Ohne Druck ins Erzgebirge

Die Sachsenliga-Fußballer von Germania Mittweida reisen am Samstag zum FC Lößnitz. Doch an eine geregelte Vorbereitung auf das Gastspiel war bei den Mittelsachsen nicht zu denken.

Mittweida.

Geisterspiele und Spielabsagen in den europäischen Fußballligen, erste Absagen von Sportveranstaltungen in Sachsen und eine ganze Menge Ungewissheit: Auch den Sachsenliga-Fußballern von Germania Mittweida (6.Platz/ 29 Punkte) ist in diesen Tagen aufgrund der Verbreitung des Corona-Virus und dessen Folgen nicht unbedingt nach einer weiteren Punktejagd zumute. "So macht der Fußball keinen Spaß", sagt der Mittweidaer Trainer Uwe Schneider.

Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass seine Mannschaft an diesem Samstag beim FC Lößnitz (2./30) um Zähler kämpft, vergleichsweise hoch: Der Sächsische Fußballverband teilte am Donnerstag mit, dass der Spielbetrieb auf Landesebene - das entspricht der Landesliga und den Landesklassen - fortgeführt wird. "Doch in dieser Woche ist der Fußball nebensächlich geworden", sagt Schneider. "Wenn fast minütlich neue Meldungen zum Virus kommen, macht man sich schon mehr Gedanken darüber."

Auch in der Mannschaft ist die aktuelle Lage natürlich Thema. "Wir haben viele Studenten und Lehrer im Team, deren Alltag davon beeinflusst ist", sagt Schneider. Er selbst ist Inhaber von zwei Sportgeschäften in Geithain und merkt die Auswirkungen bereits: "Die Stadt ist wie ausgestorben. Am Donnerstag hatte ich bis zum Mittag eine Kundin." Das Training sei daher in dieser Woche eher freudbetont gewesen, sagt Schneider, der seine Mannschaft in Lößnitz in der Außenseiterrolle sieht. "Wenn mir vor der Saison einer gesagt hätte, dass wir zwölf Spieltage vor Saisonende nur einen Punkt hinter Lößnitz stehen, hätte ich das nicht geglaubt." Die Erzgebirger sprangen am Sonntag mit einem 2:0-Erfolg bei Neusalza-Spremberg auf Platz 2 und überzeugten dabei besonders im Konterspiel und bei Standardsituationen. In den vergangenen beiden Heimspielen haben die Mittweidaer die Erzgebirger zweimal bezwungen. "Warum sollte uns das auch nicht dort gelingen." In Einzelduellen sei seine Mannschaft den Lößnitzern sicher unterlegen, sagt er. "Darum müssen wir es als Mannschaft gut machen." Bis auf Germanias langzeitverletzten Kapitän Philipp Rauthe rechnet der Trainer mit einem vollen Kader. "Krank ist derzeit Gott sei dank niemand." Weil die Mittweidaer auch vorbeugen: "Wir grüßen uns inzwischen mit den Ellenbogen und ich passe auf, dass nicht mehrere Jungs aus einer Bierflasche trinken."

In Lößnitz könnte die Mittweidaer trotz der aktuellen Lage eine ungewöhnlich große Kulisse erwarten. Da das Zweitliga-Spiel von Erzgebirge Aue gegen den SV Sandhausen - wenn überhaupt - vor leeren Rängen ausgetragen wird, wird vermutet, dass einige Veilchen-Fans in Lößnitz vorbeischauen. "Über dieses Interesse wären wir natürlich froh."

Fußball-Sachsenliga 19. Spieltag

FC Lößnitz - Germania Mittweida (Stadion an der Talstraße)


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