Oederaner haben alles im Griff

Die Judoka der TSG haben ihre beiden Heimkämpfe in der Verbandsliga klar gewonnen. Die Mittelsachsen hatten jedoch ein hartes Stück Arbeit zu bewältigen - zum Teil sogar im Vorfeld des Kampftages.

Oederan.

Maurice Last dürfte ein etwas bizarres Bild abgegeben haben, als er von seinem derzeitigen Arbeitsort Hamburg im Auto nach Oederan fuhr. Obwohl die Außentemperaturen gestiegen waren, hatte sich der 20-Jährige im Auto in eine dicke Jacke eingewickelt, eine Mütze aufgesetzt und die Heizung volle Pulle aufgedreht. Mit dieser Aktion verfolgte der Judosportler der TSG Oederan ein klares Ziel: Er musste innerhalb von vier Tagen sieben Kilogramm von den Rippen bekommen, um in den Heimkämpfen der Verbandsliga gegen den Chemnitzer PSV II und den JC Crimmitschau in der Klasse bis 60 Kilogramm auf die Matte gehen zu können. Pünktlich zum Wiegen am Samstag hatte Last das erforderliche Gewicht erreicht und leistete anschließend mit zwei Siegen seinen Beitrag, dass die TSG Oederan den CPSV II mit 6:1 und die Crimmitschauer 5:2 bezwang.

Nach drei Kampftagen verfügt das Oederaner Team damit nun über 8:4 Punkte und hat als Tabellenvierter vor dem abschließenden Kampftag am 22. Juni die Chance, nach einer Medaille zu greifen. Dann muss die TSG allerdings gegen den verlustpunktfreien Spitzenreiter RBS Leipzig und den Tabellendritten Grün-Weiß Dresden (ebenfalls 8:4) ran. "Wir wissen natürlich, dass diese Auswärtshürde sehr hoch ist. Aber wir haben einen Podestplatz fest im Blick, alle sind entsprechend motiviert", sagte Oederans Teamchef Amadeus Veit.

Trotz der klaren Siege habe sich die Truppe aber durchaus strecken müssen, um die Punkte zu Hause zu behalten. Den kürzesten Kampf lieferte Theodor Rößler ab, der ganze 17 Sekunden brauchte, um seinen Chemnitzer Gegner in der Klasse bis 73 kg zu bezwingen. Veit hingegen beackerte seinen Crimmitschauer Kontrahenten mehr als 5:30 Minuten, musste sich aber geschlagen geben. Der frischgebackene deutsche Seniorenmeister Kai Metzler (bis 100 Kilogramm) gewann sein Duell gegen den Crimmitschauer Schwalbe nach knapp zwei Minuten, zog gegen den Chemnitzer Seidel jedoch den Kürzeren.

Während sich die Herren auf der Matte spannende Kämpfe lieferten, bekamen die Zuschauer in der Sporthalle an der Frankenberger Straße in den Pausen etwas fürs Auge geboten. Denn da gaben die Damen der Breitenauer Funkengarde Proben ihres Könnens ab. Nach dem erfolgreichen Kampftag trafen sich die Oederaner Judokämpfer noch in gemütlicher Runde, um das 55-jährige Bestehen der Judo-Sektion zu feiern. Dabei blieben die Männer aber nicht unter sich, sondern bezogen die Kinder und Jugendlichen der Nachwuchsabteilung mit ein. "Das machen wir in der Regel immer so. Wir gehören alle zusammen", sagte Amadeus Veit.

Die Judo-Abteilung der TSG Oederan zählt 100 Mitglieder. Darunter ist mit Werner Dressel eine Judo-Institution. Der 79-jährige frühere Senioren-Weltmeister ist seit sechs Jahrzehnten aktiv und macht in seiner Judo-Kluft nach wie vor eine sehr gute Figur.

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