bus, "wobei die Busse auch noch rappelvoll sind", sagt der 49-Jährige. Für die Damen habe es zu Beginn nicht genug Betten gegeben, während sich der Freiberger Delegationsleiter in seiner Unterkunft "wie in einer russischen Kaserne" fühlt.

Was aber wesentlich schwerer wiege, sei die Verpflegung für die Aktiven, ärgert sich Arne Gorzolla: Diese sei zum Teil sportleruntauglich. Zum anderen hätten die Leichtathleten am Mittwoch nicht einmal ein Mittagessen bekommen. "Die Organisation ist absolut mangelhaft", so der Leiter der Freiberger Delegation, der seit zehn Jahren in dieser Funktion bei Schülerspielen dabei ist. Kritik gab es auch an der Eröffnungsveranstaltung: "Das war mit Abstand die schlechteste, seitdem ich dabei bin", sagt Gorzolla. Es gab keinen Einmarsch der Sportler, keine Flamme wurde entzündet, und die "Dauershow" sei unterstes Niveau gewesen. "1500 junge Sportler waren zum Feiern gekommen - und dienten nur als Staffage für eine Liveübertragung, die zur Selbstbeweihräucherung der Gastgeber, von Komitee und Ehrengästen diente", findet Gorzolla harte Worte. Die Sportler hätten nur weggewollt.

Positiv seien die Sportstätten in der zweitgrößten Stadt Litauens, lobt der Teamchef. Und dort mischten die Freiberger gestern ordentlich mit. Emily Langer schwamm über 50 m Schmetterling ins B-Finale und dort nach toller Steigerung in 30,98 s auf Platz 3 (Gesamtrang 11). Auch Ilja Sukhanov stand über 110 m Brust im B-Finale. Ansonsten helfen sich die Freiberger Sportler und Betreuer selbst: Gestern Mittag zum Beispiel durfte sich ein Pizzaservice in Kaunas über eine nicht unbeträchtliche Bestellung freuen.

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